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Demenz - wie äußert sie sich, wie geht man damit um?

Letzte Nachricht: 5. Mai 2022 um 11:49
D
dickunddoof
15.11.21 um 18:52

Hallo ihr lieben,

kennt sich jemand von euch mit Demenz aus? Wie beginnt sie, wie äußert sie sich?
Und vor allem, wie geht man als Angehöriger damit um?

Ich bin gerade etwas ratlos.
Ich komme mit meinem Vater nicht mehr zurecht, weil ... naja, er wird von Tag zu Tag komischer.
Er verhält sich irrational, macht Dinge, die - tja, wie soll ich sagen ... einfach nur bescheuert sind.

Ein paar Beispiel:
er kam eben vom Einkaufen. Ich hatte ihn gebeten, drei Dinge von einem Discounter mitzubringen, weil er zu einem Geschäft neben dem Discounter wollte. Er kam zurück, mit dem ganzen Auto voll. Hat einen Monatseinkauf gemacht.
Wäre ja grundsätzlich nicht schlimm, aber: der Discounter hat ab Donnerstag wegen einer Neueröffnung eine Sonderrabattaktion. Alles, was er jetzt anschleppte, wäre billiger zu haben gewesen.
Das hatte ich ihm gegenüber mehrfach erwähnt, hatte mehrfach ausdrücklich gesagt, dass er bitte wirklich nur die bestimmtem drei Dinge kaufen solle.
Warum er jetzt für mehrere hundert Euro eingekauft hat, wollte er nicht sagen. Sondern war eingeschnappt und beleidigt, als ich fragte.

Er reagiert generell über, wenn man nicht seiner Ansicht ist.
Sein Vokabular bzw. seine "Einteilung" anderer Menschen erfolgt im Wesentlichen nur noch in zwei Hauptkategorien: @rschlöcher und Klugscheißer.
Er sitzt vor dem Fernseher und "beschimpft" die Moderatoren/Nachrichtensprecher auf dem Bildschirm.
Er steht am Fenster hinter der Gardine und schimpft über die Nachbarn.
Er telefoniert mit seinem Bruder, fühlt sich beleidigt und knallt den Hörer auf. Und wartet, bis sein Bruder sich Wochen später dann wieder meldet.

Er bringt Dinge durcheinander, vergißt Sachen, und beschuldigt anschließend immer mich:
- ich hätte etwas anderes gesagt, nicht er würde irren, sondern ich wüßte nicht mehr was ich sage oder tue.
- ich würde Dinge wegnehmen, verstecken, woanders hinlegen, um ihn als verrückt hinzustellen (letzte Woche habe ich angeblich seine Zeitung aus seinem Briefkasten genommen und Tage später heimlich wieder zurückgesteckt, um ihn zu verwirren; ich habe nicht mal einen Schlüssel zu seinem Postfach)

Er ist noch immer ungeimpft, möchte sich auch nicht impfen lassen; warum, will er aber auch nicht sagen.
Ich bin geimpft, zähle aber infolge einiger Vorerkrankungen zur Risikogruppe, und bin gesundheitlich Zur Zeit alles andere als gut beieinander. Die Inzidenz bei uns im Landkreis liegt bei über 900. Super Sache also, das Ganze.
Zumal eine Impfung für ihn sinnvoll wäre, er ist über 70, Herzkrank, hat mit dem Blutdruck zu tun. Und auch weitere Baustellen. Geht aber auch wegen dieser weiteren Beschwerden nicht zum Arzt.

Momentan geraten wir wirklich alle zwei, drei Tage wenigstens aneinander.
Und ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.
Klar, nicht widersprechen, damit sich die Situation nicht hochschaukelt.
Aber dann fühlt er sich durch meine Nichtreaktion angegriffen, dann ist es meine "abweisende" Geste und  schließlich meine Mimik.

Ich habe die Befürchtung, dass mein Vater dabei ist, dement zu werden.
Und ich komme langsam an meine Grenzen, psychisch, aber auch körperlich. Wie gesagt, es geht mir gesundheitlich gerade auch alles andere als glänzend.

Hat irgendjemand Erfahrungen mit dem Thema? Irgendeinen Tipp, Vorschläge, was ich machen kann, wie ich mich am besten verhalte?
Ich bin für jeden Rat dankbar.

LG

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S
suzu_20114093
15.11.21 um 21:43
In Antwort auf dickunddoof

Hallo ihr lieben,

kennt sich jemand von euch mit Demenz aus? Wie beginnt sie, wie äußert sie sich?
Und vor allem, wie geht man als Angehöriger damit um?

