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Ein Jahr nach der Magersucht.. wie geht es euch?

20. April 2016 um 14:19 Letzte Antwort: 4. Mai 2016 um 0:50

Hallo zusammen!
Ich bin eine 18-jährige Studentin und hatte vor einem Jahr ca. 1 Jahr lang Magersucht.
Daran muss ich sehr sehr häufig zurück denken. Damals wog ich 40kg bei 1,72m, schon ein halbes Jahr nachdem ich in meinem Kopf meinen Schalter umgelegt hatte (aufgrund der tatsache, dass meine Herzmuskeln schon ziemlich abgebaut waren, und ich einen Puls von 35 hatte), waren da 26kg mehr auf der Waage.. Seit dem wiege ich mich nicht mehr, weil ich mich selber nicht mit diesem Gewicht mag. Ich bin nun zwar nicht mehr magersüchtig, dennoch essgestört. mal esse ich gar nichts/ oder wenig, weil ich wieder dünner sein möchte, später überkommt mich dann wieder die Angst in die Magersucht reinzurutschen und somit bekomme ich dann wieder eine Fressattacke...
Generell muss ich ziemlich häufig an die Magersucht zurück denken, und kann einfach nicht neu anfangen. Hat hier irgendjemand tipps, wie man seine Magersuchtgeschichte leichter hinter sich lassen kann?
Gibt es hier andere Mädels, denen es auch so geht?

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21. April 2016 um 12:47

Das
tut mir leid zu lesen.
Also aus meiner Erfahrung ist es erstmal wichtig, wieder regelmässig zu essen, sonst hast Du keinen Spass im Leben. Das klingt so platt, ich weiss natürlich, dass mehr dahinter steckt und dass es vielleicht nicht so einfach ist. Aber es lohnt sich sehr, dafür zu kämpfen, denn vorher kommt man meiner Meinung nach auf keinen grünen Zweig,- egal ob man glücklich sein möchte, dick, dünn, mittel. Denn Dein Körper, auch wenn Du ihn Dir eher schlank wünschst, braucht die Nahrung. Das ist so falsch in den Köpfen mancher von uns verankert, dass ein schlanker Mensch kaum etwas zu essen braucht. Vielleicht kommt das von den stark restriktiven Diäten beim Abnehmen, ich weiss es nicht. Auf jeden Fall bin ich glaube ich nicht die einzige hier, die von sich behaupten kann, schlank zu sein und trotzdem mindesten 2000 kcal täglich zu essen. Diese teile ich mich je nach Tag so ein, dass ich drei Hauptmahlzeiten und evtl. noch Zwischenmahlzeiten habe.

Versuche auch gesunde Dinge, die gut für Deinen Körper sind, zu essen, genügend Fett zu Dir zu nehmen etc.. Man kann viel für den Körper tun. Ohne Fett z.B. haben es deine Hormone schwerer, mit einem gestörten Hormonhaushalt auch kein guter Stoffwechsel usw.. Habe ich alles selber erlebt.
Deswegen kann ich Dir nur versuchen nahe zu legen: Arbeite erstmal daran, Dich so zu akzeptieren, wie Du bist, jetzt, und sei besser zu Dir. Denn Du bist nun mal heute da und nicht erst übermorgen. Sicher ist das oft schwer, denn man rutscht ja nicht ohne Grund in so ein Problem, also finde ich, man muss auch da lernen, Verständnis für sich selbst und im Endeffekt einen Ansatz von Selbstliebe aufzubringen.

Bestimmt sind manche Tage viel blöder als andere, so war es zumindest bei mir. Ich habe mit der Zeit die schlechten besser "identifizieren" können zwischen den guten und gelernt, mich weniger nach den kontrollierenden, teilweise total absurden Gedanken und Vorstellungen zu richten und mehr Mut gewonnen es "drauf ankommen zu lassen" (bezüglich des Gewichts). Je mehr ich eingesehen habe, dass mein Körper das Essen einfach braucht, egal was für ein Gewicht er gerade hat oder in der Zukunft haben "soll", desto leichter fiel mir das.

Vielleicht gefällt Dir ja Yoga, das finde ich ganz cool. Es ist entspannend und man bekommt ein besseres Körpergefühl. Vielleicht kann ich es so sagen,- an einem guten Tag überwiegt evtl. die Freude am Tun gegenüber der Unzufriedenheit dem Körper gegenüber, was ich als nützlich für den ganzen Prozess empfinde.

Auf jeden Fall wünsche ich Dir erstmal viel Glück!

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4. Mai 2016 um 0:50

Puuh,
ich lese hier glaube ich seit 10 Jahren schon mit und das ist jetzt mein erster Beitrag. Ich bin 38 und hatte/habe 23 Jahre mit Eßstörungen zu tun. War fast am Sterben und habe seit gut 2 Jahren ein Normalgewicht (hab von 35 kg auf 65 kg zugenommen bei 1.77). Mein Körper ist also wieder hergestellt, aber meine Eßerei ist nach wie vor sehr komisch. Ich esse meine gesamte Menge die ich mir erlaube (ca. 2000 kcal) spät abends..alles auf einmal..alleine..jeden Tag auch dasselbe. Glücklich bin ich damit nicht, mir fehlt Genuß und Lebensfreude am Tag. Aber ich hab panische Angst davor tagsüber zu essen und dann abends nichts mehr zu "dürfen". Ich verzichte auf Fettes und Süßes und weiß nicht wie ich ausschauen würde wenn ich essen würde wie ich möchte..ich finde Befriedigung nur im Essen und das macht mich wahnsinnig. Früher hatte ich auch extreme Bulimie und ich habe auch immer noch diese Gier in mir und esse auch viel Menge. Ich kann mir auch nicht vorstellen wie man 2000 kcal auf den Tag verteilen und damit zufrieden sein kann Ich vermisse diesen scheiß Stolz der Magersucht..ABER mein Leben ist jetzt auf alle Fälle lebenswerter..alles Gute für alle die kämpfen

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