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Der Schuss geht irgendwie nach hinten los

19. September 2012 um 21:05

Also ich probiere das jetzt aus mit dem täglichen Wiegen (damit ich meine Gewichtsphobie überwinde), aber es läuft nicht wie gewollt:
Ich stell mich wieder mehrmals am Tag auf die Waage, esse mit Absicht weniger (damit ich ja nicht "zu viel" auf die Waage bringe) und hab plötzlich wieder Angst vor dem Trinken. Die Angst vor dem Trinken hab ich eigentlich nur, wenn ich mich oft (also täglich oder mehrmals am Tag) wiege, weil ich ja dann bei 1 Liter Trinken zunächst 1 Kilo mehr wiege.
Und auch wenn ich weiß, dass das ja keine reelle Zunahme ist, schiebe ich dann immer weng Panik

Das geht mittlerweile so weit, dass ich nur noch ca nen 3/4 Liter am Tag trinke - eindeutig zu wenig.

Meine Frage: Soll ich mich weiterhin täglich wiegen (in der Hoffnung, dass dann meine Gewichtsphobie verschwindet) oder soll ich lieber damit aufhören?

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20. September 2012 um 7:43

Hallo Rainbowsunrise,
du hast eine Normalisierung deines Gewichts erreicht, ohne eine Psychotherapie zu machen, was sicherlich der bessere Weg gewesen wäre. Ich weiß nicht, ob dich heute noch ein Therapeut zur Behandlung annimmt. Du kannst es gern versuchen, ansonsten bleibt dir nur, allein gegen die Gewichtsphobie anzukämpfen, wenn du wieder vollständig gesund werden willst. Das ist ein schwerer Kampf, der viel Kraft und Zeit kostet und selbstverständlich Probleme bereitet.Dabei musst du natürlich ausreichend trinken. Ebenso wie du dich dazu zwingen musst, eine bestimmte Anzahl von Kalorien zu erreichen, musst du eine bestimmte Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Liter, besser 2,0 Liter schaffen. Das kostet tägliche Überwindung. Wenn du es gar nicht schaffst, stell den Versuch, dich täglich oder im Anfang tageweise zu wiegen, zurück, bis dein Freund dir in einigen Monaten helfen kann.Möglich ist allerdings auch, dass der innere Widerstand zu groß ist und auch die Hilfe deines Freundes nicht ausreicht.

LG Nus

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20. September 2012 um 14:30

Liebe Leslie,
selbstverständlich ist sie behandlungsbedürftig. Das wollte ich auf keinen Fall in Frage stellen, zumal sich ja jetzt zeigt, dass die Gewichtsphobie doch recht ausgeprägt ist. Das Problem ist, dass die Therapeuten bis über beide Ohren ausgelastet sind und ein niedriger BMI immer auch das Risiko für erhebliche körperliche Schäden und sogar eine Lebensgefahr beinhaltet. Aber das schließt nicht aus, dass sie notfalls unter Inkaufnahme einer längeren Wartezeit einen Therapieplatz finden würde. Wenn sie es allein nicht schafft, bleibt ihr ja letztlich gar keine andere Möglichkeit.

LG Nus

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20. September 2012 um 15:34

Tagsüber wiegen...
...würde ich gar nicht machen. Da isses ja klar dass man wesentlich mehr wiegt.
Ich wiege mich alle paar Wochen morgens. Und zwar nach meinem ersten Kaffee und einer Zigarette, weil ich danach aufs Klo muss
Die 200g für den Kaffee ziehe ich aber hinterher wieder ab

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20. September 2012 um 18:31

Danke für deine Antwort
Zunehmen muss ich eigentlich nicht mehr (hab nen BMI von 20).

Mir ist schon klar, dass ich mich am besten früh am morgen wiegen soll (eigentlich hab ich das auch immer so gemacht), aber zur Zeit klappt das bei mir wegen der Arbeit nicht so. Ich muss teilweise schon um 6 Uhr auf der Arbeit sein und ich hab halt irgendwie Angst, dass ich mir dann den ganzen Arbeitstag versau, wenn mir die Waage ein "falsches" Ergebnis anzeigt.

