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Dummheit im Kopf

15. Januar 2012 um 1:25

Hallo Ich im Forum,
ich bin neu hier. Ich leide seit 1990 an einer bipolaren Störung. Im Moment habe ich wieder einen Schub. Begleitet wird dieser neue Schub mit Dummheit. Es fing eigentlich schon Weihnachten an, dass ich das Weihnachtspiel nicht kapiert habe und im Neuen Jahr, dass ich viele Optionen an meinen Laptop nicht ausführen konnte und kann. Letzen Dienstagvormittag war ich bei meiner Psychiaterin im Therapiegespräch. Ich habe ihr von der Gehirnleistungsminderung berichten, doch so richtig ist sie nicht darauf eingegangen. Dann kam der Bibelgesprächskreis. Wir haben das ganze Buch Ester gelesen. Beim Lesen fiel mir auf, dass ich viele Passagen einfach nicht verstanden habe. Die Teilnehmer schienen mir so, als wenn sie Professoren wären. Ihre Aussagen waren für mich so hochtrabend, dass ich sie auch nicht verstanden habe. Ich stellte fest, dass ich nun so eine Art Störkraft im Kopf habe, die alles blockiert. Ich fuhr nach Hause und telefonierte mit meiner Brieffreundin in Deutschland. Meine Brieffreundin hat Schizophrenie mit einer sehr starken Minussymptomatik. In unserem Telefongespräch schilderte ich von meinen Symptomen. Meine Brieffreundin sagte, dass es bei Ihr genauso ist. Nach unserem Gespräch wurde ich sehr nachdenklich. Ja im Moment sind diese Symptome verstärkt, aber schon seit viel längerer Zeit eigentlich vorhanden. Sie kamen so schleichend, dass es mir nicht aufgefallen ist und das über viele Jahre. Als ich schon in den 90igern krank war, habe ich in meiner Freizeit ein Gezeitenprogramm entwickelt mit 200 Stellgrößen. Eigentlich war das eine Meisterleistung. Heute beobachte ich unsere Mieter, wie gut sie ihre Notebooks bedienen können und diese Materie aus dem FF beherrschen. Ich kann da eigentlich nicht mehr mithalten, dabei habe ich Früher auch so gut mein PC bedienen können. Im Moment ist meine Soziale Phobie nicht mehr so stark, aber ich muss sagen, dass ich weder an den Gesprächen zwischen meinen Eltern und unseren Gästen, sowie in den Gruppen im Kirchenkaffee dran teilnehmen kann, weil ich einfach nicht verstehe, was dort gesprochen wird. Dabei hat man früher immer großen Wert auf meine Meinung gelegt, besonders im Hauskreis in Harsefeld. Das brachte mir Anerkennung. Eigentlich habe ich meine hohe Intelligenz verloren.
Ich habe als Kind in einem Diktat 60 Fehler gemacht. So entschied man sich einen Intelligentest zu machen. Bei dem Test kam heraus, dass ich Legastheniker bin. Im Bricht steht drin, dass von 100 Personen nur fünf Personen schlechter schreiben, als ich und von 100 Personen nur fünf Personen intelligenter sind als ich. Es wurde ein IQ von 122 ermittelt. Auch steht dort der Satz: Er ist sehr hoch Intelligent.
Darauf war ich immer sehr stolz und ich konnte immer viel Anerkennung bei den Freunden und Bekannten ernten durch meine hohe Intelligenz.
Kurz bevor krank wurde, ging ich in eine psychosomatische Klinik. Beim Entlassungsgespräch hat die Ärtin gesagt, dass ich sehr viel auf dem Kasten habe. Das waren die schönsten Worte in meinem Leben.
Aber was hat Gott nun aus meiner Intelligenz gemacht? Wenn ich mal, Gesetz dem Fall, in einer eigen Wohnung leben sollte, dann geht das nur noch mit einem gesetzlichen Betreuer. Ich habe einfach die Zügel nicht mehr in meiner Hand. Für mich kommt so wie so nur noch ein betreutes Wohnen in Frage.
Nun frage ich mich noch, woher kommt nun diese Dummheit. Sind es die Tabletten? Ich habe nur noch eine Lösung im Kopf und zwar Schizophrenie. Es ist die Minussyptomatik. Nur ich verspüre keine Plussymtomatik. Ich glaube, dass mein Neuroleptikum, dass besonders bei Psychosen eingesetzt wird dieses verhindert. Ein Pfleger im Krankenhaus, der auch viel auf dem Kasten hat, sagte zu mir, dass bei mir es sich um eine paranoide Störung handle. Nur wo bitte schön ist der Verfolgungswahn und die Stimmen im Kopf. Meine Psychiaterin in Blagnac betont immer wieder, dass ich eine bipolare Störung habe und nicht paranoid bin. Das bedeutet für mich noch weiter Aufklärung bei den Ärzten.

