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Einfach mal von der Seele reden.. (viel Text)

29. Oktober 2009 um 10:41

So, ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht, was ich mir hiervon erhoffe aber ich weiß auch nicht, was ich sonst noch groß tun soll.
Ich habe eine ES und will mal versuchen zu erklären, wo ich bin und wie ich da hin gekommen bin. Vielleicht weiß ja jemand einen Rat..

Alles fing an als ich etwa 15/16 Jahre alt war. Damals hatte ich ein Normalgewicht von etwa 52kg. Irgendwann hatte ich versucht abzunehmen ausgelöst durch die hübschen Mädchen in einem Anime und bin bis etwa 49kg gekommen. Das war so weit noch im Rahmen, denke ich.
Dann bin ich wegen meiner Ausbildung ausgezogen und bin 500km von der Heimat und Familie entfernt in einer WG untergekommen. Da hatte ich plötzlich niemanden mehr, der mir regelmäßig Essen vor die Nase stellt also hab ich auch nichts großartig gegessen. Eine Waage hatte ich auch nicht, so dass ich keinen Überblick mehr hatte.
Erst so zur Weihnachtszeit bin ich das erste mal wieder daheim gewesen und hab vielleicht 46kg gewogen. Meine Mutter war genauso schockiert wie ich. Ich hatte seit ich ausgezogen bin nicht mehr das Gefühl zu dick zu sein, es war eher ein Zwang immer so wenig wie möglich zu essen. Wieder in der WG hatte ich mit einem meiner Mitbewohner vereinbart, dass ich Essen für uns beide kaufe (er war 40, herzkrank und hatte eine jämmerliche Rente) und ich dafür ein warmes Essen auf dem Tisch habe, wenn ich von der Arbeit komme. Dadurch hatte sich mein Gewicht dann auf ca. 48kg eingependelt und alles war okay.

Mein Leben ging weiter. Heute bin ich 24. Ich fand einen Freund, wir zogen zusammen, ich arbeite und habe mit Sport angefangen. In dem Rahmen hat sich auch mein Essverhalten geändert und ich hab wieder zugenommen. Mein Normalgewicht lag etwa bei 51kg und ich habe mir keinen Kopp ums Essen gemacht. Ende Juli hab ich dann beim Hose wechseln rücklings in den Spiegel geschaut und bin heftig über den Speck an meinem Hintern erschrocken. Am nächsten Morgen hab ich mich dann das erste mal seit einem halben Jahr oder so auf die Waage gestellt und da ist es passiert. Die 53 hat mich regelrecht umgehauen. Seitdem treibe ich mehr Sport als je zuvor. Ich hab meine Ernährung umgestellt: 3 Mahlzeiten am Tag. Morgens Müsli und Obst, Mittags Eiweiß (Fisch, Ei, Quark, Fleisch usw) mit KH-armen Gemüse und Abends nochmal wie Mittags und immer so wenig wie möglich. Fas kenne ich nicht aber am we esse ich gerade zum Mittag immer sehr viel, damit mein Freund keinen Verdacht schhöpft. Ich hatte mir zu beginn (also mit 53kg) als Ziel wieder meine alten 48kg gesetzt. Aber ich konnte nicht aufhören. Jetzt bin ich bei 45kg und das war eigentlich meine absolute Untergrenze. Weniger sollte es niemals werden aber letzte Woche war ich schon zwei mal drunter und war stolz drauf.
Körperlich gehts mir so weit noch ganz gut. ich hab einen Körperfettanteil von etwa 13,5% und Muskeln 40,1%. Allerdings bin ich fast immer deprimiert und habe regelrecht Angstzustände. Ich seh auch nicht mehr gut aus. Überall sehe ich Knochen aber das ist mir egal solange nur die Waage weniger anzeigt.

Ich hab Hilfe bei meinen Freunden gesucht aber keiner hat Zeit für mich. Ich komme mir regelrecht albern vor Ihnen ständig nach zu telefonieren und wenn ich doch mal einen erreiche nur zu hören "ach, ausgerechnet dieses we..." "hoffentlich klappts vor Weihnachten nochtmal.." und sonstigen Mist.
Jetzt möchte sich zumindest eine mit mir am Samstag treffen aber ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich mir davon erhoffe. Sie weiß um mein Problem - und? Will sie mich jetzt einmal mästen damit ich mich danach richtig mies fühle und die Woche danach noch weniger esse?
Was soll es denn bestenfalls bringen?
Mein Freund weiß ja auch nicht, was er noch tun soll. Er macht sich so schrecklich Sorgen. Was mach ich nur, wenn ich Mitte November meine Mutter besuchen fahre?
Mein BMI liegt jetzt 17,17. Wie lange kann das noch gut gehen? Ich wollte eigentlich mal Kinder haben

Sorry für den Roman aber auch wenn es keiner liest, tat es doch mal gut sich das von der Seele zu schreiben..