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20. September 2012 um 18:40

Bei mir...
... ist halt irgendwie das Problem, dass ich es entweder schaffe, mich eher selten (also einmal die Woche, das ist für meine Verhältnisse schon ziemlich selten) zu wiegen. Oder ich übertreibe es maßlos.

Dass ich mit viel Trinken abnehme (bzw. nicht zunehme) ist mir eigentlich klar, nur sobald meine ES-Gedanken auftauchen, dann hört meine Logik auf.

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20. September 2012 um 19:04
In Antwort auf nus1951

Liebe Leslie,
selbstverständlich ist sie behandlungsbedürftig. Das wollte ich auf keinen Fall in Frage stellen, zumal sich ja jetzt zeigt, dass die Gewichtsphobie doch recht ausgeprägt ist. Das Problem ist, dass die Therapeuten bis über beide Ohren ausgelastet sind und ein niedriger BMI immer auch das Risiko für erhebliche körperliche Schäden und sogar eine Lebensgefahr beinhaltet. Aber das schließt nicht aus, dass sie notfalls unter Inkaufnahme einer längeren Wartezeit einen Therapieplatz finden würde. Wenn sie es allein nicht schafft, bleibt ihr ja letztlich gar keine andere Möglichkeit.

LG Nus


Also irgendwie hab ich jetzt das Gefühl, dass es total falsch war, dass ich meine ES alleine in den -Griff bekommen habe. Aber dass du einwendest, dass mich Therapeuten mit meinem jetzigen Gewicht erst später annehmen werden als akute Fälle, ist mir klar.

Ich habe aber auch ehrlich gesagt gar nicht vor, zu einem Therapeuten zu gehen. Ich habe mich shon mal an einen gewendet und der hat mich gar nicht ernst genommen.

ABER: Wie behandlungsbedürftig bin ich eigentlich? In den meisten Fällen habe ich kaum Leidensdruck (was ja unter anderem eine psychische Krankheit im klinischen Sinne ausmacht).
Ich hab halt irgendwie das Gefühl, dass ich zwar immer noch essgestört bin (zumindest zu einem kleinen Teil), aber dass ich die restlichen ES-Gedanken (die ich halt leider immer noch habe) nicht mehr loswerde...

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20. September 2012 um 20:55

Danke Romy
Das mit dem sich wiegen, wenn man sich "dünn" fühlt, hab ich auch schon überlegt. und so bin ich dann auch irgendwann dazu gekommen, mich nur einmal die Woche zu wiegen.

Du hast geschrieben: "außerdem gilt das tägliche Wiegen ja auch wirklich nur für Leute, die Zunehmen müssen und nicht für Leute, die schon im NG sind".
Da sieht man mal wieder, dass die Meinungen auseinander gehen: Denn Nus hat mir ja jetzt schon mehrmals - trotz meines NGs - dazu geraten, mich täglich zu wiegen.

Aber im Endeffekt kann ich mir ja nur eure Tipps durchlesen und muss dann meinen eigenen Weg gehen.

Deswegen versuche ich jetzt lieber wieder, mich seltener zu wiegen und schauen, was dann passiert.

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21. September 2012 um 8:06
In Antwort auf gayla_11886462


Also irgendwie hab ich jetzt das Gefühl, dass es total falsch war, dass ich meine ES alleine in den -Griff bekommen habe. Aber dass du einwendest, dass mich Therapeuten mit meinem jetzigen Gewicht erst später annehmen werden als akute Fälle, ist mir klar.

Ich habe aber auch ehrlich gesagt gar nicht vor, zu einem Therapeuten zu gehen. Ich habe mich shon mal an einen gewendet und der hat mich gar nicht ernst genommen.