Ich bin gerade etwas ratlos.
Ich komme mit meinem Vater nicht mehr zurecht, weil ... naja, er wird von Tag zu Tag komischer.
Er verhält sich irrational, macht Dinge, die - tja, wie soll ich sagen ... einfach nur bescheuert sind.

Ein paar Beispiel:
er kam eben vom Einkaufen. Ich hatte ihn gebeten, drei Dinge von einem Discounter mitzubringen, weil er zu einem Geschäft neben dem Discounter wollte. Er kam zurück, mit dem ganzen Auto voll. Hat einen Monatseinkauf gemacht.
Wäre ja grundsätzlich nicht schlimm, aber: der Discounter hat ab Donnerstag wegen einer Neueröffnung eine Sonderrabattaktion. Alles, was er jetzt anschleppte, wäre billiger zu haben gewesen.
Das hatte ich ihm gegenüber mehrfach erwähnt, hatte mehrfach ausdrücklich gesagt, dass er bitte wirklich nur die bestimmtem drei Dinge kaufen solle.
Warum er jetzt für mehrere hundert Euro eingekauft hat, wollte er nicht sagen. Sondern war eingeschnappt und beleidigt, als ich fragte.

Er reagiert generell über, wenn man nicht seiner Ansicht ist.
Sein Vokabular bzw. seine "Einteilung" anderer Menschen erfolgt im Wesentlichen nur noch in zwei Hauptkategorien: @rschlöcher und Klugscheißer.
Er sitzt vor dem Fernseher und "beschimpft" die Moderatoren/Nachrichtensprecher auf dem Bildschirm.
Er steht am Fenster hinter der Gardine und schimpft über die Nachbarn.
Er telefoniert mit seinem Bruder, fühlt sich beleidigt und knallt den Hörer auf. Und wartet, bis sein Bruder sich Wochen später dann wieder meldet.

Er bringt Dinge durcheinander, vergißt Sachen, und beschuldigt anschließend immer mich:
- ich hätte etwas anderes gesagt, nicht er würde irren, sondern ich wüßte nicht mehr was ich sage oder tue.
- ich würde Dinge wegnehmen, verstecken, woanders hinlegen, um ihn als verrückt hinzustellen (letzte Woche habe ich angeblich seine Zeitung aus seinem Briefkasten genommen und Tage später heimlich wieder zurückgesteckt, um ihn zu verwirren; ich habe nicht mal einen Schlüssel zu seinem Postfach)

Er ist noch immer ungeimpft, möchte sich auch nicht impfen lassen; warum, will er aber auch nicht sagen.
Ich bin geimpft, zähle aber infolge einiger Vorerkrankungen zur Risikogruppe, und bin gesundheitlich Zur Zeit alles andere als gut beieinander. Die Inzidenz bei uns im Landkreis liegt bei über 900. Super Sache also, das Ganze.
Zumal eine Impfung für ihn sinnvoll wäre, er ist über 70, Herzkrank, hat mit dem Blutdruck zu tun. Und auch weitere Baustellen. Geht aber auch wegen dieser weiteren Beschwerden nicht zum Arzt.

Momentan geraten wir wirklich alle zwei, drei Tage wenigstens aneinander.
Und ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.
Klar, nicht widersprechen, damit sich die Situation nicht hochschaukelt.
Aber dann fühlt er sich durch meine Nichtreaktion angegriffen, dann ist es meine "abweisende" Geste und  schließlich meine Mimik.

Ich habe die Befürchtung, dass mein Vater dabei ist, dement zu werden.
Und ich komme langsam an meine Grenzen, psychisch, aber auch körperlich. Wie gesagt, es geht mir gesundheitlich gerade auch alles andere als glänzend.

Hat irgendjemand Erfahrungen mit dem Thema? Irgendeinen Tipp, Vorschläge, was ich machen kann, wie ich mich am besten verhalte?
Ich bin für jeden Rat dankbar.

LG

Hi.

Als jemand der arbeitsbedingt mit solchen Personen doch einigen Umgang  hat rate ich Dir;
Schaue mal nach einer Seite Deines Wohnortes/Landkreisen, Beratungsstellen Demenz *( entsprechenden Wohnort einfügen), der Hausarzt Deines Vaters, Dein Hausarzt. 
Oder rufe mal die Krankenkasse an, die können Dir bestimmt auch Stellen benennen, Adressen/Telefonnummern, eventuell eine Broschüre schicken.
Gibt auch Beratung/Hilfen für Angehörige, zum Thema Umgang, Tagespflege, was man alles beantragen kann usw. .