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29. Oktober 2009 um 13:42

Hy blaustich
dein text mach mich gleich trautig, irgendwie find ich mich da wieda.
Kann sein das du sehr unglücklich bist?
Du schreibst das nicht mal deine freunde sich zeit für dich nehmen, mir gehts genau so ;-(
hab jetzt innerhalb von 2 tagen auch 2 kilo weniger..
hab ziemlich stress mit meinen partner. und meine freunde interessieren sich nicht wirklich,
Wollt gestern mit ner Freundin darüber reden und als ich die hälfte geredet hat, hat sie gemeint, he sorry ich bin selber so genervt... Frag ich wieso dem?? Meint Sie, ja mein Freund hats Bett nicht gemacht und ned staubgesaugt. ??? Bei mir gehts um eine Lüge und sie regt sich 3mal mehr als ich auf, wegen betten machen???
bin dann entäuscht nachhause. essen ist mir auch dadurch nochmehr vergangen
Na gut, heute morgen hab ich mich gewogen und gesehen das ich 2kg weniger hab, und das ist das einzige was mich heut gefreut hat.
Ich glaub, das ist so wenn man dauernd entäuscht wird, selten bis nie was positives hört und dich alle hängen lassen und man dann aber weil man traurig ist abnimmt, das man sich selba sagt, wow ich kann e was schaffen.

Mach dich bitte nicht selber kaputt!!!
Lass das essen nicht dein LEBEN bestimmen!!
wie groß bist du wenn ich fragen darf??

Alles Liebe Bienchen

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29. Oktober 2009 um 14:38

Hey, Danke erstmal für die Antworten
schön, dass das jemanden interessiert

Das mit dem Foto ist eine super Idee. Werd ich auf jeden Fall machen. Schon allein um mir das vor Augen halten zu können, wenn ich mal wieder normal werde.
Auch der Gedanke ganz bewusst genau 1 kg zuzunehmen gefällt mir. 45 ist auf jeden fall zu wenig. 46 wäre schon gut aber wenn es dann mehr wird, mach ich mir gleich wieder nur Gedanken und nehme das schnell wieder ab. Ich weiß wie widersprüchlich das ist..
Eigentlich hatte ich mir schon letzte Woche vorgenommen Mittags immer Mischkost zu essen aber dann hab ich am Montag 46,5 auf die Waage gebracht und da war der gute Vorsatz wieder dahin. Ich nehme es mir mal nochmal für nächste Woche vor. Vielleicht sollte ich in der Pause auch immer irgendwo essen gehen, damit ich hier raus komme.

Heute Mittag ist wieder was passiert. Ich hab mir in der Mikrowelle Sauerkraut mit Harzer Käse warm gemacht und darauf hin ist die eine Hälfte der Belegschaft sofort vor dem Gestank geflohen und die andere Hälfte hat sicht lauthals drüber beschwert und vergleiche zu (ich sag mal) nicht essbaren Dingen gezogen. Dann sollte ich doch bitte die Mikrowelle wieder sauber machen, so wie die stinkt - das hab ich dann auch sofort getan. Mir war das Essen eh total vergangen und ich hatte nicht mal die Hälfte von dem gegessen, was ich eigentlich essen wollte. Ich könnte immer noch heulen. Da möchte ich nur was essen und versau allen die Mittagspause. Am liebsten hätte ich mich übergeben und nie wieder was gegessen. Ich weiß, wie unreif und dumm solche Gedanken sind aber ich war so tieftraurig. Ich wollte doch niemanden damit belästigen, dass ich was esse

@ Bienchen: Ja, ich bin derzeit sehr unglücklich. Hab ja geschrieben, dass ich fast immer deprimiert bin, seit ich rückfällig geworden bin. Aber auch vorher war ich schon immer anfällig für Tiefs. Nur diese Angstzustände sind neu. Ich hab mir vor Kurzem mal ein kleines Buch gekauft, in das ich meine Gefühle schreiben wollte aber das Buch ist noch leer. Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll oder wie ich überhaupt diese Angst in Worte fassen soll.
Ich bin übrigens 162cm groß.

Vielen Dank Euch beiden

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1. November 2009 um 14:46

Üppiges Wochenende
Nein, mit dem Erberechen fang ich sicher nicht an. Ich hatte mir dann vorgehalten, was ich gegessen hatte: 100g Sauerkraut, 50g Harzer Käse, 1 Tomate. 1 Paprika und 80g Thunfisch. Alles gute und gesunde Sachen. Das wollte ich nicht erbrechen. Das wär viel zu schade drum gewesen. Es war nur dieser Hass auf das Essen an sich..

Freitag war ich mit der Freundin essen und das war echt gut. Ich hatte drei Vorspeisen weil mich die Hauptgerichte einfach nicht interessiert hatten. Ich hab zwar nicht alles aufgegessen aber ich hab nichts davon bereut

Gestern Abend war ich dann auf einem Spieleabend und hab auch ziemlich viel vor mich hin geknabbert. Das hab ich allerdings schon ein bissl breut. Genau wie das üppige Mittag heut - musste ich mir denn unbedingt nochmal Nachschlag holen? Ich glaub morgen werd ich wieder etwas kürzer treten aber wenn ich mich nur erstmal dran gewöhne zumindest am Wochenende weiter so reichlich zu essen (vorallem auch Abends), kanns schon besser werden. Wenn ich dann aber jedes Mal ein schlechtes Gewissen habe, ist das ja auch doof. Wenn das nicht besser wird, werd ich lieber wieder das mit den KH zu jedem Mittag in Angriff nehmen..