ABER: Wie behandlungsbedürftig bin ich eigentlich? In den meisten Fällen habe ich kaum Leidensdruck (was ja unter anderem eine psychische Krankheit im klinischen Sinne ausmacht).
Ich hab halt irgendwie das Gefühl, dass ich zwar immer noch essgestört bin (zumindest zu einem kleinen Teil), aber dass ich die restlichen ES-Gedanken (die ich halt leider immer noch habe) nicht mehr loswerde...

Hallo Rainbowsunrise,
wenn du weinend auf der Waage stehst oder vor dem Wiegen nicht mehr ausreichend essen und sogar trinken kannst, zeigt das eine noch starke Gewichtsphobie als Teil deiner noch vorhandenen Essstörung. Diese Restsymptomatik birgt eine erhöhte Rückfallgefahr.Es kommt also nicht auf den geringen täglichen Leidensdruck an sondern es geht beim Austherapieren der essstörungsspezifischen Symptome um ein nachhaltiges Überwinden der Krankheit.

LG Nus

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21. September 2012 um 18:20
In Antwort auf nus1951

Hallo Rainbowsunrise,
wenn du weinend auf der Waage stehst oder vor dem Wiegen nicht mehr ausreichend essen und sogar trinken kannst, zeigt das eine noch starke Gewichtsphobie als Teil deiner noch vorhandenen Essstörung. Diese Restsymptomatik birgt eine erhöhte Rückfallgefahr.Es kommt also nicht auf den geringen täglichen Leidensdruck an sondern es geht beim Austherapieren der essstörungsspezifischen Symptome um ein nachhaltiges Überwinden der Krankheit.

LG Nus


Aber ich stehe doch gar nicht weinend auf der Waage. Oft ist mir das Ergebnis sogar total egal.
Ich fühl mich halt einfach mit 57 Kilo wohl und deswegen will ich nicht zunehmen. Deswegen kontrolliere ich halt noch mein Gewicht.

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22. September 2012 um 8:10
In Antwort auf gayla_11886462


Aber ich stehe doch gar nicht weinend auf der Waage. Oft ist mir das Ergebnis sogar total egal.
Ich fühl mich halt einfach mit 57 Kilo wohl und deswegen will ich nicht zunehmen. Deswegen kontrolliere ich halt noch mein Gewicht.

Du hast es selbst geschrieben.
Zitat: "Dennoch habe ich mich heute gewogen: Ich habe ca 1 Kilo zugenommen (was aber für mich schon im Vorraus klar war, da ich meine Tage bekomme und dann immer zunehme). Doch obwohl ich das Ergebnis schon erahnen konnte, sind bei mir erst mal Tränen geflossen. Nach ca 5 Minuten war aber wieder alles in Ordnung."

Wobei es egal ist, ob du auf der Waage weinst oder nach dem Wiegen. Es geht darum, diese Angst abzubauen, die, wie du ja selbst erkennst, völlig irrational ist. Die Angst ist immer da, auch wenn du sie mal nicht spürst, weil du dein Wunschergebnis misst. Es ist dieselbe Angst, die dich verleitet, dich täglich mehrfach zu wiegen oder zu wenig zu essen und zu trinken.Es ist die Gewichtsphobie, die du allerdings schon so weit zurückgedrängt hast, dass du inzwischen im Normalgewicht bist. Aber trotzdem bist du nicht vollständig gesund. Für dich stellt sich jetzt die Frage, ob du versuchen willst, vollständig gesund zu werden, oder ob du so bleiben willst wie du bist.

LG Nus

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22. September 2012 um 12:33
In Antwort auf nus1951

Du hast es selbst geschrieben.
Zitat: "Dennoch habe ich mich heute gewogen: Ich habe ca 1 Kilo zugenommen (was aber für mich schon im Vorraus klar war, da ich meine Tage bekomme und dann immer zunehme). Doch obwohl ich das Ergebnis schon erahnen konnte, sind bei mir erst mal Tränen geflossen. Nach ca 5 Minuten war aber wieder alles in Ordnung."