Fodepin

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15. Januar 2012 um 10:43

Alle Achtung
Hallo,
für mich stellt sich die Frage wie dein soziales Gefüge ist. Du bist in einer Bibelgruppe, aber wie oft, bzw. wie oft bist du in Gesellschaft unter Leuten, oder sprichst mit Familienangehörigen. Soziale Fähigkeiten, Einfühlungsvermögen für Andere, Freunde, wie auch immer, sind bei diversen psychischen Krankheiten oft ziemlich schwach ausgebildet. Mein Bruder leidet unter paranoider Schizophrenie, meine Freundin ist manisch depressiv.

Ich würde nicht davon ausgehen, das Intelligenz, wird sie nicht gefördert für immer bleibt. Vor allem gehört zum Erhalt von Intelligenz auch dazu, dass man seine
sozialen Kontakte so gut wie möglich pflegt, gerade bei Störungen. Das ist sicherlich nicht immer einfach, weil Familienangehörige oft schwer von dem zu überzeugen sind, was im Kopf so umgeht. In diesem Fall würde ich einfach darauf verzichten, und bei banalen Gesprächen mitmachen. Es geht nicht darum wer intelligenter ist und wer nicht. Denn Hochbegabte, ohne psychischer Störung haben es grundsätzlich ja schon schwerer sich in soziale Gefüge einzugliedern, kommt noch eine psychische Störung dazu, erschwert sich das Ganze noch. Aber nicht unter die Leute zu gehen, ist ein Fehler, auch wenn die einen nicht verstehen wollen, können, wie auch immer. Kommunikationsprobleme gibt es unter allen Menschen. Aber wenn ein Gehirn zu wenig Anreize bekommt, und geschieht das nur durch banale Gespräche, mit hundsnormalen Menschen mit normaler Intelligenz, wird dein scheinbar sehr hohe IQ mit der Zeit i von selbst flöten gehen.

Ich kenne dich ja nicht und weiß nicht, wie stark deine Krankheit ausgeprägt ist, aber mein Bruder ist teilweise stark verwirrt, weiß nicht welcher Tag ist, oder hat Weihnachten schlicht weg vergessen. Er zieht sich stark zurück, meidet Leute, redet nur mit seinen Stimmen und ist leider davon überzeugt gesund zu sein. Weshalb er auch immer wieder seine Medikamente absetzt und dann eskaliert es fast schon zum Quartal. Er ist auch sehr intelligent, davon ist vor allem er sehr überzeugt. Aber er hat starke Aussetzer, es ist sehr schwierig mit ihm zu sprechen, weil er davon überzeugt ist, dass er gesund ist. Vergangenes Jahr ist unser Vater plötzlich verstorben, er hat gelacht. Es ist egal wer mit ihm spricht, keiner hat Ahnung, keiner weiß was. Er glaubt nicht einmal seinen Freunden etwas, die meiden ihn auch schon, was ich verstehen kann. Für ihn ist das aber schwerwiegend.

Ich glaube nicht dass du unter Schizophrenie leidest, allerdings finde ich es schon einen großen Schritt, dass du das Gefühl hast mit dir stimmt etwas nicht so ganz, und du vor hast dich untersuchen zu lassen. Das finde ich toll! Denn das ist ein Zeichen großer Intelligenz meiner Meinung.

Im Übrigen, mein Bruder hat noch seine eigene Wohnung und sein Auto. Machen können wir Angehörigen gar nichts, und fährt er noch so geistesverwirrt mit dem Auto. Vom Gesetz her, können wir ihn nicht dazu zwingen, den Führerschein abzugeben, vorausgesetzt er tut es freiwillig. Davon ist er aber sehr, sehr weit entfernt. Wenn dann was passiert, also Sachschaden oder Personenschaden, dann stellt es kein Problem dar. Ich finde diese Gesetzeslage massiv lückenhaft, zum Kotzen. Wir haben mit sämtlichen Ärzten gesprochen. Sagen alle das Gleiche.

Ich denke nicht dass die Tabletten dumm machen. Aber es kann sein, dass die Tabletten sehr müde machen, Kopfschmerzen verursachen, Verstopfung oder Durchfall hervorrufen. In diesem Fall wäre ein neues Medikament sinnvoll. Bei meiner manisch depressiven Freundin, hat es fast 10 Jahre gedauert, bis die Medikamente gepasst haben. Und erste Erfolge stellten sich erst ein, nachdem man ihr Schockwellen, also Strom durchs Gehirn leitete. Die Krankheit wurde so in den Griff bekommen. Allerdings wurde das Gedächtnis ein wenig beeinträchtigt, vor allem direkt nach der Behandlung, hatte sie kein gutes Erinnerungsvermögen. Mittlerweile ist sie brav. Nimmt auch ihre Medikamente.

