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Der Anfang eurer Magersucht?

7. Februar 2011 um 16:42

Hallo an alle,

ich lese schon seit einiger Zeit aufmerksam eure Gedanke/Gefühle, welche eure Esstörung betreffen mit. Ich studiere Psychologie und möchte mich später u.a. auch auf den Bereich Esssörungen spezialisieren. Ich interessiere mich jetzt schon sehr dafür und finde es toll, wie ihr euch hier teilweise öffnen könnt, wobei dies ja meist das Schwierige der Krankheit ist. Also erstmal ein großes Kompliment an euch, ihr seid alle sehr starke Mädchen/Frauen hier
Im Moment recherchiere ich über den Anfang/Ausbruch der Magersucht, was das "diäten" betrifft. Ich habe schon sehr viel über den psychischen Bereich recherchieren und nachlesen können, was den Hintergrund bzw. die Ursache einer auftretenden Magersucht betrifft. Allerdings habe ich noch nicht viel zu dem Thema der sozusagene "Anfang der Diät" gefunden, d.h. ich würde gerne erfahren wie ihr angefangen seid zu "diäten", habt ihr euche eine Kaloriengrenze gesetzt und dabei Sport gemacht (wenn ja welche und wieviel Sport) oder habt ihr das essen einfach drastisch und sofort herabgesetzt auf bspw. 1 Apfel am Tag oder habt ihr nach und nach immer weniger gegessen?
Und wie war das Verhältnis zum Sport, wie lang habt ihr Sport betrieben und welchen?
Wie war eure Abnahme im Verhältnis zu eurer "Diät"?

Ich würd mich über eure Erfahrungsberichte sehr freuen und wünsche euch weiterhin alles Gute und ganz viel Erfolg-ihr schafft das

Ganz liebe Grüße Linda

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7. Februar 2011 um 18:03

Hey
Bei mir fing es so an:

Ich war nie wirklich dick oder so, ich war sogar eigentlich im "Idealgewicht" 1,76m und 68kg.
Jedoch als ich diese Zahl auf der Waage vorfand, beschloss ich, dass ich was ändern muss, da ich sonst immer bei 62-63kg stand und mich damit immer sehr wohl fühlte.
Außerdem wurde mir von Freunden auch immer gesagt, dass sie abnehmen wollen und ob wir das nicht zusammen machen wollen. Ich hatte schon immer Tendenzen dazu, aber nie so extrem durchgezogen, wie vor anderthalb Jahren.
Ich kam da grad aus der Tagesklinik, wo ich drei Monate verbracht hatte (wegen Borderline). Meine Eltern verstanden mich nicht, denn es gibt für sie keine psychischen Krankheiten. Ich war traurig, fand kein Halt von ihnen, nein sie haben den Kontakt sogar soweit abgebrochen. Ich wollten ihnen zeigen wie schlecht es mir ging und so, neben dem Gefühl vom Körper her, brachte es mich dazu abzunehmen.
Anfangs verlor ich sehr schnell Gewicht. In sechs Wochen 10kg. Ich aß mit der Zeit immer weniger, nahm dann irgendwann Abführmittel, Entwässerungstabletten und aß irgendwann selbst Watte. Ich machte auch viel Sport (3mal wöchentlich und nahm meist nicht mehr zu mir als 500-800kcal, zum Schluss dann nur noch 50-100kcal).
Zu dieser Zeit war ich in therapeutischer Behandlung und neben dieser drängte mein Freund mich auch wieder zum Essen, so das ich wieder 2/3kg zunahm.
Jedoch wiederholte sich der Zirkel immer wieder, und ich nahm vom neuen ab und wieder zu...
Zur Zeit sieht es bei mir so aus, dass ich noch schlechter esse und ich alle zwei Tage gar nichts mehr an kcal zu mir nehme. Meine kcal Aufnahme beträgt an den Tagen, an denen ich esse um die 100-300kcal.
Phasenweise konnte ich mich immer wieder etwas herausretten, jedoch hielten die Phasen nie länger als 2Wochen an und ich falle jedes mal wieder zurück in die Spirale auch wenn ich das Wissen habe, wie ich rauskommen könnte.
Nur mein Körper und Geist sind zwei Personen, sozusagen. Voneinander abgespalten