Wichtig ist leider nur, Dein Vater muss da trotzdem gewillt sein zum, zumindest erstmal Hausarzt zu gehen. (Wäre Dieser vielleicht bereit, einen Hausbesuch zu machen?)
Dieser kann Ihn dann zum Facharzt verweisen.
Schließlich müssen auch erst noch andere Dinge/Erkrankungen ausgeschlossen werden!
Und entsprechend denn, wenn es so sein sollte, einen Pflegegrad bestimmen (sehr wichtig).

Hast Du oder er eventuell Familienmitglieder/Freunde/Bekannte die Dir helfen könnten? 

Wichtig ist vorallem, das Du Dich nicht vergisst!
Darum, suche Dir Hilfe zum Helfen.

Wünsche Dir/Euch alles Gute. 

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D
dickunddoof
16.11.21 um 18:01
In Antwort auf suzu_20114093

Hi.

Als jemand der arbeitsbedingt mit solchen Personen doch einigen Umgang  hat rate ich Dir;
Schaue mal nach einer Seite Deines Wohnortes/Landkreisen, Beratungsstellen Demenz *( entsprechenden Wohnort einfügen), der Hausarzt Deines Vaters, Dein Hausarzt. 
Oder rufe mal die Krankenkasse an, die können Dir bestimmt auch Stellen benennen, Adressen/Telefonnummern, eventuell eine Broschüre schicken.
Gibt auch Beratung/Hilfen für Angehörige, zum Thema Umgang, Tagespflege, was man alles beantragen kann usw. .

Wichtig ist leider nur, Dein Vater muss da trotzdem gewillt sein zum, zumindest erstmal Hausarzt zu gehen. (Wäre Dieser vielleicht bereit, einen Hausbesuch zu machen?)
Dieser kann Ihn dann zum Facharzt verweisen.
Schließlich müssen auch erst noch andere Dinge/Erkrankungen ausgeschlossen werden!
Und entsprechend denn, wenn es so sein sollte, einen Pflegegrad bestimmen (sehr wichtig).

Hast Du oder er eventuell Familienmitglieder/Freunde/Bekannte die Dir helfen könnten? 

Wichtig ist vorallem, das Du Dich nicht vergisst!
Darum, suche Dir Hilfe zum Helfen.

Wünsche Dir/Euch alles Gute. 

Closer,
ich danke dir sehr für deine Antwort.
Irgendwie habe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen, der Tipp, einfach mal im Internet zu schauen, ob ich hier vor Ort Hilfsgruppen und Ansprechpartner finde, ist wirklich toll. Ich habe gleich nachgesehen und bin auch bereits fündig geworden. Allein zu wissen, wo ich hier im Notfall Hilfe finden kann, ist schon sehr beruhigend.

Leider glaube ich nicht, dass mein Vater bereit ist, sich helfen zu lassen. Und wenn er wüßte, dass ich mich gerade zum Thema informiere, würde er vermutlich ausrasten.

Sein Hausarzt ist leider nicht sonderlich zugänglich.
Mein Vater war seit Jahren bei keiner Untersuchung, holt sich aber seit Jahren Folgerezepte für seine Herz- und Blutdruckmedikamente. Ich habe die Praxis diesbezüglich schon mal kontaktiert, weil ich es eigentlich unverantwortlich finde über Jahre hinweg Rezpte auszustellen, ohne die Diagnose für die Medikation immer mal zu überprüfen. Mit meinen Bedenken bin ich allerdings komplett abgeblitzt. Man hat sich dumm gestellt und bloß erklärt, man könne mir keine Informationen zum Arzt-Patienten-Verhältnis geben, da ich nicht als empfangsberechtigte Person in der Patientenakte stünde. Meinen Einwand, dass es mir ja nicht um Infos ginge, sondern ich mir Gedanken mache, auch über mögliche haftungsrechtliche Aspekte des Arzt-/Praxis-Verhaltens, überging man und erklärte nur immer wieder man dürfe mir keine Infos geben. 

Familienangehörige, die helfen könnten, gibt es leider nicht. Schon gar nicht in der Nähe.
Sein Bruder, mein Onkel, weiß selbst nicht weiter; er klagt immer, dass Vati so aufbrausend geworden sein, so schnell böse reagiere. Er hat aber keine Idee, was man machen könnte.