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17. Januar 2012 um 18:39
In Antwort auf bosmat_12884551

Alle Achtung
Hallo,
für mich stellt sich die Frage wie dein soziales Gefüge ist. Du bist in einer Bibelgruppe, aber wie oft, bzw. wie oft bist du in Gesellschaft unter Leuten, oder sprichst mit Familienangehörigen. Soziale Fähigkeiten, Einfühlungsvermögen für Andere, Freunde, wie auch immer, sind bei diversen psychischen Krankheiten oft ziemlich schwach ausgebildet. Mein Bruder leidet unter paranoider Schizophrenie, meine Freundin ist manisch depressiv.

Ich würde nicht davon ausgehen, das Intelligenz, wird sie nicht gefördert für immer bleibt. Vor allem gehört zum Erhalt von Intelligenz auch dazu, dass man seine
sozialen Kontakte so gut wie möglich pflegt, gerade bei Störungen. Das ist sicherlich nicht immer einfach, weil Familienangehörige oft schwer von dem zu überzeugen sind, was im Kopf so umgeht. In diesem Fall würde ich einfach darauf verzichten, und bei banalen Gesprächen mitmachen. Es geht nicht darum wer intelligenter ist und wer nicht. Denn Hochbegabte, ohne psychischer Störung haben es grundsätzlich ja schon schwerer sich in soziale Gefüge einzugliedern, kommt noch eine psychische Störung dazu, erschwert sich das Ganze noch. Aber nicht unter die Leute zu gehen, ist ein Fehler, auch wenn die einen nicht verstehen wollen, können, wie auch immer. Kommunikationsprobleme gibt es unter allen Menschen. Aber wenn ein Gehirn zu wenig Anreize bekommt, und geschieht das nur durch banale Gespräche, mit hundsnormalen Menschen mit normaler Intelligenz, wird dein scheinbar sehr hohe IQ mit der Zeit i von selbst flöten gehen.

Ich kenne dich ja nicht und weiß nicht, wie stark deine Krankheit ausgeprägt ist, aber mein Bruder ist teilweise stark verwirrt, weiß nicht welcher Tag ist, oder hat Weihnachten schlicht weg vergessen. Er zieht sich stark zurück, meidet Leute, redet nur mit seinen Stimmen und ist leider davon überzeugt gesund zu sein. Weshalb er auch immer wieder seine Medikamente absetzt und dann eskaliert es fast schon zum Quartal. Er ist auch sehr intelligent, davon ist vor allem er sehr überzeugt. Aber er hat starke Aussetzer, es ist sehr schwierig mit ihm zu sprechen, weil er davon überzeugt ist, dass er gesund ist. Vergangenes Jahr ist unser Vater plötzlich verstorben, er hat gelacht. Es ist egal wer mit ihm spricht, keiner hat Ahnung, keiner weiß was. Er glaubt nicht einmal seinen Freunden etwas, die meiden ihn auch schon, was ich verstehen kann. Für ihn ist das aber schwerwiegend.

Ich glaube nicht dass du unter Schizophrenie leidest, allerdings finde ich es schon einen großen Schritt, dass du das Gefühl hast mit dir stimmt etwas nicht so ganz, und du vor hast dich untersuchen zu lassen. Das finde ich toll! Denn das ist ein Zeichen großer Intelligenz meiner Meinung.

Im Übrigen, mein Bruder hat noch seine eigene Wohnung und sein Auto. Machen können wir Angehörigen gar nichts, und fährt er noch so geistesverwirrt mit dem Auto. Vom Gesetz her, können wir ihn nicht dazu zwingen, den Führerschein abzugeben, vorausgesetzt er tut es freiwillig. Davon ist er aber sehr, sehr weit entfernt. Wenn dann was passiert, also Sachschaden oder Personenschaden, dann stellt es kein Problem dar. Ich finde diese Gesetzeslage massiv lückenhaft, zum Kotzen. Wir haben mit sämtlichen Ärzten gesprochen. Sagen alle das Gleiche.