Wobei es egal ist, ob du auf der Waage weinst oder nach dem Wiegen. Es geht darum, diese Angst abzubauen, die, wie du ja selbst erkennst, völlig irrational ist. Die Angst ist immer da, auch wenn du sie mal nicht spürst, weil du dein Wunschergebnis misst. Es ist dieselbe Angst, die dich verleitet, dich täglich mehrfach zu wiegen oder zu wenig zu essen und zu trinken.Es ist die Gewichtsphobie, die du allerdings schon so weit zurückgedrängt hast, dass du inzwischen im Normalgewicht bist. Aber trotzdem bist du nicht vollständig gesund. Für dich stellt sich jetzt die Frage, ob du versuchen willst, vollständig gesund zu werden, oder ob du so bleiben willst wie du bist.

LG Nus

Fragen über Fragen =)
Dass ich noch nicht vollständig gesund bin, ist mir klar.
Jedoch stellt sich mir die Frage, OB ich überhaupt noch total gesund werden kann: Ich habe schon als Kind kein normales Verhältnis zum Essen gehabt (ich habe Essen als Kompensation benutzt und Massen von Süßigkeiten in mich hineingestopft). Ich kann mich gar nicht an eine Zeit meines Lebens erinnern, in der ich kein gestörtes Verhältnis zu meinem Körper und zum Essen hatte.

Natürlich würde ich gerne ganz gesund werden, aber da stellen sich mir einfach noch seeehr viele Fragen:

1. Ich soll mich einfach jeden Tag auf die Waage stellen, mich mit dem Ergebnis konfrontieren. MUSS ich dann immer mit meinem Freund über das Ergebnis reden oder soll ich das nur machen, wenn ich das Bedürfnis danach habe?

2. Wie lange dauert es, bis ich meine Gewichtsphobie überwunden habe? Also ich weiß, dass man das nie allgemein für jeden sagen kann, aber gibt es da so Grobwerte?

3. Es tut mir Leid, dass ich nochmal nachfragen muss, aber: Woran genau erkenne ich es, ob ich noch eine Gewichtsphobie habe oder nicht?

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22. September 2012 um 15:04

Hallo Rainbowsunrise,
deine Essstörung hat psychische Ursachen, deren Ausmaß niemand kennt und die mit Sicherheit bis heute noch nicht ausreichend behoben wurden. Es ist daher auch schwer, allein aus einer Essstörung herauszufinden. Wenn ich heute ein junges Mädchen an die Hand nehme, kann ich niemals sagen, ob meine Hilfe allein ausreicht oder ob psychotherapeutische oder sogar klinische Hilfe erforderlich wird. Das zeigt sich erst im Laufe der Zeit an den Fortschritten, die wir erzielen oder nicht, und ist im Ergebnis abhängig von der Schwere der psychischen Probleme, die die Essstörung verursacht haben oder noch aufrechterhalten. Eine Selbstheilung kann immer nur ein erster Versuch sein. Die Standardbehandlung einer Essstörung ist stets die Psychotherapie.

Bei dir ist die letztlich tägliche Konfrontation mit dem Wiegen ein Versuch, eine dominierende Angst zu überwinden. Das kann dir gelingen, muss es aber nicht, auch nicht mit Hilfe deines Freundes.Ich würde schon erwarten, dass du nach 1 Monat eine Besserung verspüren solltest. Ob es dir hilft, mit deinem Freund über das Wiegen zu sprechen, wirst du selbst spüren. Sinn eines solchen Gespräches wäre es, Anspannungen abzubauen. Es darf dich auf keinen Fall zusätzlich belasten.Es muss auch gewährleistet sein, dass du weiterhin ausreichend isst und trinkst.

Insgesamt ist der Kampf gegen die Gewichtsphobie immer ein monatelanger Prozess, wobei sich nach und nach Besserungen zeigen. Wenn du mal beim Ergebnis 58,x KG keine Panik mehr empfindest und auch tagsüber nicht mehr an das Ergebnis denkst, weil es für dich unwichtig geworden ist, dann sieht es wirklich gut aus. Hinzukommen muss natürlich noch, dass du dann auch deinen Anblick im Spiegel gut ertragen kannst.

LG Nus

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