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Eine Ehe mit der Sucht

26. Oktober 2007 um 9:15

Seit 10 Jahren bin ich verheiratet und habe zwei Kinder. Ich wußte von Anfang an das mein Mann ein,wie ich damals glaubte,beendetes Suchtproblem hatte. Er hatte zwei Therapien hinter sich,und war bis auf Hasch seit 2 Jahren absolut clean, und er war so unglaublich stark und lebensfroh! Nach ca. 5 Jahren endeckte ich das Pulver im Handschuhfach unseres Familienautos und damit begann mein persönlicher Alptraum...! Ich muß dazu sagen das ich mit Drogen gar nichts am Hut habe- und vieles mir damals nicht so erklären konnte. Seit 5 Jahren habe ich gekämpft ein "normales" Familienleben mit unseren beiden Kindern und ihm zu führen, und sehr lange ich ich ihm alles gegelaubt...! Ich habe probiert ihm bei einem kalten Entzug zu Hause zur Seite zu stehen, seine Versuche mit Subutex zu unterstützen, ihn durch das Methadon- Programm zu begleiten, und so vieles mehr - um dann an diesem Punkt jetzt zu kommen,und zu sagen: Ich kann nicht mehr! Unsere Augen haben viel zuviel gesehen, und wir haben viel zuviel gehört! Situationen die unerträglich sind. Oft habe ich über den Satz nachgedacht: "Ich kann nicht mehr"!" Aber am nächsten Morgen wacht man auf und lebt weiter! Da ist etwas so viel stärker als ich, viel stärker als seine Liebe zu uns. Kurz: Ich habe diesen wundervollen Menschen- den Mann mit dem ich alt werden wollte -raus geworfen! Da bin ich am nächsten Morgen aufgewacht und habe anders weiter gemacht! Allein! Vielleicht ist das wirklich der einzige Weg? Seit dem Tag gehe ich auf alle Freunde zu, und reisse diesen schweren Vorhang des Schweigens runter, und erzähle: "Nein wir sind nicht die "perfekte" Familie- und NEIN ich bin nicht unendlich stark!" Es ist so befreiend, denn von meinem Mann ist fast nichts mehr übrig was ihn ausgemacht hat- und wir wollen leben! Als ich ihn rausgeworfen habe, habe ich ihm in meiner Wut 3 Ohrfeigen gegeben - und ich hätte damit den ganzen Abend weiter machen können -es war wie ein gebrochener Staudamm - all die Wut und Enttäuschung brach auf einmal aus mir raus(aus dem Nichts heraus- es war ein ganz "normaler" Tag wie immer)! Ich war der Meister der Verdrängung, habe fast nie negative Dinge an mich, oder die Kinder rangelassen. Nur Dinge sehen, die man sehen will, Glauben was man glauben will... Damit ist jetzt Schluß!Ich habe es nicht mehr ausgehalten, ihm beim zu Grunde gehen zuzusehen. Sehen wie das Gift ihn verändert - er dadurch eine völlig neue Person wird! Agressiv, teilnahmslos, lethargisch und sich ausgrenzt! Die Achtung vor sich selber und vor uns verloren hat! Es gibt da keine Kompromisse, dass ahnte ich immer, heute will ich aber so leben! Alle leiden unter seiner Sucht, Angehörige aber realer, bewusster! Seit Monaten gärte dieser Gedanke in mir, aber ich hatte solche Angst vor allem möglichen! Die habe ich zwar immer noch, aber ich und die Kinder können es schaffen. Er auch- aber wenn, dann nur ohne uns! Niemals hätte ich mit soviel Hilfe und Verständnis gerechnet! Es sind so viele Hände da, die uns stützen. Aber den Weg müssen wir letzendlich alleine gehen. Viele Jahre glaubte ich mit niemanden über MEINE Probleme reden zu können. Hilfe gibt es für Betroffene auch hier wo wir wohnen, aber den Angehörigen wird oft Ihre Individualität genommen: "Da gibt es dann eine Gruppe, da geht mal hin - und da gibt es noch mehr die Euer Problem haben..." BLÖDSINN! Oder kennt Ihr Kinder, die in der Schule bei der Drogen - Aufklärung aufstehen und sagen: "Mein Papa ist gerade im Methadon - Programm! Bei uns steht das Methadon am Wochenende im Kühlschrank hinter der Mayonnaise"?? Und warum tun sie das dann wohl nicht? Es gibt eben nicht immer nur schwarz und weiß! Diese pauschalierte Abhandlung schürt nur die Scham sich tatsächlich Hilfe zu holen. Uns geht es finanziell ganz gut, meine Kinder sind intelligent und sehr gut in der Schule, unser Haus sauber,und es liegt kein Pulver neben dem Knabberzeug wenn wir am Abend fernsehen!!! Verachtung und Ausgrenzung habe ich erwartet, und das waren auch meine Beobachtungen bei anderen, aber ich durfte eine andere Seite erleben - dafür werde ich immer dankbar sein. Mir ist klar,dass es oft in der Natur der Dinge liegt, dass es anders abläuft, aber was unser Umfeld angeht, haben wir Glück. Wir haben auch sehr viel dafür getan! Aber wir sind dadurch nicht glücklicher! Denn meine größte Angst ist immer noch, nicht mehr auf ihn achten, und das ihm etwas passiert! Das schnürt mit die Kehle zu. Aber das ist meine Angst, und damit muß ich klar kommen. Ich habe begriffen,er hat sein Problem, und ich meines! Und die sind nicht kompatibel! Suchtkranke sind Egoisten, Angehörige müssen lernen welche zu sein! Aber die Hoffnung stirbt immer zuletzt- auch ich träume & hoffe immer noch...!