Ich denke nicht dass die Tabletten dumm machen. Aber es kann sein, dass die Tabletten sehr müde machen, Kopfschmerzen verursachen, Verstopfung oder Durchfall hervorrufen. In diesem Fall wäre ein neues Medikament sinnvoll. Bei meiner manisch depressiven Freundin, hat es fast 10 Jahre gedauert, bis die Medikamente gepasst haben. Und erste Erfolge stellten sich erst ein, nachdem man ihr Schockwellen, also Strom durchs Gehirn leitete. Die Krankheit wurde so in den Griff bekommen. Allerdings wurde das Gedächtnis ein wenig beeinträchtigt, vor allem direkt nach der Behandlung, hatte sie kein gutes Erinnerungsvermögen. Mittlerweile ist sie brav. Nimmt auch ihre Medikamente.

Hmmm...
Hallo,
ich will ja nicht stressen, aber es wäre schön, wenn du noch etwas zu diesen Thema schreiben könnstest, oder sonst jemand.

Ich muss hier noch berichten, dass mein Bruder gestern morgen nach vielen schlaflosen Nächten wieder ins Krankenhaus musste. Er tut mir so leid. Auch meiner Freundin ist nicht so wohl die letzten Tage. Sie sagt, sie mag nur schlafen, kommt fast nicht aus dem Bett. Hängt das vielleicht mit der Jahreszeit zusammen? Was bei meinem Bruder schon irgendwie seltsam ist, dass er das 3. Mal an einem Dienstag eingeliefert wurde. Einmal an einem Mittwoch. Und davon nun das 3. Mal zur selben Jahreszeit. Zweimal Anfang Februar und eben Jänner. Was könnt ihr dazu sagen, bzw. welche Erfahrungen habt ihr?

@fodepin: Wie ist es dir ergangen, bzw. wie ergeht es dir?

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17. Januar 2012 um 21:55
In Antwort auf bosmat_12884551

Hmmm...
Hallo,
ich will ja nicht stressen, aber es wäre schön, wenn du noch etwas zu diesen Thema schreiben könnstest, oder sonst jemand.

Ich muss hier noch berichten, dass mein Bruder gestern morgen nach vielen schlaflosen Nächten wieder ins Krankenhaus musste. Er tut mir so leid. Auch meiner Freundin ist nicht so wohl die letzten Tage. Sie sagt, sie mag nur schlafen, kommt fast nicht aus dem Bett. Hängt das vielleicht mit der Jahreszeit zusammen? Was bei meinem Bruder schon irgendwie seltsam ist, dass er das 3. Mal an einem Dienstag eingeliefert wurde. Einmal an einem Mittwoch. Und davon nun das 3. Mal zur selben Jahreszeit. Zweimal Anfang Februar und eben Jänner. Was könnt ihr dazu sagen, bzw. welche Erfahrungen habt ihr?

@fodepin: Wie ist es dir ergangen, bzw. wie ergeht es dir?

Dein Bruder
Hallo Kerngsi,
es tut mir Leid dass ich nicht gleich schreibe, aber ich schreibe ansonsten nicht so viel an meinem Notebook, wenn mal nicht der Leidensdruck einfach nicht groß ist. Aber weil Du nun Dir mal die Mühe gemacht hast so viel zu schreibe, schreibe ich Dir auch mal zurück.

Ich weiß eigentlich nicht, wie weit Du dich über die Erkrankung deines Bruders informiert hast. Aber eine Psychose bedeutet eine Lebenslange Betreuung durch Psychiater oder auch durch Beteuer. Oft sind Krankenhausbesuche von Nöten. Auch die Medikamente müssen ein Leben lag eingenommen werden. Heute ist eine schizophrene Psychose oder auch bipolare Störung nicht heilbar. Die Medikamente sind Krücken, um die Störung auszugleichen. Es sind aber sehr gute Krücken, die hochwirksam sind. Bei Schizophrenie werden Neuroleptika eingesetzt, die den Neurotransmitter -Haushalt in den Synapsen wieder ins Lot bringen und somit die Psychose verschwindet. Haldol z.B. hemmt das Dopamin, weil bei einer akuten Psychose es zum Dopaminüberschuss kommt. Ich weiß da eigentlich auch nicht viel, wollte es Dir nur sagen. Jedenfalls bedeutet es immer wieder Krankenhauseinweisungen. Bei mir wurden es damals so viele, dass man sich beim X-ten Krankenhausbesuch sich in Krankenhaus entschloss, mich in einem psychiatrischen Heim einzuweisen. Ich habe die Entscheidung des Ärzte- und Schwesterteams abgelehnt. Darauf wollte man mich mit einem richterlichen Beschluss einweisen. Das hatte bedeutet, wenn eine Zeit von beispielsweise einem Jahr festgelegt worden wäre, dann darf ich nicht das Heim auf eigenen Wunsch verlassen, sondern ich muss gegen meinen Willen dort ausharren. So habe ich mit dem Team eine Kompromisslösung gefunden, dass ich zu meinen Eltern nach Südfrankreich nach Toulouse ziehe. Aber für mich ist das auch keine so optimale Lösung. Ich lebe seit fünf Jahren hier und habe nicht eine einzige Freundschaft aufbauen können. Auch kann ich mit meiner Krankheit kein Französisch lernen. Im Grunde habe ich nur meine Mutter als einzigen Kontakt. Jeden Abend bin ich am weinen, wenn ich vor meinem Fernseher sitze, weil ich so alleine bin.

