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Der Sinn des Lebens

13. September 2010 um 1:14

Bitte versteht dieses Thema nicht falsch - es geht hier nicht darum zu schreiben, wie schrecklich das Leben ja sein kann. Es geht vielmehr um eines meiner Hobbys - das Philosophieren.

Seid ihr euch des Sinnes eures Lebens bewusst?
Ich musste in der Schule mal ein Essay für Philosophie über dieses Thema schreiben und mein Fazit war letztendlich: Evolution. Nun ja, ich brauchte schließlich einen Schlusssatz. Aber dieses Fazit entstand bei einer Person, die schon seit Jahren fest entschlossen ist, niemals Kinder haben zu wollen...
Ich war etwas traurig, da ich eigentlich dachte, während des Schreibens auf irgendetwas Geniales zu kommen, das ich gerne den Sinn meines Lebens nennen würde. Aber es kam nichts. Ich habe mehrere Texte dazu gelesen - nichts hat sich an meinen Gedanken geändert.
Vielleicht nehme ich das Wort "Sinn" zu ernst, zu wörtlich. Sinn bedeutet für mich nämlich nicht gleich Erfüllung. Vielleicht gibt es aber auch tatsächlich nichts, was ich als wirklichen Sinn bezeichnen könnte !?

Beim Posten hatte ich den Hintergedanken, dass es vielleicht vielen anderen Essgestörten so ähnlich wie mir geht, dass sie nämlich gar nicht so genau wissen, was der Sinn ihres Lebens ist - oder sich diesem eben nicht bewusst sind. Vielleicht gibt aber gerade dieser Sinn, besonders in schwierigen Situationen, einen gewissen Halt. Und vielleicht braucht man ein paar Anregungen von anderen um irgendwann sagen zu können: "Ja, das ist für mich der Sinn meines Lebens".

Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten!
Lg, Chava

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13. September 2010 um 13:50

Ich bin auf der Suche
Hey,
ich finde, der Sinn des Lebens hat sehr viel mit meiner ES zu tun, weil ich das Gefühl habe, dass ich da erst durch eine Sinnkrise reingerutscht bin.
Wenn ich einen total überzeugenden Sinn hätte, dann bräuchte ich wahrscheinlich mein essgestörtes Verhalten gar nicht mehr, es ist nur irgendwie eine ziemlich unbefriedigende Ersatzbefriedigung, etwas, das mich ruhig stellt und beschäftigt, wenn ich mal wieder merke, dass mir mein Sinn fehlt.
Ich glaube, ein Sinn ist es, zu lernen, zu verstehen, was in der Welt abläuft, sich selber weiterzuentwickeln zu einer reiferen Persönlichkeit, also im Leben soviel wie möglich mit zu nehmen.
Die ES, Depressionen usw. haben insofern auch einen Sinn, dass sie einem eine Hölle zeigen, beibringen, wie schlimm alles sein kann, aber auch, dass sie einem zeigen, etwas stimmt nicht. Sie sind eine Zuflucht, weil etwas im Leben total schiefläuft und man gerade keinen Sinn für sich sieht.
Wenn man also eine ES hat, weiß man, dass man weiter suchen sollte, weiterlernen.
Aber es gibt einem auch sehr viel Sinn, wenn man gebraucht wird, anderen helfen kann, etwas macht, was andere glücklich werden lässt.
Ich habe mich mal sinnvoller gefühlt, wusste, dass ich eine Existenzberechtigung habe, als meine Mutter mal weg war und ich mich um meine Geschwister kümmern konnte.
Auch ein Tier, für das ich wichtig bin, kann sehr viel Sinn geben, und wenn es ein gelehriges Tier ist, kann da noch mehr Sinn zu kommen, nämlich immer mehr mit dem Tier zusammen lernen, ihm immer mehr tolle Sachen beizubringen.
Und dann gibt es noch diese kleinen Glücksmomente, an denen man sich entlanghangeln kann, wenn einem jemand sagt, dass man wichtig ist, wenn man mit dem Fahrrad einen Berg runterrast, wenn man ein schönes Bild malt, wenn man einen Sonnenuntergang beobachtet.
Aber auch, wenn man Erfolg hat, in etwas richtig gut ist, besser als andere, etwas geschafft hat, wo man sich zu überwinden musste und nun stolz sein kann.
Da spielt dann auch wieder der Evolutionsgedanke eine Rolle, der Wunsch, immer besser zu sein.

