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Citalopram, Erfahrungsbericht.

13. September 2012 um 10:42 Letzte Antwort: 29. Oktober 2012 um 10:44

Kurz zu mir:

Ich bin Ende 30. Leide seit meiner Pupertät unter Depressionen. Wirkliche Besserung habe ich durch eine sehr intensive Psychoanalyse über eine Dauer von 6 Jahren, die bis 2006 reichte erlangt.

Es ging mir viele Jahre gut. Jetzt leide ich sehr akut. Sypmtome: Hysterie, Nervenzusammenbrüche, Kraftlosigkeit, Lethargie, Freudlosigkeit, DENKKARUSELL.

Nehme seit 3 Tagen Citalopram, 20 mg.

Tag 1: Schon nach Einnahme der ersten Tablette fühle ich eine merkwürdige positive Änderung. (Ich denke mir aber das ich mir das nur einbilden kann, da die Tabletten ja nicht so schnell wirken kann). Da ich aber schon seit 20 Jahren mit meiner Begleiterin, der Depression unterwegs bin, setze ich sehr große Hoffnungen in ein Medikament und fühle mich nach Einnahme der Tablette nun mehr "unter" den Menschen als außen vor, wie sonst so oft.
Am Abend geht es mir richtig gut. Fühle mich beschwingt, ich tanze. Habe ein sehr gutes Gefühl. In der Nacht schlafe ich sehr schlecht. Liege Stunden wach. Das kam aber in den letzten 2 Jahren schon häufig vor.

Tag 2: Fühle mich so la la. Brauche irgendwie ziemlich lang für alles, fühle mich aber trotzdem wieder ungewohnt mehr "unter den Menschen" als danebenstehend. Also irgendwie ein neutraler Tag. Die Nacht wieder schlecht.

Tag 3: Wow, ich brauche ewig ewig lang meine Kinder fertig zu machen. Bin krank geschrieben. Habe gestern noch gemerkt, dass mein Lustempfinden schon jetzt rapide abgenommen hat. Das macht mir Angst. Komme mir vor als würde ich ewig für alles brauchen. Antrieb: Nicht mehr nicht weniger. Merke aber, dass mein Nervenkostüm anscheinend nicht mehr ganz so angekratzt ist.

Werde nun alle drei Tage ein update machen. Vielleicht ist es ja für einige Leser interessant. Werde also am Wochenende hier unten an meinem eigenen Thread weiter schreiben.

Ach ja: Ich werde das Medikament sicher nicht ewig nehmen. Ich bin nach wie vor eher ein Gegner davon. Deshalb nehme ich es auch so spät. Bei meiner Mutter ist die Depression aber regelrecht chronisch geworden und das will ich nicht.

Ich konnte aber oft alles mit Sport, guten Gesprächen, guter Ernährung und einer verdammt harten Kampfhaltung hinkriegen. Fahre auch bald in Kur.

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13. September 2012 um 17:25

Ist
mir noch eingefallen.
Gestern Abend habe ich -als meine Augen geschlossen waren- Muster gesehen. Hat sicher was mit der Durchblutung zu tun?

Mein Ausdruck der Augen hat sich irgendwie verändert. Meine Pupillen sind groß.

Mein Geschmacksinn hat abgenommen.

Mein Antrieb ist sehr schwach.

Hatte leichte Magenschmerzen (hab ich sonst nie).

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16. September 2012 um 19:49

Tag 4
Ich bin am Morgen im Bett unendlich müde, der Körper fühlt sich bleischwer an. Das muss wohl der Käfer Kafkas gespürt haben. Es dauert unendlich lang, bis ich aufstehen kann. Meine Vorbereitung für den Tag dauert ewig. Liefere mein Kind fast zu spät in der Schule ab. Musste mich sehr anstrengend, überhaupt einigermaßen alles zu schaffen. Fühle mich den Tag über leicht schwebend.
Am Abend geht es mir gut.

Tag 5:

Vormittags alles so wie gestern. Ich bemerke, dass ich viel besser Entscheidungen treffen kann als sonst.
Irgendwie geht es mir so gut wie lange nicht mehr. Ich fühle mich ungewohnt angenehm ausgegliechen, unermesslich unbeschwert und einfach nur gut wie schon sehr lange nicht mehr.
Habe das Gefühl, dass es eine sehr gute Idee war das Medikament zu nehmen. Ich kriege auch draussen irgendwie viel leichter Kontakt zu den Menschen. Fühle mich mitten unter den Menschen als wie sonst eher außen vorstehend.

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17. September 2012 um 16:13

Probieren geht über Studieren
Hallo lilianchen111,

ich halte auch nicht viel von Medikamenten, meist unterdrücken sie nur die vorhandenen Symptome. Hast du schon mal geschaut wann du z.b. Nervenzusammenbrüche bekommst?? Was ist der Auslöser, wem oder was begegnest du im Außen??
Ich selbst hatte vor knapp 15 Jahren solche Depressionen und habe da heraus gefunden. Mein Vater hatte auch welche aber auch Ängste z.B. vor Briefen (Rechnungen etc)
Ich habe ein tolles Naturprodukt gefunden, welches einem sehr schnell Linderung gibt bishin zur vollständigen auflösung. Goldwasser. Mein Vater nimmt dies nun seit ein paar Wochen und er ist wie verwandelt. Er hat wieder Selbstwertgefühl, Kraft und Stärke, einfach eine positive Haltung bekommen. Natürlich darf man auch immer in sich gehen und schauen woher all die Ängste etc. her kommen, dann alles beginnt ja in uns selbst. Wenn du interesse hast geb ich dir gern mehr Infos darüber. Die Natur hält alles bereit für uns, wir müssen nur die Augen auf machen
Hat schon mal jemand darüber nachgedacht was Medikamente mit unserem Körper machen?? Allein schon Antibiotika....macht mehr kaputt als ganz. (Infos gibt es bei youtube)
Was ist uns unsere Gesundheit wert?? Die Fragen dürfen wir uns immer wieder stellen. Mit Naturprodukten können wir nix falsch machen, im Gegenteil, nicht umsonst ist für jedes Zipperl ein Gras gewachsen.