Wenn die Zeit hier um ist in einigen Jahren, dann werde ich ins Heim müssen. Alleine werde ich es nicht mehr schaffen. Ich musste im letzten Jahr einfach zu viel durchmachen. Was für mich dann auf jeden Fall zukommen wird, ist eine völlige Isolation im Heim, weil ich eine sehr schwere soziale Phobie habe. Ich glaube nicht, dass Medikamente helfen werden. Ich werde nie mehr frei sein. Soweit zu mir.

Was mich wundert ist, dass man deinem Bruder nicht den Führerschein abnehmen kann. Bei mir war es aber anders. Bei mir hat u.a. alles mit schweren Depressionen angefangen. Ich kam in die Psychiatrie. Erst nach vier Monaten bin ich entlassen worden, aber es ging mir noch so schlecht, dass ich durch einen Suizid dort wieder gelandet bin. Man erhöhte die Tabletten und hat mich nach drei Wochen entlassen. Meine Mutter hat mich mit nach Frankreich genommen für ein Jahr. Wenn ich damals diesen Schritt nicht gewagt hätte, wäre ich damals schon im Heim. Aber kurz nach meiner Ankunft in Deutschland hatte ich immer noch so starke Depressionen. Ich stellte beim Sozialamt einen Heimantrag und musste zur Kostenbewilligung das Gesundheitsamt aufsuchen. Der Amtsarzt sagte zu mir: Aufgrund der schwere ihrer Erkrankung gehen sie zum Straßen- und Verkehrsamt und geben sie Ihren Führerschein dort ab. Ich sagte, dass ich Wiederspruch einlegen werde und nach Hause fahre. Zum Glück hatte er Einsicht und wollte eine Stellungnahme meines Psychiaters. Mein Psychiater war ein sehr sozialer Arzt und sein Gutachten ließ bei mir ein Führen eines Kraftfahrzeuges weiterhin zu. Wenn der Amtsarzt mir den Führerschein entzogen hätte, dann würde ich keinen Idiotentest schaffen und wäre für immer ohne Führerschein. Etwa 15 Jahre lang bin ich unfallfrei gefahren, bis auf ein Schleudern bei Glatteis 2003 in einer Geschlossen Ortschaft. Es ist aber nichts passiert. Darum wundert mich, warum es bei Deinen Bruder nicht möglich ist. Ein Amtsarzt vom Gesundheitsamt ist jedenfalls dazu berechtigt. Mir war das eine Lehre und ich bin nicht ins Heim gegangen damals.
So nun habe ich genug geschrieben

Fodepin

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18. Januar 2012 um 23:35
In Antwort auf janice_11878512

Dein Bruder
Hallo Kerngsi,
es tut mir Leid dass ich nicht gleich schreibe, aber ich schreibe ansonsten nicht so viel an meinem Notebook, wenn mal nicht der Leidensdruck einfach nicht groß ist. Aber weil Du nun Dir mal die Mühe gemacht hast so viel zu schreibe, schreibe ich Dir auch mal zurück.

