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Die Angst zuzunehmen begleitet mich jede Minute.

22. Oktober 2014 um 16:32

Hallo zusammen,

nach langem Ringen mit mir selbst habe ich mich nun hier angemeldet. Möglicherweise bin ich im falschen Forum gelandet, wusste aber nicht in welches Themengebiet mein Kummer am Besten passt.
Ich bin Anfang 20 und wiege bei einer Größe von 172m etwas zwischen 54-55 kg.
Ich habe vor einiger Zeit unbeabsichtigt eine Menge Gewicht verloren. Ich habe mir früher nie wirklich Gedanken um mein Gewicht gemacht, habe mich mit 65 Kilo sehr wohl gefühlt. Dieses Gefühl ist nun vollkommen weg. Um die Weihnachtszeit rum, habe ich mich auf 49 kg runtergehungert. Ich habe es geschafft, mehrere Tage am Stück nichts zu essen, war schwach ... aber die meisten wissen wohl wovon ich rede. Meine Freundinnen beneiden mich alle um meine Figur, ich fühle mich zu dick. Das kann man natürlich niemandem erzählen, daher mein Beitrag hier. Durch die Prüfungszeit und viel Stress habe ich mir die 4/5 Kilo irgendwie angefuttert. Sie stehen mir auch ganz gut, finde ich manchmal. Aber insgeheim fühlt sich das schlecht an. Da ist was Fremdes in meinem Körper, das gehört nicht zu mir und ich bin unglücklich.
Ich weiß, dass viele von Euch weitaus schlimmere Probleme haben als ich. Aber ich wusste nicht, an wen ich mich wenden soll. Das Gefühl lässt einen nicht in Ruhe. Ich hoffe, es meldet sich jemand und sagt mal was dazu. Vor allem brauch ich jemanden, der mich mal ehrlich versteht.
Liebe Grüße an alle von Euch!

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22. Oktober 2014 um 17:15

Hallo Luna,
du bist hier in unseren Forum richtig und wir verstehen dich alle. Mit deiner Gewichtsreduktion bis auf 49 KG hast du den Krankheitsbereich der Anorexie erreicht. Inzwischen hast du etwas zugenommen, aber die dem Krankheitsbild zugrunde liegende Angst vor einer Gewichtszunahme (Gewichtsphobie) noch nicht überwunden.Das genau ist auch die Schwierigkeit. Heilung der Anorexie ist die Akzeptanz eines gesunden Gewichts auf Basis eines verbesserten Selbstwertgefühls. Es geht also nicht nur um ausreichendes Essen sondern auch um
eine Änderung seiner bisherigen Einstellungen.

LG Nus

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22. Oktober 2014 um 17:41
In Antwort auf nus1951

Hallo Luna,
du bist hier in unseren Forum richtig und wir verstehen dich alle. Mit deiner Gewichtsreduktion bis auf 49 KG hast du den Krankheitsbereich der Anorexie erreicht. Inzwischen hast du etwas zugenommen, aber die dem Krankheitsbild zugrunde liegende Angst vor einer Gewichtszunahme (Gewichtsphobie) noch nicht überwunden.Das genau ist auch die Schwierigkeit. Heilung der Anorexie ist die Akzeptanz eines gesunden Gewichts auf Basis eines verbesserten Selbstwertgefühls. Es geht also nicht nur um ausreichendes Essen sondern auch um
eine Änderung seiner bisherigen Einstellungen.

LG Nus

Vielen Dank für die Antwort!
Sicher ist das eine Frage der Einstellung, aber gerade das ist ein innerer Kampf. Man nimmt an Gewicht zu und ruft sich immer wieder ins Gedächtnis, dass das genau der richtige Weg ist. Und gleichzeitig zerreißt es mich innerlich, wenn ich sehe, dass ich nicht mehr im untergewichtigen Bereich bin. Das ist krankhaft und ich schäme mich dafür. Und vor allem bin ich neidisch. Neidisch auf die Mädchen, die tolle Rundungen haben und ohne Zögern Burger essen. Einen Burger, für den ich 4 Tage vorhungern müsste. Wie wird man diese katastrophale Einstellung los?

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22. Oktober 2014 um 19:00
In Antwort auf dipali_12179722

Vielen Dank für die Antwort!
Sicher ist das eine Frage der Einstellung, aber gerade das ist ein innerer Kampf. Man nimmt an Gewicht zu und ruft sich immer wieder ins Gedächtnis, dass das genau der richtige Weg ist. Und gleichzeitig zerreißt es mich innerlich, wenn ich sehe, dass ich nicht mehr im untergewichtigen Bereich bin. Das ist krankhaft und ich schäme mich dafür. Und vor allem bin ich neidisch. Neidisch auf die Mädchen, die tolle Rundungen haben und ohne Zögern Burger essen. Einen Burger, für den ich 4 Tage vorhungern müsste. Wie wird man diese katastrophale Einstellung los?

Hallo Luna,
diese Einstellung wirst du mit einer vernünftigen Therapie los.

Lass dir nicht so viel Zeit um noch weiter in die Essstörung zu rutschen, umso länger du Essgestört bleibst, desto länger wird sich dein Heilungsprozess gestalten (und ich rede nicht von Wochen, sondern von Jahren).

Am Besten gleich morgen alle Therapeuten durchtelefonieren und zum Arzt gehen. Ganz überschwänglich, bevor die ES viel dazu sagen kann.