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7. Februar 2011 um 19:14

Könnte länger und evt triggernd werden
Ich hatte vorher schon eine latente essstörung (immer wieder fressphasen die sich abwechselten mit diätphasen)
hatte aber schon jahrelang den plan 10kg abzunehmen und auf 48/49kg zu kommen.
Mein gedanke dabei war das ich ja dann auch wieder mehr essen könnte ohne das ich sofort dick bin.
Es war winter und ich war ziemlich angespannt weil im januar meine ausbildung begann. ich nahm mir vor bis dahin dünn zu sein.
Hab aber gegessen ohne ende.
ich aß in der mittagspause heimlich 5 cheesburger, oder 2 tafeln schokolade.
irgendwann sagte eine freundin im cafe ich hätte ein doppelkinn bekommen.
da beschloss ich bis zu meinem geburtstag in 40tagen 10 kg abzunehmen. Ich nahm mir vor nur noch obst und gemüse zu essen und zusätzlich hielt ich mich an eine grenze von 1000kcal.
ich hab ganz deutlich gemerkt, das es diesmal anders werden würde, das ich diesmal mein ziel erreichen würde, ohne ausrutscher.
ich führte buch, in dem der countdown runter lief.
nach 2 wochen baute ich wieder mageres eiweiß ein (hähnchenbrust, mozzarella, eiweiß vom ei etc.. aß natürlich nur lightprodukte)
iwann ließ ich das öl aus dem salat weg. ich wurde immer zwanghafter, hatte bestimmte reihenfolgen einzuhalten beim essen und trank vor jeder mahlzeit 2 liter tee.
dann kaufte ich mir ein fahrrad und machte kleine rad touren. ich fur 5 km zu einem laden und kaufte mir eine waage. ich hatte 4kg verloren. an meinem geburtstag stieg ich auf die waage, ich hatte 52kg! <zuviel natürlich ich wollte doch die 48..
meine beste freundin hatte 2 wochen nach mir geburtstag und ich beschloss bis dahin die 48 zu erreichen.
der speiseplan wurde halbiert, ich aß also nur noch 500kcal und fuhr jeden tag 10km mit dem rad, zusätzlich machte ich meine zwangsgymnastik jeden abend.
am geburtstag der freundin hatte ich 47,xx kg ich war stolz, hatte nun endlich mein ziel erreicht.
ich trank an diesem abend viel zu viel alkohol und dann verlor ich die kontrolle, aß das ganze buffet lehr, ging nachhause, da ich wusste das das essen sicher nicht drin bleiben würde, aß ich zu hause noch mehr und erbrach mich.
am nächsten morgen stieg ich auf die waage
49,xx
maßband sagte keine zunahme aber ich hatte solche angst.
ich beschloss das ich einen puffer brauche, also vorsorglich abzunehmen damit ich falls ich zunehme nicht über die magische 48kg komme.
zudem konnte ich ja nicht einfach mehr essen, wegen dem JOJOeffekt. also steigerte ich wöchentlich um 50kcal sprich 550, 600, 650 kcal
ich wurde richtig verrückt, zwanghaft, gestört, BESESSEN
ich hatte angst vor mir selbst, denn es machte mir spaß immer weiter die grenzen auszudehnen egal wie ich mich dabei fühle. ich war getrieben von mir selbst.
ich beschloss zu einer beratungstelle zu gehen, die mir schon früher einmal sehr geholfen hat (anorektische "phase" mit 12/13)
ich musste dort auf die waage stiegen und dachte noch "die werden mich ja auslachen, kommt die fette her und meint sie ist magersüchtig"
ich dachte ich hätte mittlerweile bestimmt über 50kg. ich aß ja so extrem viel, war so faul und überhaupt man SIEHT es doch.
ich wog mit 2 flaschen wasser intus knapp 43kg
Klinik.
Thera Abbruch.
Bulimie.
Zunahme.
Magersucht.
Bulimie.
Zunahme.
Ambulante Therapie.
1Glückliches jahr ohne rückfälle.
und heute sitz ich immer noch hier, und denke "wenn ich nur dünn wär.."
dabei gings mir nie SO beschissen wie in dieser zeit.
das essen ist das eine, aber wie man sich selbst teilweise psychisch und körperlich misshandelt das ist richtig richtig traurig!
und dann wundern über selbsthass? eine person die so zu mir gewesen wäre, wie soll ich die denn leiden können?!
man muss sich verzeihen und das ist nicht leicht.

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7. Februar 2011 um 20:37

Wollte was verändern.
Erstmal wünsche ich dir viel Erfolg bei deinem Studium!

Bei mir war es so, dass ich schon seit Jahren unzufrieden mit meinem Gewicht war (53,5 auf 1,58) und abnehmen wollte, es aber nicht mal einen Tag durchgehalten habe. Dann ist meine Mutter psychotisch geworden, Eltern getrennt und ich depressiv und selbstverletzend. Als ich da mit Hilfe von Therapie eigentlich schon raus war und gemerkt habe, dass es mir nciht mehr krankhaft schlecht geht, aber ich trotzdem noch todunglücklich war. Beschloss ich ab jetzt wird alles anders und ich habe mich gefreut auf die Hungertage und gefreut, weil alles so leicht ging. Von heute auf morgen habe ich nur noch bis zu 600 kcal in Form von Obst und Gemüse gegessen. 2 Monate lang habe ich mich so gut gefühlt wie noch nie. Stark und selbstbewusst. Bis dann der Heißhunger kam und ich mich fragte wozu ich mir das Hungern antue. Ich habe versucht normal zu essen, aber noch zu große Angst vor der Zunahme gehabt. Dann war mir irgendwann alles egal und habe innerhalb eines oder zwei monaten auf 59 Kilo zugenommen. Dann wieder ab und wieder zu, bis ich in eine Klinik kam und mir jetzt fast alles erlaube, aber immer noch nach einem Plan esse. Sport habe ich nie ekzessiv betrieben.

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