Ich weiß eigentlich nicht, wie weit Du dich über die Erkrankung deines Bruders informiert hast. Aber eine Psychose bedeutet eine Lebenslange Betreuung durch Psychiater oder auch durch Beteuer. Oft sind Krankenhausbesuche von Nöten. Auch die Medikamente müssen ein Leben lag eingenommen werden. Heute ist eine schizophrene Psychose oder auch bipolare Störung nicht heilbar. Die Medikamente sind Krücken, um die Störung auszugleichen. Es sind aber sehr gute Krücken, die hochwirksam sind. Bei Schizophrenie werden Neuroleptika eingesetzt, die den Neurotransmitter -Haushalt in den Synapsen wieder ins Lot bringen und somit die Psychose verschwindet. Haldol z.B. hemmt das Dopamin, weil bei einer akuten Psychose es zum Dopaminüberschuss kommt. Ich weiß da eigentlich auch nicht viel, wollte es Dir nur sagen. Jedenfalls bedeutet es immer wieder Krankenhauseinweisungen. Bei mir wurden es damals so viele, dass man sich beim X-ten Krankenhausbesuch sich in Krankenhaus entschloss, mich in einem psychiatrischen Heim einzuweisen. Ich habe die Entscheidung des Ärzte- und Schwesterteams abgelehnt. Darauf wollte man mich mit einem richterlichen Beschluss einweisen. Das hatte bedeutet, wenn eine Zeit von beispielsweise einem Jahr festgelegt worden wäre, dann darf ich nicht das Heim auf eigenen Wunsch verlassen, sondern ich muss gegen meinen Willen dort ausharren. So habe ich mit dem Team eine Kompromisslösung gefunden, dass ich zu meinen Eltern nach Südfrankreich nach Toulouse ziehe. Aber für mich ist das auch keine so optimale Lösung. Ich lebe seit fünf Jahren hier und habe nicht eine einzige Freundschaft aufbauen können. Auch kann ich mit meiner Krankheit kein Französisch lernen. Im Grunde habe ich nur meine Mutter als einzigen Kontakt. Jeden Abend bin ich am weinen, wenn ich vor meinem Fernseher sitze, weil ich so alleine bin.

Wenn die Zeit hier um ist in einigen Jahren, dann werde ich ins Heim müssen. Alleine werde ich es nicht mehr schaffen. Ich musste im letzten Jahr einfach zu viel durchmachen. Was für mich dann auf jeden Fall zukommen wird, ist eine völlige Isolation im Heim, weil ich eine sehr schwere soziale Phobie habe. Ich glaube nicht, dass Medikamente helfen werden. Ich werde nie mehr frei sein. Soweit zu mir.

Was mich wundert ist, dass man deinem Bruder nicht den Führerschein abnehmen kann. Bei mir war es aber anders. Bei mir hat u.a. alles mit schweren Depressionen angefangen. Ich kam in die Psychiatrie. Erst nach vier Monaten bin ich entlassen worden, aber es ging mir noch so schlecht, dass ich durch einen Suizid dort wieder gelandet bin. Man erhöhte die Tabletten und hat mich nach drei Wochen entlassen. Meine Mutter hat mich mit nach Frankreich genommen für ein Jahr. Wenn ich damals diesen Schritt nicht gewagt hätte, wäre ich damals schon im Heim. Aber kurz nach meiner Ankunft in Deutschland hatte ich immer noch so starke Depressionen. Ich stellte beim Sozialamt einen Heimantrag und musste zur Kostenbewilligung das Gesundheitsamt aufsuchen. Der Amtsarzt sagte zu mir: Aufgrund der schwere ihrer Erkrankung gehen sie zum Straßen- und Verkehrsamt und geben sie Ihren Führerschein dort ab. Ich sagte, dass ich Wiederspruch einlegen werde und nach Hause fahre. Zum Glück hatte er Einsicht und wollte eine Stellungnahme meines Psychiaters. Mein Psychiater war ein sehr sozialer Arzt und sein Gutachten ließ bei mir ein Führen eines Kraftfahrzeuges weiterhin zu. Wenn der Amtsarzt mir den Führerschein entzogen hätte, dann würde ich keinen Idiotentest schaffen und wäre für immer ohne Führerschein. Etwa 15 Jahre lang bin ich unfallfrei gefahren, bis auf ein Schleudern bei Glatteis 2003 in einer Geschlossen Ortschaft. Es ist aber nichts passiert. Darum wundert mich, warum es bei Deinen Bruder nicht möglich ist. Ein Amtsarzt vom Gesundheitsamt ist jedenfalls dazu berechtigt. Mir war das eine Lehre und ich bin nicht ins Heim gegangen damals.
So nun habe ich genug geschrieben

Fodepin

So ist es...
Hi fodepin,

danke dass du mit mir die Diskussion weiter machst. Das rechne ich dir doch hoch an.

Wegen der Krankheit meines Bruders: Ich habe sehr viel gelesen, mit Psychologen gesprochen, ich bin sehr gut informiert, weiß auch dass, das ein Leben langes Thema sein wird. Du sprichst von Psychiatern und Betreuern, ja das ist gut, und bestimmt eine echte Hilfe. Aber, was macht man mit Jemandem, der sich nicht helfen lassen will? Was macht man mit Jemandem, der niemanden etwas glaubt. Was macht man mit Jemandem der selbst glaubt Gott zu sein? Unanfechtbar, unfehlbar, der immer einfach nur glaubt immer Recht zu haben? Der niemanden braucht, niemanden will, außer es dient seinem eigenem Wohl, oder einfach nur seinen eingebildeten Bedürfnissen? Ich brauche Zigaretten, also hol sie mir. Du hast die ganze Nacht gearbeitet? Na und? Aufgeben. Wer muss sich aufgeben wegen eines anderen Menschen? Alle sind betroffen. Die Stücke, die passiert sind, da könnte ich Bücher schreiben. Egal. Ist so. Und nicht anders.