Also nochmal, was mir Sinn gibt:
*lernen, zu verstehen
*gebraucht werden
*kleine Glücksmomente
*gut sein, besser sein, sich selber überwinden

lg

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13. September 2010 um 22:51

-
Liebe Kathrynmorris,
erst einmal danke für dein Kompliment in der Überschrift.
Deine Antwort ist wirklich schön - und zwar weil sie so klingt, als ob du deinen ganz eigenen Sinn gefunden hast und mit ihm glücklich bist.

Chava

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13. September 2010 um 22:58

-
Liebe Britt,
erst einmal - ist dir aufgefallen, dass du in deiner Antwort sogar sehr offen und viel über deine Probleme und Gefühle gesprochen hast? Und es schien sogar sehr ehrlich zu sein.

Jede Art von künstlerischer Betätigung, auch zeichnen, ist wirklich ein tolles Hobby durch das man sich sehr gut ausdrücken kann. Ich zeichne zwar nicht, aber ich habe immer wieder Phasen, in denen ich Gedichte schreibe oder kurze Klavierstücke komponiere. Und sie gehören ganz allein mir, noch nie hat jemand sie zu hören bekommen. Das finde ich am allertollsten daran.

Chava

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13. September 2010 um 23:01
In Antwort auf zuckerengelchen

Ich bin auf der Suche
Hey,
ich finde, der Sinn des Lebens hat sehr viel mit meiner ES zu tun, weil ich das Gefühl habe, dass ich da erst durch eine Sinnkrise reingerutscht bin.
Wenn ich einen total überzeugenden Sinn hätte, dann bräuchte ich wahrscheinlich mein essgestörtes Verhalten gar nicht mehr, es ist nur irgendwie eine ziemlich unbefriedigende Ersatzbefriedigung, etwas, das mich ruhig stellt und beschäftigt, wenn ich mal wieder merke, dass mir mein Sinn fehlt.
Ich glaube, ein Sinn ist es, zu lernen, zu verstehen, was in der Welt abläuft, sich selber weiterzuentwickeln zu einer reiferen Persönlichkeit, also im Leben soviel wie möglich mit zu nehmen.
Die ES, Depressionen usw. haben insofern auch einen Sinn, dass sie einem eine Hölle zeigen, beibringen, wie schlimm alles sein kann, aber auch, dass sie einem zeigen, etwas stimmt nicht. Sie sind eine Zuflucht, weil etwas im Leben total schiefläuft und man gerade keinen Sinn für sich sieht.
Wenn man also eine ES hat, weiß man, dass man weiter suchen sollte, weiterlernen.
Aber es gibt einem auch sehr viel Sinn, wenn man gebraucht wird, anderen helfen kann, etwas macht, was andere glücklich werden lässt.
Ich habe mich mal sinnvoller gefühlt, wusste, dass ich eine Existenzberechtigung habe, als meine Mutter mal weg war und ich mich um meine Geschwister kümmern konnte.
Auch ein Tier, für das ich wichtig bin, kann sehr viel Sinn geben, und wenn es ein gelehriges Tier ist, kann da noch mehr Sinn zu kommen, nämlich immer mehr mit dem Tier zusammen lernen, ihm immer mehr tolle Sachen beizubringen.
Und dann gibt es noch diese kleinen Glücksmomente, an denen man sich entlanghangeln kann, wenn einem jemand sagt, dass man wichtig ist, wenn man mit dem Fahrrad einen Berg runterrast, wenn man ein schönes Bild malt, wenn man einen Sonnenuntergang beobachtet.
Aber auch, wenn man Erfolg hat, in etwas richtig gut ist, besser als andere, etwas geschafft hat, wo man sich zu überwinden musste und nun stolz sein kann.
Da spielt dann auch wieder der Evolutionsgedanke eine Rolle, der Wunsch, immer besser zu sein.