Lg
Strahlendeslicht

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18. September 2012 um 9:31

Tag 7
@strahlen.. wie gesagt, ich lehne Medikamente eigentlich auch eher ab. Da aber meine Mutter mit Sicherheit schon seit 30 Jahren chronisch depressiv ist und nie etwas gemacht hat, wollte ich das einfach mal ausprobieren. Bis jetzt bereue ich die Einnahme in keinster Weise. Im Gegenteil.

Tag 7: Merke dass mein Sexualtrieb komplett ausgeschaltet ist. Orgasmusfähigkeit ist gleich null. Vor der Einnahme spielte mein Sexualtrieb aber verrückt, was sicher auch nicht normal war. Ich konnte gut und gerne 5 Mal am Tag und das hat mich auch schon gestört, da das Bedürfniss so stark war und es mich andererseits schon wieder ausgelaugt hat.

Ich fühle mich insgesamt gut. Am Morgen nicht mehr ganz so schlapp. Die negativen Gedanken sind komplett weg. Ich habe sogar meine Beziehung auf Eis gelegt. Eine Entscheidung, die mir schon lange im Kopf umherschwebte. Diese Beziehung hat mich sehr belastet und ich bin mir ganz sicher, dass dies keine durch die Medikamente verfälschte Entscheidung ist.

Ich schlafe sehr viel. Vor der Einnahme litt ich unter massiven Schlafstörungen. Ich schlafe jetzt 12 Stunden durch.

Ich fühle mich insgesamt irgendwie wacher. Kann nur immer wieder das Gefühl beschreiben, mich näher an den Menschen zu fühlen. Schwer zu beschreiben. Ich kann meinem Tagesablauf viel besser folgen. Gehe Dinge an, die ich lange hab liegen lassen.

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24. September 2012 um 10:10

Eine Woche später!
So, werde die letzte Woche zusammenfassen, da ich länger nicht mehr hier drin war.

Also ich finde, dass das Medikament einiges "richtig gerückt" hat. Ganz grundlegende Entscheidungen kann ich nun endlich endlich treffen.

All diese "Verirrungen" im Kopf sind wie ausgeschaltet. Plötzlich erscheint mir glasklar: Ich will meinen Job wechseln, ich will diesen Partner nicht mehr...
Diese Sachen simmerten über Monate in meinem Kopf, ich fühlte zwar die Richtung, habe mich aber nicht getraut das alles ganz klar für mich zu formulieren. Nun ist alles irgendwie "gerade gerückt". Und das stellt für mich eine enorme Entlastung dar!

Körperlich fühle ich mich am Morgen schlapp, dann geht es aber über den Tag besser. Es gibt Schubartig einige Stunden am Tag, an denen ich mich wirklich so gut wie seit vielen vielen Jahren nicht mehr fühle. Ich fühle mich einfach PRÄSENT und dass ich viel besser für mein Umfeld da sein kann.

Gestern fühlte ich mich aber dennoch schlecht. Es kamen wieder negative Gedanken, Einsamkeitsgefühle... Heut geht es wieder gut. Kann auch daran liegen, dass ich ein Gläschen am Abend zuvor getrunken hatte.

Sexualität: Funktioniert noch alles wunderbar, ich meine das mit dem Orgasmus! Hat sich zwar alles in eine schwächere Richtung entwickelt, aber das empfinde ich als für mich positiv.

Fazit: Bin im Moment froh das Medikament zu nehmen.

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2. Oktober 2012 um 10:14

Zum Schluss!
Ich melde mich mal wieder. Nehme das Medikament nun 4 Wochen lang.

Ich bin mehr als positiv überrascht. Bei mir haben die Tabletten voll angeschlagen und eine wirklich äußerst positive Wirkung gezeigt.

Ich fühle mich auf vielen Ebenen kontinuierlich so unvorstellbar gut, ausgeglichen.

Der für mich unschlagbar positivste Punkt:
Dieses präsent sein. Ich schwebte wirklich 20 Jahre lang irgendwie in einer anderen Sphäre, kam mir so weit weg vor von den Menschen. Nun fühle ich mich mitten unter den Menschen.

Das ist für mich ein unermesslich gewonnenes Stück Lebensgefühl, das ich nie wieder missen möchte. Habe wirklich früher sehr unter diesem Misstand gelitten.

Mal ging es, aber in der Regel fühlte ich mich irgendwie außen vor, versunken.

Gehe nun Konflikte an, die ich irgendwie liegen lassen habe.


Orgasmusstörung hat auch aufgehört. Ist fast wieder alles normal.

Ich schlafe nach wie vor nicht sonderlich gut aber besser.

Habe unglaublich komische Träume in der Nacht, die mich zum Teil in meine Vergangenheit führen.

Also: Mir hat das Medikament viel gebracht. Fühle mich stark, energetisch, fröhlicher.

Ganz viel Glück euch Allen!

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29. Oktober 2012 um 10:44

Wollte
nur nochmal updaten:

Meine widerlichen Schlafstörungen sind komplett weg. Mir geht es einfach wunderbar mit dem Medikament! Fühle mich wie ein neuer Mensch!

Einziges Manko: Orgasmusstörungen. Deshalb habe ich die Tablette, ohne ärztlichen Rat, auf die Hälfte reduziert. Sollte es mir dann wieder schlechter gehen, geh ich zum Arzt.

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