Die Gesetze sind so in Österreich, dass man nichts tun kann. Außer der Herr Primar hat uns von vorne bis hinten belogen. Ja war ja auch ganz einfach, so fertig wie wir waren. Abgesehen von schon vielen Dingen, die meine Mutter erlebte, Suizit, Sachbeschädigung.... 1mal 2mal 3mal...

Nachdem ich selber schlaflose Nächte hatte, Beziehungsprobleme, mein Vater a n einem Sonntag Mittag, durch einem Sekundentod starb und ich 2 Stunden später und mit 12 Stunden Fahrtzeit zu uns nach Hause gefahren bin, meine Mutter unter Schock, nicht ansprechbar, nur: der Vati ist tot und der hebt das Telefon nicht ab stammelte?
......

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18. Januar 2012 um 23:41
In Antwort auf bosmat_12884551

So ist es...
Hi fodepin,

danke dass du mit mir die Diskussion weiter machst. Das rechne ich dir doch hoch an.

Wegen der Krankheit meines Bruders: Ich habe sehr viel gelesen, mit Psychologen gesprochen, ich bin sehr gut informiert, weiß auch dass, das ein Leben langes Thema sein wird. Du sprichst von Psychiatern und Betreuern, ja das ist gut, und bestimmt eine echte Hilfe. Aber, was macht man mit Jemandem, der sich nicht helfen lassen will? Was macht man mit Jemandem, der niemanden etwas glaubt. Was macht man mit Jemandem der selbst glaubt Gott zu sein? Unanfechtbar, unfehlbar, der immer einfach nur glaubt immer Recht zu haben? Der niemanden braucht, niemanden will, außer es dient seinem eigenem Wohl, oder einfach nur seinen eingebildeten Bedürfnissen? Ich brauche Zigaretten, also hol sie mir. Du hast die ganze Nacht gearbeitet? Na und? Aufgeben. Wer muss sich aufgeben wegen eines anderen Menschen? Alle sind betroffen. Die Stücke, die passiert sind, da könnte ich Bücher schreiben. Egal. Ist so. Und nicht anders.

Die Gesetze sind so in Österreich, dass man nichts tun kann. Außer der Herr Primar hat uns von vorne bis hinten belogen. Ja war ja auch ganz einfach, so fertig wie wir waren. Abgesehen von schon vielen Dingen, die meine Mutter erlebte, Suizit, Sachbeschädigung.... 1mal 2mal 3mal...

Nachdem ich selber schlaflose Nächte hatte, Beziehungsprobleme, mein Vater a n einem Sonntag Mittag, durch einem Sekundentod starb und ich 2 Stunden später und mit 12 Stunden Fahrtzeit zu uns nach Hause gefahren bin, meine Mutter unter Schock, nicht ansprechbar, nur: der Vati ist tot und der hebt das Telefon nicht ab stammelte?
......

...
und ich hoffe du schreibst wieder, wenn du Lust hast...

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19. Januar 2012 um 21:23

Dein Bruder
Hallo Kerngsi,

ich melde mich noch mal bei Dir. Ich habe natürlich über Deinen Bruder nachgedacht. Was ich machen würde an Deiner Stelle ist, dass ich den Psychiater von Deinem Bruder aufsuchen würde und ein Gespräch unter vier Augen führen würde, was Dich über Dein Bruder bewegt. Genauso gut ist es im Krankenhaus, wo er jetzt wohl ist, ein vertrauliches Gespräch mit seinem behandelden Arzt zu führen. Ich würde fragen, welche Alternativen wohl für Dein Bruder im Moment die Besten sind, ob Betreuer, gesetzlicher Betreuer oder sogar Heim. In Deutschland gibt es Beratungsstellen. Sie heißen in Deutschland: Sozialpsychiatrischer Dienst (SPD) und sind dem Gesundheitsamt angegliedert. Ich weiß nicht, ob es sowas auch bei Euch gibt. Bitte erkundige Dich dort. Der SPD steht für Beratungen von Betroffenen und Angehörigen offen. Die Amtsärztin des SPD kann auch einen Patienten gegen den Willen dessen ins Krankenhaus einweisen.