Wie gesagt, ich bin sehr froh über deinen Tipp mal im Internet zu schauen.
Herzlichen Dank dafür.
LG

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S
suzu_20114093
16.11.21 um 21:53
In Antwort auf dickunddoof

Closer,
ich danke dir sehr für deine Antwort.
Irgendwie habe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen, der Tipp, einfach mal im Internet zu schauen, ob ich hier vor Ort Hilfsgruppen und Ansprechpartner finde, ist wirklich toll. Ich habe gleich nachgesehen und bin auch bereits fündig geworden. Allein zu wissen, wo ich hier im Notfall Hilfe finden kann, ist schon sehr beruhigend.

Leider glaube ich nicht, dass mein Vater bereit ist, sich helfen zu lassen. Und wenn er wüßte, dass ich mich gerade zum Thema informiere, würde er vermutlich ausrasten.

Sein Hausarzt ist leider nicht sonderlich zugänglich.
Mein Vater war seit Jahren bei keiner Untersuchung, holt sich aber seit Jahren Folgerezepte für seine Herz- und Blutdruckmedikamente. Ich habe die Praxis diesbezüglich schon mal kontaktiert, weil ich es eigentlich unverantwortlich finde über Jahre hinweg Rezpte auszustellen, ohne die Diagnose für die Medikation immer mal zu überprüfen. Mit meinen Bedenken bin ich allerdings komplett abgeblitzt. Man hat sich dumm gestellt und bloß erklärt, man könne mir keine Informationen zum Arzt-Patienten-Verhältnis geben, da ich nicht als empfangsberechtigte Person in der Patientenakte stünde. Meinen Einwand, dass es mir ja nicht um Infos ginge, sondern ich mir Gedanken mache, auch über mögliche haftungsrechtliche Aspekte des Arzt-/Praxis-Verhaltens, überging man und erklärte nur immer wieder man dürfe mir keine Infos geben. 

Familienangehörige, die helfen könnten, gibt es leider nicht. Schon gar nicht in der Nähe.
Sein Bruder, mein Onkel, weiß selbst nicht weiter; er klagt immer, dass Vati so aufbrausend geworden sein, so schnell böse reagiere. Er hat aber keine Idee, was man machen könnte.

Wie gesagt, ich bin sehr froh über deinen Tipp mal im Internet zu schauen.
Herzlichen Dank dafür.
LG

Klar, dafür ist es ja hier.
Und da Du anscheinend Momentan viel im Kopf hast...da übersieht man schnell mal naheliegendes.

Ich würde sagen, nicht nur im Notfall!

Bitte doch einfach mal um Beratung zu Deinem Vater. Und schildere Deine Eindrücken, seiner Dir doch anscheinenden Wesensveränderung.
Du hast doch nichts zu verlieren.

Grade da Du sonst keine wirkliche Hilfe von Familie oder Hausarzt bekommst. 

Ja, das mit dem Arzt von Deinem Vater...Einerseits kann ich es schon leicht verstehen, da könnte ja jeder herkommen und meinen er wäre der oder der (oft sind es aber auch die Helferinnen, die abblocken). 
Aber ein Unding, und das war familär bei uns auch Thema, das mit den Medikamenten (meist sind es eh zu viele) und dies nicht ärztlich mal oder regelmäßig begutachtet wurde, nach Nutzen vs. keinem Gefallen für den Körper. 
Leider muss da wirklich der Patient immer noch gewillt sein nach zu haken. 

Auf alle Fälle, wünsche ich Dir viel Kraft und das Du/Ihr Gewissheit,vernünftige Hilfe und Einsicht bekommt. 🙃

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saskia81007hh
saskia81007hh
16.11.21 um 23:28
In Antwort auf dickunddoof

Closer,
ich danke dir sehr für deine Antwort.
Irgendwie habe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen, der Tipp, einfach mal im Internet zu schauen, ob ich hier vor Ort Hilfsgruppen und Ansprechpartner finde, ist wirklich toll. Ich habe gleich nachgesehen und bin auch bereits fündig geworden. Allein zu wissen, wo ich hier im Notfall Hilfe finden kann, ist schon sehr beruhigend.

Leider glaube ich nicht, dass mein Vater bereit ist, sich helfen zu lassen. Und wenn er wüßte, dass ich mich gerade zum Thema informiere, würde er vermutlich ausrasten.