Alles Gute

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22. Oktober 2014 um 19:16
In Antwort auf blamimibla

Hallo Luna,
diese Einstellung wirst du mit einer vernünftigen Therapie los.

Lass dir nicht so viel Zeit um noch weiter in die Essstörung zu rutschen, umso länger du Essgestört bleibst, desto länger wird sich dein Heilungsprozess gestalten (und ich rede nicht von Wochen, sondern von Jahren).

Am Besten gleich morgen alle Therapeuten durchtelefonieren und zum Arzt gehen. Ganz überschwänglich, bevor die ES viel dazu sagen kann.

Alles Gute

Und es ist nicht zu früh sich irgendwo zu melden?
Meine Eltern wollen mich schon seit einem Jahr zu einer Organisation schleifen, aber ich komm mir irgendwie albern vor mit Normalgewicht zu einer Therapie zu gehen. Ich esse zwar kaum was im Moment, aber gewichtsmäßig lachen die doch bestimmt über mich, weil es Leute hier gibt, denen es viel schlechter geht als mir.

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22. Oktober 2014 um 19:26
In Antwort auf dipali_12179722

Und es ist nicht zu früh sich irgendwo zu melden?
Meine Eltern wollen mich schon seit einem Jahr zu einer Organisation schleifen, aber ich komm mir irgendwie albern vor mit Normalgewicht zu einer Therapie zu gehen. Ich esse zwar kaum was im Moment, aber gewichtsmäßig lachen die doch bestimmt über mich, weil es Leute hier gibt, denen es viel schlechter geht als mir.

Hallo Luna,
die werden die Hände überm Kopf zusammenschlagen und dem Herrgott danken, dass endlich mal eine mit NG kommt und sich Hilfe nimmt. Solange Essgestörte UG sind, sind sie nämlich begrenzt bis gar nicht Therapiefähig, müssen also erstmal hochgepeppelt werden, bevor man was mit denen starten kann.

Falls du minderjährig bist sind deine Eltern auch verpflichtet dich irgendwo "hinzuschleifen". Da sie sonst dafür verantwortlich gemacht werden, dass du so krank geworden bist ohne auch nur einen Handschlag dagegen gemacht zu haben.

Nimm das Hilfeangebot wahr. Wer für einen Burger 4 Tage "vorhungern" muss, ist absolut Therapiebedürfig, da gibt es keine Zweifel.

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23. Oktober 2014 um 10:35
In Antwort auf dipali_12179722

Vielen Dank für die Antwort!
Sicher ist das eine Frage der Einstellung, aber gerade das ist ein innerer Kampf. Man nimmt an Gewicht zu und ruft sich immer wieder ins Gedächtnis, dass das genau der richtige Weg ist. Und gleichzeitig zerreißt es mich innerlich, wenn ich sehe, dass ich nicht mehr im untergewichtigen Bereich bin. Das ist krankhaft und ich schäme mich dafür. Und vor allem bin ich neidisch. Neidisch auf die Mädchen, die tolle Rundungen haben und ohne Zögern Burger essen. Einen Burger, für den ich 4 Tage vorhungern müsste. Wie wird man diese katastrophale Einstellung los?

Luna,
noch einmal kurz zu dir.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass sich eine Essstörung auf dem Boden von Hintergrundproblemen entwickelt, zu denen in der Regel auch ein vermindertes Selbstwertgefühl gehört. Bei der Heilung geht es also nicht nur um eine Normalisierung von Essverhalten und Gewicht sondern auch um das Erlernen von neuen Denk-und Verhaltensmustern, mit denen du dauerhaft besser leben und Probleme und Konflikte lösen kannst. Das lernst du am besten in einer Psychotherapie.

Aber es ist momentan auch wichtig,dass du dem anorektischen Sog nicht nachgibst und versuchst, dein Gewicht mit ausreichendem Essen unbedingt zu halten.Kern der Anorexie ist die starke Angst vor dem Essen und einer Gewichtszunahme, die du ja "jede Minute" spürst.Es geht darum, sich dieser Gewichtsphobie zu widersetzen.

Du solltest auch mal prüfen, ob du dein Gewicht im normalen Stoffwechsel mit täglich mindestens 1800 Kcal hältst oder ob du in den Hungerstoffwechsel gerutscht sein könntest. In diesem Fall würdest du dein Gewicht auch mit einer geringeren Kalorienzufuhr halten.

LG Nus

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25. Oktober 2014 um 10:49

Hallo Dori,
55 Kg bedeuten einen BMI von 18,2. Ihr Zielgewicht sollte natürlich höher sein. Auf Dauer sollte sie ihr Gewicht nicht halten sondern steigern. Das ist richtig.

Momentan steht sie noch stark unter dem Einfluss der Gewichtsphobie, fühlt sich dick und ist mit ihrem Aussehen unzufrieden. In dieser Situation und im Vorfeld einer Therapie ist es schon ein wichtiger erster Schritt, wenn sie nicht weiter abnimmt und ihr Gewicht zunächst halten kann.Es muss ihr dann gelingen, sich mit diesem Gewicht zu akzeptieren, was ohne psychologische Unterstützung schwierig werden dürfte.Sobald sie sich besser annehmen kann, wird ihr dann auch eine weitere Gewichtszunahme gelingen.

LG Nus

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