Also nochmal, was mir Sinn gibt:
*lernen, zu verstehen
*gebraucht werden
*kleine Glücksmomente
*gut sein, besser sein, sich selber überwinden

lg

Aah,
eine These, die sich von meiner gar nicht mal so sehr unterscheidet.
Ich finde es imme sehr interessant, dass viele Menschen genau das Sinn nennen, was für mich die Erfüllung ist. Ein erfülltest Leben ist ein Leben, in dem man Glücksmomente erfährt. Aber ein sinnvolles Leben... Schwierig zu sagen, finde ich!

Chava

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14. September 2010 um 18:38
In Antwort auf zuckerengelchen

Ich bin auf der Suche
Hey,
ich finde, der Sinn des Lebens hat sehr viel mit meiner ES zu tun, weil ich das Gefühl habe, dass ich da erst durch eine Sinnkrise reingerutscht bin.
Wenn ich einen total überzeugenden Sinn hätte, dann bräuchte ich wahrscheinlich mein essgestörtes Verhalten gar nicht mehr, es ist nur irgendwie eine ziemlich unbefriedigende Ersatzbefriedigung, etwas, das mich ruhig stellt und beschäftigt, wenn ich mal wieder merke, dass mir mein Sinn fehlt.
Ich glaube, ein Sinn ist es, zu lernen, zu verstehen, was in der Welt abläuft, sich selber weiterzuentwickeln zu einer reiferen Persönlichkeit, also im Leben soviel wie möglich mit zu nehmen.
Die ES, Depressionen usw. haben insofern auch einen Sinn, dass sie einem eine Hölle zeigen, beibringen, wie schlimm alles sein kann, aber auch, dass sie einem zeigen, etwas stimmt nicht. Sie sind eine Zuflucht, weil etwas im Leben total schiefläuft und man gerade keinen Sinn für sich sieht.
Wenn man also eine ES hat, weiß man, dass man weiter suchen sollte, weiterlernen.
Aber es gibt einem auch sehr viel Sinn, wenn man gebraucht wird, anderen helfen kann, etwas macht, was andere glücklich werden lässt.
Ich habe mich mal sinnvoller gefühlt, wusste, dass ich eine Existenzberechtigung habe, als meine Mutter mal weg war und ich mich um meine Geschwister kümmern konnte.
Auch ein Tier, für das ich wichtig bin, kann sehr viel Sinn geben, und wenn es ein gelehriges Tier ist, kann da noch mehr Sinn zu kommen, nämlich immer mehr mit dem Tier zusammen lernen, ihm immer mehr tolle Sachen beizubringen.
Und dann gibt es noch diese kleinen Glücksmomente, an denen man sich entlanghangeln kann, wenn einem jemand sagt, dass man wichtig ist, wenn man mit dem Fahrrad einen Berg runterrast, wenn man ein schönes Bild malt, wenn man einen Sonnenuntergang beobachtet.
Aber auch, wenn man Erfolg hat, in etwas richtig gut ist, besser als andere, etwas geschafft hat, wo man sich zu überwinden musste und nun stolz sein kann.
Da spielt dann auch wieder der Evolutionsgedanke eine Rolle, der Wunsch, immer besser zu sein.

Also nochmal, was mir Sinn gibt:
*lernen, zu verstehen
*gebraucht werden
*kleine Glücksmomente
*gut sein, besser sein, sich selber überwinden

lg


Also ich hab mir über den Sinn meines Lebens auch schon sehr oft Gedanken gemacht (viel zu oft )
Jedenfalls habe ich mein Leben heute mal nach deinem "Sinn-Prinzip" gesehen. Also mit diesen kleinen Glücksmomenten, die das Leben ausmachen. Ich fand es sehr schön, festzustellen, dass das wohl auch für mich einen Sinn macht

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