Sein Hausarzt ist leider nicht sonderlich zugänglich.
Mein Vater war seit Jahren bei keiner Untersuchung, holt sich aber seit Jahren Folgerezepte für seine Herz- und Blutdruckmedikamente. Ich habe die Praxis diesbezüglich schon mal kontaktiert, weil ich es eigentlich unverantwortlich finde über Jahre hinweg Rezpte auszustellen, ohne die Diagnose für die Medikation immer mal zu überprüfen. Mit meinen Bedenken bin ich allerdings komplett abgeblitzt. Man hat sich dumm gestellt und bloß erklärt, man könne mir keine Informationen zum Arzt-Patienten-Verhältnis geben, da ich nicht als empfangsberechtigte Person in der Patientenakte stünde. Meinen Einwand, dass es mir ja nicht um Infos ginge, sondern ich mir Gedanken mache, auch über mögliche haftungsrechtliche Aspekte des Arzt-/Praxis-Verhaltens, überging man und erklärte nur immer wieder man dürfe mir keine Infos geben. 

Familienangehörige, die helfen könnten, gibt es leider nicht. Schon gar nicht in der Nähe.
Sein Bruder, mein Onkel, weiß selbst nicht weiter; er klagt immer, dass Vati so aufbrausend geworden sein, so schnell böse reagiere. Er hat aber keine Idee, was man machen könnte.

Wie gesagt, ich bin sehr froh über deinen Tipp mal im Internet zu schauen.
Herzlichen Dank dafür.
LG

Wegen der Medikamentenverschreibung durch den Arzt, ohne dass er Deinen Vater näher untersucht:

Wende Dich bitte an die Krankenkasse Deines Vaters und schildere dort den Fall. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die solche Machenschaften des Arztes unterstützen. Die Krankenkassen haben (eigentlich)n auch ein Interesse daran, dass den Patienten nur solche Medikamente verschrieben werden, die der Arzt durch eine Untersuchung seiner Patienten für richtig hält.
Versuche Dein Glück....

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E
esmeralda1701
27.11.21 um 21:03


Liebe dickunddoof, dein Thema hier ist mir nicht fremd, viel mehr,  eine Herzensangelegenheit! 
Mein Vater hatte eine Demenzerkrankung unbekannter Urache, da er eine Untersuchung nicht zuliess! Ich arbeitete jahrelang in einem Pfegeheim mit vielen Menschen mit einer Demenzerkrankung!
Es gibt so viele Ursachen für diese Krankheit! Alzheimer, arterielle Störungen, Vit. B. 12 Mangel usw.! 
Wie ich das aus der Ferne sehe, hast du auch keine Möglichkeit deinen Vater zu einer Abklärung zu bewegen!
Aber meines Vaters Schicksal war traurig! Auch weil meine Mutter nicht damit umgehen konnte!
Jedenfalls machte ich sehr viele Weiterbildungen zu dem Thema!
Ich würde dir die Bücher empfehlen zu lesen! Tom Kitwood: personzentrierter Ansatz in der Demenzpflege! Validation für Angehörige, Vicky de Klerk Rubin! Oder schau auf youtube! Validation Naomi Feil! Sehr eindrücklich! ich denke, dass das dir viel helfen kann mit deinem Vater in Kontakt zu bleiben und dass es dir besser geht! Alles Gute dir!

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D
dickunddoof
20.12.21 um 13:01
In Antwort auf esmeralda1701


Liebe dickunddoof, dein Thema hier ist mir nicht fremd, viel mehr,  eine Herzensangelegenheit! 
Mein Vater hatte eine Demenzerkrankung unbekannter Urache, da er eine Untersuchung nicht zuliess! Ich arbeitete jahrelang in einem Pfegeheim mit vielen Menschen mit einer Demenzerkrankung!
Es gibt so viele Ursachen für diese Krankheit! Alzheimer, arterielle Störungen, Vit. B. 12 Mangel usw.! 
Wie ich das aus der Ferne sehe, hast du auch keine Möglichkeit deinen Vater zu einer Abklärung zu bewegen!
Aber meines Vaters Schicksal war traurig! Auch weil meine Mutter nicht damit umgehen konnte!
Jedenfalls machte ich sehr viele Weiterbildungen zu dem Thema!
Ich würde dir die Bücher empfehlen zu lesen! Tom Kitwood: personzentrierter Ansatz in der Demenzpflege! Validation für Angehörige, Vicky de Klerk Rubin! Oder schau auf youtube! Validation Naomi Feil! Sehr eindrücklich! ich denke, dass das dir viel helfen kann mit deinem Vater in Kontakt zu bleiben und dass es dir besser geht! Alles Gute dir!

