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Forum / Fit & Gesund

Einfach nur so meine Gedanken............

Letzte Nachricht: 4. Februar 2008 um 12:36
P
pam_11932733
04.02.08 um 10:30

Es ist Februar 2008. Wahnsinn wie schnell die Tage, Monate, Jahre verfliegen. Ich denke grade viel nach über die Vergangenheit und die Zukunft. Ich versuche meine Gedanken aufzuschreiben, vielleicht hilft es mir? Einen Versuch ist es wert.

Ich stell mir die Frage: Bin ich krank? Ich weiß es nicht. Ich glaub ich will es gar nicht wissen oder wahrhaben. Andere würden mich wahrscheinlich sicher als krank oder gestört bezeichnen, wenn sie wüssten was wirklich los ist in meinem wirren Kopf.
Ich kann jederzeit damit aufhören wenn ich das erreicht habe was ich mir vornahm. Ja, das dachte ich und denke es noch immer. Obwohl ich eigentlich schon vor langem gemerkt habe, dass das nicht so ist. Das ist nicht mehr anders kann.

Vor einem Jahr hatte ich noch 20 Kilo mehr. Ich nahm mir vor, meine alte Figur wieder zu erreichen. Wenn ich so und so viel abnehme DANN ist alles wieder gut, dachte ich.
Eigentlich könnte ich wirklich stolz auf mich sein. Warum bin ich es nicht???? Ich habe 22 Kilo abgenommen. Ich habe laut BMI mein ideales Gewicht. Warum kann ich es nicht glauben. Warum sehe ich mich im Spiegel an und könnte mich ankotzen?
Ich hasse meinen Körper. Ja, ich hasse ihn.
Ich dachte immer, ich wäre glücklich wenn ich dieses Gewicht habe. Wenn ich so nachdenke bin ich heute unglücklicher als je zuvor.

Ich will mehr, viel mehr. Ich will mich leicht fühlen, will mich nicht wie ein Trampel fühlen. Ich will meine Knochen sehen können, kein Fett, keinen Schwabbel mehr sehen und fühlen.

Angefangen hat alles glaub ich, als mein Freund mir einmal im Streit sagte: Sieh dich an, du hast dich gehen lassen. Ich hab diesen Satz immer noch im Kopf. Ich höre ihn immer wieder. Einerseits war es gut, diesen Satz aus seinem Mund zu hören, obwohl er ja immer sagte, dass er mich immer lieben würde, egal wie ich aussehe, andererseits hatte er sehr viel in mir ausgelöst. Er tat so weh! Ich war eigentlich ganz zufrieden mit mir, ich mochte mein Gesicht, meine Haare, fand meine Augen schön.

Er weiß nichts von meiner Bulimie (scheisse, das ist irgendwie ein eigenartiges Gefühl wenn ich dieses Wort benutze), KEINER weiß etwas davon. Was sollten sie auch davon halten? Ich sehe nicht krank aus. Im Gegenteil, alle sagen mir wie gut ich aussehe, ob ich abgenommen hab. Ich glaube nicht, dass es jemand in meiner Umgebung oder von meiner Familie verstehen würde. Ganz sicher nicht. Es ist doch ganz leicht oder? Lass die Kotzerei, steck dir einfach nicht mehr den Finger in den Hals. Genau so dachte ich auch immer.

Vor sieben Jahren ist die Schwester eines Bekannten an ihrer Magersucht gestorben. Sie war 17. Innerhalb eines Jahres hatte sie sich umgebracht. Sie starb wenige Tage nachdem sie in eine Klinik kam. Ich verstand es damals nicht, ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand so eitel sein kann, um auch nicht vor dem Tod halt zu machen. Ich konnte es einfach nicht verstehen.
Heute kann ich sie sehr gut verstehen. Magersucht, Bulimie, das sind Süchte. Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem es kein Ach, ich hör jetzt einfach mit dieser Hungerei oder dieser Kotzerei auf mehr gibt. Man will immer mehr.

Dieses vergangene Wochenende war schrecklich. Ich hab eigentlich von Freitag bis Sonntag abend den halben Tag nur damit verbracht, zu essen und zu kotzen. (Oder zu essen UM zu kotzen??) Heute tut mir mein Hals weh, ich bin heiser, ich hab Magenschmerzen und meine Zähne tun mir weh.
Es ist eine Art Belohnung und Bestrafung zugleich das Essen. Danach die Magenschmerzen, ich fühl mich voll, eklig. Ab da drehen sich eigentlich alle Gedanken nur ums kotzen. Dieses Voll-Gefühl so schnell als möglich loswerden, egal wie. Danach fühle ich mich zwar vollkommen fertig und eklig, aber ich fühle mich gut und leicht. Aber ich schäme mich auch, ich schäme mich vor mir selbst wenn ich mich im Spiegel anschau. Ich schäme mich dafür Essen, das so viele auf dieser Welt nicht haben, das Klo runterzuspülen. Ich schäme mich, wenn ich das hier lese.