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29. Oktober 2007 um 8:05

Hallo Betje...
.... ich habe deinen Text gelesen und das Bedürfnis verspürt, dir ganz viel Kraft zu wünschen in dem was du dir vorgenommen hast! Du hast das einzig richtige getan für dich und deine Kinder ... Vielleicht ein paar Jahre zu spät aber man muss den richtigen Zeitpunkt abwarten und das war wohl jetzt ...

Ich habe auch kürzlich erst entdeckt, dass mein Freund kifft! Niemals bin ich mit irgendwelchen Drogen in Kontakt gekommen und ich muss sagen, ich war sehr geschockt. Ich habe ihn vor die Wahl gestellt, entweder ich oder das Zeug ... er hat sich für mich entschieden und ich hoffe,er hält sich daran, denn ich weiss nicht, wie ich es merken könnte, wenn er es weiter nimmt.
Falls es dich interessiert, kannst du meinen Forumstext lesen unter "Mein Freund raucht Pfeifchen"

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für deinen weiteren Weg und sehr viel Ausdauer im Kampf gegen deine Gefühle!
glg Soraya

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29. Oktober 2007 um 8:20
In Antwort auf mica_12529243

Hallo Betje...
.... ich habe deinen Text gelesen und das Bedürfnis verspürt, dir ganz viel Kraft zu wünschen in dem was du dir vorgenommen hast! Du hast das einzig richtige getan für dich und deine Kinder ... Vielleicht ein paar Jahre zu spät aber man muss den richtigen Zeitpunkt abwarten und das war wohl jetzt ...

Ich habe auch kürzlich erst entdeckt, dass mein Freund kifft! Niemals bin ich mit irgendwelchen Drogen in Kontakt gekommen und ich muss sagen, ich war sehr geschockt. Ich habe ihn vor die Wahl gestellt, entweder ich oder das Zeug ... er hat sich für mich entschieden und ich hoffe,er hält sich daran, denn ich weiss nicht, wie ich es merken könnte, wenn er es weiter nimmt.
Falls es dich interessiert, kannst du meinen Forumstext lesen unter "Mein Freund raucht Pfeifchen"

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für deinen weiteren Weg und sehr viel Ausdauer im Kampf gegen deine Gefühle!
glg Soraya

Sorryyyy ... Beekje natürlich
Tut mir leid, hab deinen Namen falsch gelesen!

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30. Oktober 2007 um 12:36

Hut ab
...mag man gar nicht mehr dazu sagen und ist nichts mehr hinzuzufügen - nur eins:
tolle Frau, du brauchst die Veränderung um endliche leben zu können. Viel Kraft dabei und vorallem viel Spass mit allem was kommt!

gruss

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31. Oktober 2007 um 16:20
In Antwort auf tovia_12346808

Hut ab
...mag man gar nicht mehr dazu sagen und ist nichts mehr hinzuzufügen - nur eins:
tolle Frau, du brauchst die Veränderung um endliche leben zu können. Viel Kraft dabei und vorallem viel Spass mit allem was kommt!

gruss

Danke
Ich freue mich das du meinen Text gelesen hast,und mir schreibst & über Deine Wünsche
nur eines:
Ich habe auch vorher gelebt, nur wie Du sagtest jetzt brauche ich die Veränderung! Ich habe zwei wundervolle Kinder ein, wunderschönes zuhause und fantastische Freunde und Nachbarn - und nicht zuletzt immer noch einen Mann! Nur das ich ihm nicht helfen kann! Leben kann so facettenreich sein - man braucht nur manchmal etwas Mut! Ich hoffe, dass durch meinen Schritt nach vorne Dinge bewegt werden! Ich wünsche allen die ein ähnliches Problem haben irgendwann den Mut zu reden und zu agieren. Vielen Dank - auch Dein Beitrag zeigt mir das nicht immer nur weg gesehen wird!