Hallo Esmeralda,

ich hatte dir bisher noch gar nicht für deine Antwort und vor allem die Buchempfehlungen gedankt.
In den letzten Wochen habe ich mich etwas mit den Ansätzen von Kitwood und de Klerk-Rubin beschäftigt. Insbesondere Kitwood finde ich sehr interessant und auch hilfreich, um bestimmte Dinge etwas besser zu verstehen.

Trotzdem läuft es alles andere als rund. Weil ich oftmals tatsächlich nicht weiß, wie ich mich am besten verhalte.
Vati ist ja bisher noch nicht wirklich dement, sondern eher sehr "vergesslich" Und zeigt merkwürdiges Verhalten, wird schnell aggressiv.

Vorhin gab es bspw. wieder riesigen Krach.
Wir hatten am Wochenende Holz geholt, ein ganzes Auto voll. Unser Grundstück hat Hanglage, Haus steht oben. Das Brennholz muss 25 Stufen und etliche weitere Meter hochgeschleppt werden. Ich hatte nur gesagt, ich fange mal mit ausladen und hochtragen an, und nur angeboten, dass er sich schonen könne - er hat arge Probleme mit seinen Beinen, Hüften, Bandscheiben. So arg, dass er teilweise über Tage nicht laufen kann und beständig über Schmerzen klagt.
Er kam natürlich dazu, wollte mir dann noch jedes Stück Holz die Stufen hinauftragen, und als ich nur nochmal fragte, ob er sich nicht schonen wolle und auch sagte, dass ich "mein" Holz alleine tragen könne, flippte er aus, schmiss das Holz durch die Gegend, schrie mich an, verbot mir den Mund...

Ich hatte ihm nichts vorgeschrieben, wollte nur helfen bzw. meinen Teil der Arbeit erledigen, und machte mir auch Sorgen, weil ich doch weiß, wie das endet - nämlich dass er sich die nächsten Tage vor Schmerzen kaum wird bewegen können.

Und er rastet komplett aus.

Was hätte ich hier besser machen können?
Akzeptieren, dass er eben stur handelt? Mir noch vom ihm Dinge vorschreiben lassen (er trägt mir mein Holz die Stufen rauf, weil ich dazu zu unfähig und zu blöde bin?) Und akzeptieren, dass er die nächsten Tage dann gar nicht kann und mir alle paar Minuten erzählt, wie schlecht es ihm doch geht?
Und vor allem - mir dann bei nächster Gelegenheit vorhalten lassen - das passiert nämlich auch ständig - dass er hier alles machen muss und er keine Unterstützung erhält, womit er nicht nur mich, sondern auch meinen Bruder, meinen Onkel, meine Tante meint?
Muss ich denn alles schlucken, nur weil er altersbedingt "komisch" wird?
Das kann doch auch nicht die Lösung sein.

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H
harper_25120979
20.12.21 um 16:10
In Antwort auf dickunddoof

Hallo Esmeralda,

ich hatte dir bisher noch gar nicht für deine Antwort und vor allem die Buchempfehlungen gedankt.
In den letzten Wochen habe ich mich etwas mit den Ansätzen von Kitwood und de Klerk-Rubin beschäftigt. Insbesondere Kitwood finde ich sehr interessant und auch hilfreich, um bestimmte Dinge etwas besser zu verstehen.

Trotzdem läuft es alles andere als rund. Weil ich oftmals tatsächlich nicht weiß, wie ich mich am besten verhalte.
Vati ist ja bisher noch nicht wirklich dement, sondern eher sehr "vergesslich" Und zeigt merkwürdiges Verhalten, wird schnell aggressiv.

Vorhin gab es bspw. wieder riesigen Krach.
Wir hatten am Wochenende Holz geholt, ein ganzes Auto voll. Unser Grundstück hat Hanglage, Haus steht oben. Das Brennholz muss 25 Stufen und etliche weitere Meter hochgeschleppt werden. Ich hatte nur gesagt, ich fange mal mit ausladen und hochtragen an, und nur angeboten, dass er sich schonen könne - er hat arge Probleme mit seinen Beinen, Hüften, Bandscheiben. So arg, dass er teilweise über Tage nicht laufen kann und beständig über Schmerzen klagt.
Er kam natürlich dazu, wollte mir dann noch jedes Stück Holz die Stufen hinauftragen, und als ich nur nochmal fragte, ob er sich nicht schonen wolle und auch sagte, dass ich "mein" Holz alleine tragen könne, flippte er aus, schmiss das Holz durch die Gegend, schrie mich an, verbot mir den Mund...