Aber ich kenne Dein Bruder nur sehr wenig, aber oft ist man mit den Problemen alleine. Vor zwei Jahren lebte mein manisch-depressiver Vater im christlichen Wohnheim in Hamburg. Ich lebte schon in Frankreich. Er bekam Depressionen und lag nur noch im Bett. Er hat auch nichts mehr gegessen und hat schließlich nur noch 50 kg gewogen. Ich beauftragte meinen Halbbruder, den SPD anzurufen. Zwei Tage später schickte die Amtsärztin ihn gegen seinen Willen und mit Polizei ins Krankenhaus. 24 Stunden später war er wieder in seinem Heim. Er ist im Krankenhaus gegen ärztlichen Rat nach Hause gegangen. Man entließ ihn, weil er keine Suizidgedanken hatte. Wir waren machtlos. Zum Glück ist er aus den Depressionen heraus gekommen. Mein Vater möchte einfach keine Medikamente nehmen und lehnt sie strikt ab. Seit einem Jahr ist er manisch. Er ist sehr gereizt. Wenn ich ihn in seiner Wohnung, die er neu bezogen hat, anrief, war er gereizt und es gab immer Streit zwischen mir und ihnen. Ab Oktober telefonieren wir auf seinen Wunsch nicht mehr mit einander. Ich wollte ihm wieder mit Hilfe meines Bruders einweisen. Mein Halbbruder lehnt das aber ab. Mir bleibt nichts anderes übrig, als ihn so in seiner starken Erkrankung laufen zu lassen. Heute akzeptiere ich, dass er ohne Tabletten lebt, trotz seiner schweren Psychose. Die Entscheidung liegt für mich einfach bei ihm, ob er Tabletten nehmen möchte oder nicht. Er macht sich, so wie ich einfach damit nicht kaputt.

Wie weit kannst Du akzeptieren, dass Dein Bruder so lebt?

Ich selber hatte mal in Deutschland einen Betreuer. Ich leide auch an starken Depressionen und konnte oft meinen Einkauf nicht tätigen. So habe ich auf meinen Wunsch einen nicht gesetzlichen Betreuer beauftragt dieses an schlechten Tagen für mich zu tun. Ich stellte fest, dass der Betreuer ein Segen für mich war. Er veranlasste damals meine Benzodiazepine abzusetzen, die ich wegen Panikattacken genommen habe. Meine Lebensqualität verbesserte sich um 200 Prozent. Im Krankenhaus in der Psychiatrie hat er meine Interessen vertreten, weil ich nicht dazu in der Lage war.

Ich hatte durch meinen Betreuer sehr viele Vorteile und konnte sofort unser Verhältnis kündigen. Mache doch bitte deinen Bruder immer wieder von den Vorteilen eines Betreuers aufmerkam.

Ich glaube aber, dass Dein Bruder einen gesetzlichen Betreuer benötigt. Mein Bekannter und meine Brieffreundin haben einen gesetzlichen Betreuer. Mein Bekannter lebt in einer eignen Wohnung. Er soll wieder über die Tagesklinik in die Manufaktur mit 8 h Arbeit eingegliedert werden. Im Moment steht er um 17 Uhr auf, raucht 30 ig Zigaretten und trinkt 4 Liter Bier plus 2 Flaschen Wein am Tag. Bevor er in die Tageklinik geht, soll er einen Entzug im Krankenhaus machen. Mein Bekannter möchte aber auf keinen Fall auf seinen Stoff verzichten. Nun kann sein gesetzlicher Betreuer veranlassen, dass er ins Krankenhaus geht gegen den Willen meines Bekannten. Mein Bekannter kann sich einfach nicht dagegen wehren, denn sein Betreuter hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht, d.h. Der Betreuer entscheidet, ob mein Bekannter in einer Wohnung, im Heim oder im Krankenhaus ist. Er hat bei ihm auch die Verfügungsgewalt über seine Finanzen. Seit kurzem kann er auch nicht sein Konto überziehen. Der Betreuer möchte ihm aber in ein Heim stecken, nachdem er so versumpft ist.

Wäre denn das für deinen Bruder das richtige?

Vielleicht wäre ein Arbeiten in einer Behindertenwerkstatt für psychisch Kranke das richtige. Bevor mein Bekannter versumpft ist, war er dort. Er musste Verbandstaschen packen 8 h lang am Tag. Das wichtige ist dabei, dass man einen geregelten Tag hat. Man hat eine Tagesstruktur, was neue Schübe verhindern soll. Würde mein Bekannter noch in seiner Manufaktur sein, dann wäre er nicht so versumpft. Ich hingegen helfe meiner Mutter und meinen Stiefvater im Haushalt.

So nun habe ich Dir genug geschrieben.

Fodepin

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