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31. Oktober 2007 um 16:37
In Antwort auf mica_12529243

Hallo Betje...
.... ich habe deinen Text gelesen und das Bedürfnis verspürt, dir ganz viel Kraft zu wünschen in dem was du dir vorgenommen hast! Du hast das einzig richtige getan für dich und deine Kinder ... Vielleicht ein paar Jahre zu spät aber man muss den richtigen Zeitpunkt abwarten und das war wohl jetzt ...

Ich habe auch kürzlich erst entdeckt, dass mein Freund kifft! Niemals bin ich mit irgendwelchen Drogen in Kontakt gekommen und ich muss sagen, ich war sehr geschockt. Ich habe ihn vor die Wahl gestellt, entweder ich oder das Zeug ... er hat sich für mich entschieden und ich hoffe,er hält sich daran, denn ich weiss nicht, wie ich es merken könnte, wenn er es weiter nimmt.
Falls es dich interessiert, kannst du meinen Forumstext lesen unter "Mein Freund raucht Pfeifchen"

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für deinen weiteren Weg und sehr viel Ausdauer im Kampf gegen deine Gefühle!
glg Soraya

Verspätet?
Liebe soraya,
Du schreibst das ich vielleicht zu spät reagiert habe? Zu spät mich getrennt zu haben? Nein! eshat die Zeit gebraucht,denn dieser Schritt wurde unbewußt von mir vorbereitet! WirhabenKinder und hatten viel zu verlieren, da mußte ich handeln! Siocherlich sollte ein "Flucht - Instinkt" früher aktiviert werden -aber um zu gehen mußte ich vorher jeden Weg gegangen sein! Das konnte nicht schneller passieren! Ich bereue nicht mein Timing, ehrlich gesagt bereue ich gar nichts! Nicht meine Ehe , die Wahl des Vaters meiner Kinder noch mein bisheriges Leben! Ich bin dankbar das ich die Möglichkeit habe auszusteigen!Ich kämpfe immer noch,nur diesmal aufeine andere art und für jemandanderen -nämlich für mich und die Kinder! Für uns gab es nur diesen Weg - aber das heißt nicht das Trennung immer das einzig richtige ist! Er ist immer noch oft bei uns, und ich werdenicht aufhören zu hoffen- aber ich konnte nur nicht dieser Sucht die Gewalt über mein Leben geben! Das zu realisieren und zu begreifen hat sehr lange gedauert!
Ich habe anfangs kiffen toleriert, gedroht, geglaubt, entdeckt, geglaubt, usw., usw....
Auch ein kleiner Kreislauf ist ein Kreislauf- irgendwann fängt alles mal an! Bei mir fing es genau wie bei Dir an! Drogen sind Drogen- da gibt es keine besseren oder schlechteren! Aber wenn man liebt helfen keine Ratschläge, dass weißniemand besser als ich! Du wirst merken, ob er weiter kifft - immer wenn Du ihn ansiehst und denkst:"Was ist nur mit ihm los?" Aber eines weiß ich auch: Es helfen keine Drohungen, Erpressungen oder Warnungen! Paßauf Dich auf

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5. November 2007 um 8:02
In Antwort auf mica_12529243

Sorryyyy ... Beekje natürlich
Tut mir leid, hab deinen Namen falsch gelesen!

Kann es sein...
dass deine pn nicht ankommen???

lg

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21. November 2007 um 1:29

Du kannst auf dich sehr Stolz sein!!!
ich habe es auch erlebt. Seit sieben Jahren lebe ich mit meinem Freund zusammen, und er war auf Drogen. Heroin usw. Es war die Hölle für mich. Ein Entzug nach dem anderen,3mal Therapie kalte Entzüge. Jetzt ist der Clean sei vier Jahren. Hat feste Arbeit, keine Harte Drogen mehr endlich ein normales leben, so habe ich gedacht aber leider ist es nicht so. Er kommt von der Arbeit und raucht eine Tüte. Bis Abend werden es drei, vier und er nimmt auch Tabletten wie Bromozepan. Er zeigt keine Interesse mehr an mir. Komme mir schon vor wie seine Putze. Ich habe kein Bock mehr auf die Beziehung werde Ihm verlassen. Ich habe gekämpft, aber den Kampf verloren. Nichts als lügen.

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