Ansonsonsten hab ich beschlossen, wenn ich das nicht in den Griff bekomme unds weiter unter 45kg rutsche, mich behandeln zu lassen. Die Freundin, mit der ich mich freitag getroffen hatte, hat mir erzählt, wie sehr ihr ein Psychotherapeut geholfen hatte als sie mal depressiv war. Einfach indem er ihr die richtigen Fragen gestellt hat. Vielleicht kann mir so jemand ja auch helfen ó.o
Eigentlich schreckt mich der Gedanke ja ab aber eigentlich wollte ich nächstes Jahr schwanger werden. Dazu muss ich mich unbedingt in den Griff bekommen. So würde auch mein Freund das nicht wollen..

Nya, mal schauen, was die nächste Woche so bringt

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2. November 2009 um 17:36

Mischkost
Hoch ja, das mit dem "in Reihenfolge antworten" hab ich noch nicht so recht raus

Das mit dem Psychotherapeuten will ich mir erstmal nr als "Notlösung" aufheben. Das muss ich doch auch allein in den Griff bekommen können.

Aber heut bin ich eh noch ziemlich gut drauf. Im Laufe der Woche geht das immer weiter bergab - geht Dir das auch so? Dann ess ich weniger, werd trauriger und fühl mich irgendwie krank. Irgendwie würd ich mir mal wünschen einfach eine ordentliche Erkältung zu bekommen und ein paar Tage so richtig sinnlos im Bett zu liegen. Naja, krank wird man eh nur, wenn mans nicht gebrauchen kann

Heute Mittag gabs bei mir Erbseneintopf aus der Kantine und drei Scheiben selbstgebackenes Vollkornbrot (wo eine wohl 150kcal hat). Als Nachtisch eine Nektarine. Ziemlich üppig eigentlich aber ich hab trotzdem schon wieder Appetit. Von einer reinen Eiweißmahlzeit bin ich deulich länger satt - und Abendessen gibts heut erst um 23:00 nach dem Kungfu (und da auch nur 100g Harzer Käse für mein Eweiß)
Ich glaub das mit dem KH-reichen Mittag ist nicht so wirklich gut für mich
Mal schauen, wie das Training dann läuft

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3. November 2009 um 11:27

Übergeben
Ich hatte gerade Stress mit einer Kollegin, die ich sehr schätze.
Ich hab was doofes gesagt und jetzt ist sie tief beleidigt und block alle Entschuldigungsversuche ab.
Und jetzt hab ich das Bedürfnis mich zu übergeben. Das hab ich schon ein paar mal an mir beobachtet: wenn ich mies fühle, möchte ich mich übergeben. Ganz unabhängig davon, ob oder was ich vorher gegessen hab. Mein Frühstück liegt etwa 4 Stunden zurück - da ist nichts zu übergeben mehr da. Zum Glück. Wär das nach dem Mittag passiert, hätte ich jetzt wirklich mit mir zu kämpfen
Ich glaub das Mittag lass ich heut vorsichtshalber ausfallen. Ist nur blöd weil ich eigentlich mit einer anderen Kollegin zum Subway wollte aber ich kann ja auch mitgehen ohne was zu essen. Ich denk, die weiß eh bescheid..

Hoffentlich artet das nicht aus

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7. November 2009 um 2:34

Therapie
Nachdem ich immer öfter das Mittag ausfallen lasse und jetzt einen BMI von unter 17 hab, hab ich mir heute Hilfe gesucht. Nächsten Donnerstag steht ein großes Blutbild an, um zu überprüfen, ob ich mir schon was zerstört hab und ab nächster Woche bin ich zusätzlich in psychotherapeutischer Behandlung.

Der Schritt ist mir ziemlich schwer gefallen weil Ichs eigentlich überflüssig fand. Ich möchte ja gar nicht noch dünner werden . Im Gegenteil: ich find mich fast schon hässlich, so knochig wie ich bin aber ich möchte auch zwanghaft immer weniger wiegen und das bekomm ich einfach nicht in den Griff..
Dazu werden meine Angstzustände und depressiven Phasen immer schlimmer

Für mich ist das eine Niederlage aber auch wenn er mich nicht darum gebeten hat, tue ich das für meinen Freund. Wir sind seit fast sieben Jahren zusammen (und wohnen genauso lang zusammen - das hatte sich damals so schnell ergeben, nachdem sich meine WG aufgelöst hatte) und ich sehe wie ihn das fertig macht. Ich liebe ihn ohne Ende und möchte eine Familie mit ihm gründen..

Danke ganz besondere an Dich lost14girl. Ich wünsche Dir weiter alles Gute. Du hast mir wirklich geholfen

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