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Das Leben da endlich anpacken

17. November 2014 um 18:39 Letzte Antwort: 22. November 2014 um 23:40

Hallo Ihr Lieben,

Ich wollte mich auch mal wieder melden, vielleicht kennt mich noch jemand, ich habe vor ein paar Monaten intensiv hier geschrieben, sonst aber eher still mit gelesen.

Inzwischen geht es mir deutlich besser, ich habe schon etwas zugenommen, möchte aber auf jeden Fall über die 50 kg drüber ( Größe 1,68m) allerdings in kleinen Schritten und mit gesunder Ernährung.
Das täglich mehrmalige Erbrechen konnte ich auf ein,maximal zweimal die Woche reduzieren.
Außerdem habe ich eine sehr liebe Therapeutin gefunden, bei der ich mich sehr gut aufgehoben fühle und jedes Mal bestärkt aus der Sitzung gehe.

Trotzdem fällt es mir sehr schwer mich von der Essstörung zu lösen und wirklich ins Leben zu treten. Ich fühle mich häufig sehr leer, undefiniert. Das kranke, schwache Mädchen will ich nicht mehr sein, bis zur starken Unabhängiger Frau ist es noch ein langer Weg.

Ich wurde meine Kindheit über emotional vernachlässigt, hatte keine richtige Familie. Meine Therapeutin rät mir dringend dazu den Kontakt abzubrechen. Ich soll jetzt lernen für mich selber zu sorgen und ich habe keine Ahnung wie das geht :/

Ich habe einen Partner der mich liebt, aber wenig Freunde und auch keinen familiären Rückhalt. Deshalb fühle ich mich oft einsam und versuche das durch die Essstörung zu kompensieren. Kennt das jemand und kann mir einen Tipp geben?

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18. November 2014 um 8:37

Hallo Kirschwaffel,
es ist prima, dass du dich in Therapie befindest und an einer Verbesserung deiner psychischen Verfassung arbeitest. Erste Fortschritte verspürst du ja bereits. Ich kann nur allen anderen hier im Forum nahelegen, deinem Beispiel zu folgen und sich ebenfalls zur Heilung ihrer Essstörung in Therapie zu begeben und sich mit den Ursachen des Krankheitsbildes zu befassen.

Es ist ganz typisch, dass man nach emotionaler Vernachlässigung Probleme mit der Einsamkeit hat. Das Alleinsein ist normalerweise ein neutraler Umstand und belastet mich zum Beispiel überhaupt nicht.Wenn es bei dir anders ist, liegt es daran, dass du das Alleinsein aufgrund früherer Erfahrungen negativ bewertest. Du verbindest es mit früheren Gefühlen des allein gelassen werden, des von anderen nicht angenommen werden, Gedanken, dass man nicht wichtig, nicht wertvoll und nicht gemocht wird, können auftauchen. Es geht jetzt darum, die Verknüpfung mit den früher entstandenen negativen Gefühlen zu lösen.

Ich kenne die Problematik von einer Frau, bei der es bei sonst gutem Heilungsverlauf in Momenten des Alleinseins immer noch mal wieder zu Essattacken kommen konnte.Es war daher notwendig, eine Neubewertung solcher Situationen zu erreichen.Diese Frau hatte damals eine gut verlaufene Therapie wegen eines berufsbedingten Ortswechsels abbrechen müssen, so dass wir uns selbst helfen mussten, Du stehst jedoch in Therapie und daher ist es richtig, diesen zentralen Punkt der Heilung deiner Therapeutin zu überlassen. Sprich das Thema in der Therapie an.Ein besserer Umgang mit dem Alleinsein ist erlernbar. Damit entfallen dann die negativen Auswirkungen auf dein heutiges Essverhalten.

LG Nus

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19. November 2014 um 16:34

Hmm
Du könntest anfangen etwas zu tun, was dir Spaß macht..irgendein Instrument lernen zu spielen oder einen lustigen Sport (nicht übertreiben mit dem Sport machen natürlich)
dann fühlst du dich nicht mehr so leer und du findest vielleicht sogar neue Freunde

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22. November 2014 um 23:40


Hallo Kirschwaffel
Deine Geschichte kommt mir sehr bekannt vor. Darf ich fragen, wie alt du bist?

Mir ging es lange Zeit genauso (bin 22), nur dass ich nie in Therapie war. Meine Mutter hat mich letztendlich vor einigen Monaten rausgeworfen, seitdem lebe ich mit meinem Partner zusammen und alles hat sich zum besseren gewendet. Den Kontakr zu meinem Vater, der jahrelang die ganze "Familie" tyrannisiert hat, habe ich zum ungefähr gleichen Zeitpunkt abgebrochen, nachdem er mir angedroht hat, "mir richtig eins in die Fresse zu schlagen, wenn ich dummes ... mein dreckiges Maul nicht sofort halte" und ich kann dir sagen, es war das Beste, was ich hätte tun können. Seit dem geht es mir viel besser und auf eigenen Beinen zu stehen, ist sehr viel wert. Man kann stolz darauf sein, was man alles allein geschafft hat und oft kommt man auch viel weiter, weil dort keine Steine mehr sind, die einem von der vermeindlichen "Familie" oder insgesamt von anderen sind, die einem in den Weg gelegt werden.
Zu dem mit den Freunden.. all zu viele hab ich auch nicht, aber dafür wahre Freunde und das ist es, worauf es ankommt. Lass dich nicht unterkriegen und vorallem nicht unterdrücken. Das sind die Menschen, die sich dir und deinem Weg ins glücklich werden in den Weg stellen, nicht wert!
Alles Gute

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