Ich fühle mich (noch) nicht bereit, mir helfen zu lassen. Ich möchte mein nächstes Ziel erreichen. Ausserdem was soll ich dem Therapeuten sagen?? Hallo, ich sehe zwar ganz normal aus, aber ich bin krank. Nein, ich bring es nicht über die Lippen, diesen Satz: ICH BIN KRANK, ICH BRAUCHE HILFE! Ich würde mich schämen, diese Worte zu gebrauchen obwohl ich mich fett fühle.

Ich weiss nicht was das genau sollte, dieses hier zu schreiben, aber es tat gut, denn es schüttelt mich regelrecht, wenn ich es durchlese.



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D
dianne_12301251
04.02.08 um 12:36

Liebe bez
ich versteh dich sehr gut, teilweise hätte ich diesen text selbst schreiben können...
ich habe mir auch so einen satz eingeprägt, den ich wahrscheinlich nie vergessen werde...es war im sommer 2006 als ich ca.8kilo zugenommen hatte(vermutlich wegen der pille).der satz kam von meinem onkel und ich hab direkt vor ihm geheult...ers agte: "machst du einen schwimmkurs oder wozu hast du dir die rettungsringe angelegt?!" ich war nicht dick, ein bißchen mollig: 1,71, 65kg...
mittlerweile bin ich 10kilo leichter und fühl mich aber keineswegs so...
meine Es fing an, als es mit meinem damaligen freund nicht mehr so gut lief-seine gefühle zu mir ließen unübersehbar nach, er begann sich für andere mädels zu interessieren...ich war mir sicher, es liege an meiner gewichtszunahme, denn zu beginn unserer beziehung wog ich ja 58kilo und dann 65...
ich weiß also wie verletzend solche worte sind, erst recht wenn sie von der person kommen, die einem doch am nähsten steht...
seit über 10 monaten bin ich nun solo, ich hab mich getrennt, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, nicht mehr geliebt, sondern nur noch benutzt, zu werden...
seitdem habe ich mich geradezu in die bulimie gestürzt...ich hab mir komische essverhalten angewöhnt, kann einfach nicht mehr normal mit dem essen umgehn und plane meine ess-brech-anfälle so oft wie möglich ein, denn das essen gibt mir ein wahnsinniges gefühl der befriedigung...
ich habe gerade einen sehr guten artikel darüber gelesen, auf den ich durch ein forum-mitglied(<--entschuldige, mir fällt der name grade nicht ein )
gestoßen bin. lies ihn dir doch mal durch. mir ist dadurch klar geworden, was alles in meinem leben von der bulimie beeinflusst wird, also was sie in meinem leben verändert bzw. was der auslöser für sie ist...

http://www.gestalt.de/wardetzki_bulimie.html

genau wie du, bin ich mir durchaus bewusst,d ass ich krank bin und hilfe brauch, will aber noch keine in anspruch nehmen...schließlich möchte auch ich noch immer gewicht verlieren und ich kann mich auch nicht von dieser sucht tränen...
ich weiß wirklich genau, wie schrecklich du dich fühlst...die nahrungsmittel, das ganze geld, das man schon das klo runtergespült hat....
am anfang deines beitrags hast du geschrieben, dass du überwältigst bist, wie schnell die zeit doch vorbei geht...das ist bei mir ganz schlimm: ich hab das gefühl, jeder um mich herum entwickelt sich weiter, nur ich bleibe stehn, es ist für mich nicht zu begreifen, wie schnell die zeit vergeht und vor allem wie viel zeit ich schon verschwendet habe, um all meiner energie (meine gedanken und mein handeln) in die bulimie zu investieren...und das macht mich sehr traurig und depressiv...
wir wissen ganau,dass wir hilfe brauchen: warum wollen wir keine? ist es angst vor dem wirklichen leben-davor, dass wir es nicht bewältigen können?
ich stell mir die frage oft, aber ich weiß keine antwort darauf...
liebe grüße und alles gute für dich!
glamourgirl

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