Ich hatte ihm nichts vorgeschrieben, wollte nur helfen bzw. meinen Teil der Arbeit erledigen, und machte mir auch Sorgen, weil ich doch weiß, wie das endet - nämlich dass er sich die nächsten Tage vor Schmerzen kaum wird bewegen können.

Und er rastet komplett aus.

Was hätte ich hier besser machen können?
Akzeptieren, dass er eben stur handelt? Mir noch vom ihm Dinge vorschreiben lassen (er trägt mir mein Holz die Stufen rauf, weil ich dazu zu unfähig und zu blöde bin?) Und akzeptieren, dass er die nächsten Tage dann gar nicht kann und mir alle paar Minuten erzählt, wie schlecht es ihm doch geht?
Und vor allem - mir dann bei nächster Gelegenheit vorhalten lassen - das passiert nämlich auch ständig - dass er hier alles machen muss und er keine Unterstützung erhält, womit er nicht nur mich, sondern auch meinen Bruder, meinen Onkel, meine Tante meint?
Muss ich denn alles schlucken, nur weil er altersbedingt "komisch" wird?
Das kann doch auch nicht die Lösung sein.

Gib ihm mit dem Holz eine Aufgabe die er bewältigen kann zb trägst du es die ganzen Stufen hoch und er nimmt das letzte Stück paar Meter oder mehr alles entgegen. So kann er etwas mithelfen, aber eben im Rahmen seiner gesundheitlichen Fähigkeiten. Er fühlt sich nicht völlig unselbstständig und hat mitgeholfen. Du hast es nicht alleine gemacht, er hat es nicht alleine gemacht... Sondern ihr beide habt es zusammen gemacht.

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Kannst du deine Antwort nicht finden?

D
dickunddoof
20.12.21 um 17:01
In Antwort auf harper_25120979

Gib ihm mit dem Holz eine Aufgabe die er bewältigen kann zb trägst du es die ganzen Stufen hoch und er nimmt das letzte Stück paar Meter oder mehr alles entgegen. So kann er etwas mithelfen, aber eben im Rahmen seiner gesundheitlichen Fähigkeiten. Er fühlt sich nicht völlig unselbstständig und hat mitgeholfen. Du hast es nicht alleine gemacht, er hat es nicht alleine gemacht... Sondern ihr beide habt es zusammen gemacht.

Grundsätzlich gute Idee, aber nicht umsetzbar.
Ich glaube, du hast mich etwas missverstanden.
Eskaliert ist es nicht nur, weil ich fragte, ob er sich nicht ein bisschen schonen wolle, sondern auch, weil er eben nicht nur das ablehnte, sondern meinte er müsse mir jedes Stück Holz abnehmen, am besten an jeden Ast mit anpacken.

Ich bin als Frau körperlich nicht so stark wie er; trotzdem er alt ist, ist er körperlich kräftiger als ich, kann schwerere Dinge tragen. Da gab es genug Holzstücke, deren Transport für ihn einfacher war, als für mich. Aber er meinte, mir wirklich bei jedem Teil "unter die Arme" greifen zu müssen. 
 

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D
dickunddoof
22.12.21 um 18:54

Ich drehe hier echt noch durch.

Mein Vater ist nun das erste Mal geimpft.
Und wäre dabei fast von der Ärztin aus der Praxis geworfen worden.
Weil er ihr eine Diskussion über Impfzwang aufzwängen wollte und sie dann, als sie darauf nicht eingehen mochte, doch tatsächlich als charakterlose Ja-Sagerin betitelte.

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esmeralda1701
22.12.21 um 20:16

Das scheint mir jetzt doch auch sehr schwierig mit deinem Vater! Hast du ihn angemeldetzur Impfung? 

Aber ich denke wirklich, dass die Ärztin das nicht persönlich genommen hat! Die kennen störrische alte Menschen sehr gut! 

Ev. hat dein Vater auch eine Depression, oder einen extremen Vit. B 12 Mangel! Das alles wäre eigentlich zu behandeln! Oder kleine Infarkte des Gehirns!

Schreib doch der Ärztin ein mail! Und erklär ihr deine schlimme Lage! Die wird dir bestimmt helfen wollen! 

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D
dickunddoof
22.12.21 um 23:15
In Antwort auf esmeralda1701

Das scheint mir jetzt doch auch sehr schwierig mit deinem Vater! Hast du ihn angemeldetzur Impfung? 

Aber ich denke wirklich, dass die Ärztin das nicht persönlich genommen hat! Die kennen störrische alte Menschen sehr gut! 

Ev. hat dein Vater auch eine Depression, oder einen extremen Vit. B 12 Mangel! Das alles wäre eigentlich zu behandeln! Oder kleine Infarkte des Gehirns!

Schreib doch der Ärztin ein mail! Und erklär ihr deine schlimme Lage! Die wird dir bestimmt helfen wollen! 

Danke für dein liebes Posting.
Ich muss halt einfach ab und an mal jammern und alles raus lassen. In Natura geht das schwieriger - ich will meinen Vater ja auch nicht in die Pfanne hauen, gegenüber Menschen, die ihn, wenn auch nur oberflächlich, ja doch "kennen" bzw. ihm schon mal begegnet sind.

Nee, auf die Idee mit der Impfung kam Vati dann doch irgendwie selbst - seine Begründung: er müsse ja, weil er ja sonst nicht ins Krankenhaus gelassen würde, falls mit mir was wäre. Keine Ahnung, wer ihm das "eingeredet" hat. Soll mir auch egal sein, Hauptsache das geht jetzt voran mit seiner Impfung. Aber er macht es nicht aus Überzeugung, eher damit niemand über ihn reden kann.
Hatte hier schon Diskussionen, weil er sich jetzt tatsächlich benachteiligt fühlt, weil er "nur" mit Moderna geimpft ist,
Onkel, mein Bruder und ich sind es mit Biontech.

Ich denke auch nicht, dass die Ärztin das wirklich persönlich genommen hat, aber angenervt war sie trotzdem ziemlich. Kann ich auch verstehen, die wollte ihn impfen und er hält nicht nur den ganzen Betrieb auf, sondern geht sie auch noch so an.

Ich tippe, neben seiner Vergesslichkeit, tatsächlich auch auf eine Art Depression. 
Er hat halt auch einfach kaum noch Kontakte.
Der einzige Kontakt, den er von sich aus sucht, ist eine Cousine, mit ihrem Sohn. Beide ebenfalls ungeimpft. Angeblich weil sie sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können (sie haben eine Weizenunverträglichkeit). Mit denen telefoniert er regelmäßig. Und dann regen sie sich gemeinsam über die böse Welt und die böse Politik und die böse Gesellschaft auf. Kein Wunder, dass er dabei immer komischer wird, bei uns sitzen die "Querdenker" quasi mit im Haus.

Mit Außenstehenden reden ist schwierig - er hat mich schon ein paar Mal angeschrien, es würde mir nicht gelingen, ihn für unzurechnungsfähig erklären zu lassen. Ich hab niemals irgendwas in dieser Richtung angedeutet. Nie an soetwas gedacht. Keine Ahnung, wie er darauf kommt. Aber wenn ich jetzt irgendwelche Ärzte etc. involviere... hm, da fühlt er sich in seiner Auffassung, ich wolle ihm was Böses, ja nur noch bestätigt. 

Wie gesagt, ich muss ab und an mal jammern, sonst dreh ich hier selber noch ab.
Bin einfach auch ziemlich alleine mit der Situation. Bin alleinstehend. Sitze hier im tiefsten Niederbayern. Und weder mein Bruder noch mein Onkel sind mal eben auf die Schnelle greifbar, wenn was ist. Der eine sitzt fast oben an der Küste (und ist schwul, was für Vati wohl insgeheim auch ein ziemliches Problem darstellt), der andere drüben in den neuen Bundesländern (und ist zudem schon über 80). Und wenn ich mit denen über Vati rede, müssen die höllisch aufpassen, dass sie sich nicht verquatschen, weil es sonst halt auch nur wieder Ärger gibt,
Ich komm ja auch meistens klar, aber manchmal ist es halt etwas viel, da bin ich froh, dass ich hier schreiben kann...

Ich danke dir jedenfalls herzlich für den Zuspruch.

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dickunddoof
05.05.22 um 9:29

Manchmal wünschte ich mir wirklich, mein Vater wäre einfach nicht mehr da!

Es wird einfach immer schlimmer...

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A
abusimbel3
05.05.22 um 11:49
In Antwort auf dickunddoof

Manchmal wünschte ich mir wirklich, mein Vater wäre einfach nicht mehr da!

Es wird einfach immer schlimmer...

Bittere Gedanken. Das tut mir leid.

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