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Bulimie- wie wird das Leben wieder lebenswert?

1. November 2012 um 0:19 Letzte Antwort: 12. November 2012 um 16:32

Ich habe diese sogenannte Krankheit seit ca. 14 Jahren.Mich kann man einfach nicht lieben und das ist so ziemlich der einzige Weg, um mich gut zu fühlen.Wie schafft ihr es positiv zu bleiben? Ich wollte immer nur glücklich sein und geliebt werden und ein Baby haben . doch ich bin es nicht wert geschätzt und geliebt zu werden....woher soll ich noch positve Energie schöpfen? Wie macht ihr das?Wenn ich nicht bulimisch bin habe ich meist sehr anorexische Tendenzen... Wer hat es wie geschafft sich wieder zu mögen und ehrlich geliebt zu werden?

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1. November 2012 um 21:03

Hey
Bist du denn in Therapie? Denn das wäre auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Du scheinst ja wirklich etwas verändern zu wollen und zu schauen, dass dein Leben wieder besser wird. Und das ist ja schließlich das wichtigste.
Ich finde es schwierig zu sagen, wie ich es geschafft habe, mich wieder zu akzeptieren und positive Energie zu schöpfen. Ich denke, jeder findet da seine eigenen Methoden... bei mir war es so, dass ich in der Krankheit meinen jetzigen Freund kennengelernt habe und er mir so unglaublich viel Kraft gegeben hat, dass ich heute sagen kann: Ich mag mich, ich bin zufrieden und ich habe positive Energie.
Hast du gute Freunde, die dir Energie schenken könnten und dich unterstützen können?

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2. November 2012 um 7:26

Hi,
ich denke wie Froggilein, dass eine (stationäre) Therapie sinnvoll ist. Mir hat das sehr geholfen, mich wieder zu akzeptieren.

Ich hae wie du immer gedacht, dass ich nicht liebenswert und nicht gut genug bin. Ich habe gedacht, dass ich jedem auf die Nerven gehe. Daher bin ich nie ausgegangen und hatte extrem hohe (nicht zu erfüllende) Anforderungen an mich im Job.

Du musst lernen, dich wieder richtig einzuschätzen und zu begreifen wie andere dich sehen (nicht nur äußerlich, sondern vor allem dein Verhalten bzw. deine Persönlichkeit)

Ich habe in der Therapie mal alle Mitpatienten befragt wie sie mich sehen. Das war hart, denn teilweise kamen auch negative Antworten, teilweise war ich überrascht wie gut ich in manchen Situationen rüberkam, in denen ich mich selbst als unmöglich wahrnahm.

Und alles was an mir kritisiert wurde waren Verhaltensweisen, die aus den hohen Anforderungen an mich selbst und dem dadurch entstandenen Druck resultierten.

Außerdem habe ich ein Protokoll geführt. Ich habe Situationen, in denen ich mich überfordert gefühlt habe oder in denen ich ganz besonders das Gefühl hatte, dass ich irgendwie im Weg bin, aufgeschrieben. Die Situation, meine Gedanken, Gefühle.

Dann habe ich versucht zu analysieren: Würde ein gesunder Mensch in dieser Situation wie ich denken und sich selbst total fertig machen oder würde er viel entspannter mit der Situation umgehen?

Das sind so Methoden, die ich in der Thera kennengelernt habe. So ein Protokoll ist auch bei FAs gut: Warum will ich fressen bzw erbrechen- Langeweile, Ärger, Überforderung, etc und welche Alternativen hätte ich gehabt mit diesen Emotionen umzugehen?

LG, lescourgettes

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5. November 2012 um 12:32
In Antwort auf elodie_12673693

Hi,
ich denke wie Froggilein, dass eine (stationäre) Therapie sinnvoll ist. Mir hat das sehr geholfen, mich wieder zu akzeptieren.

Ich hae wie du immer gedacht, dass ich nicht liebenswert und nicht gut genug bin. Ich habe gedacht, dass ich jedem auf die Nerven gehe. Daher bin ich nie ausgegangen und hatte extrem hohe (nicht zu erfüllende) Anforderungen an mich im Job.

Du musst lernen, dich wieder richtig einzuschätzen und zu begreifen wie andere dich sehen (nicht nur äußerlich, sondern vor allem dein Verhalten bzw. deine Persönlichkeit)

Ich habe in der Therapie mal alle Mitpatienten befragt wie sie mich sehen. Das war hart, denn teilweise kamen auch negative Antworten, teilweise war ich überrascht wie gut ich in manchen Situationen rüberkam, in denen ich mich selbst als unmöglich wahrnahm.

Und alles was an mir kritisiert wurde waren Verhaltensweisen, die aus den hohen Anforderungen an mich selbst und dem dadurch entstandenen Druck resultierten.

Außerdem habe ich ein Protokoll geführt. Ich habe Situationen, in denen ich mich überfordert gefühlt habe oder in denen ich ganz besonders das Gefühl hatte, dass ich irgendwie im Weg bin, aufgeschrieben. Die Situation, meine Gedanken, Gefühle.

Dann habe ich versucht zu analysieren: Würde ein gesunder Mensch in dieser Situation wie ich denken und sich selbst total fertig machen oder würde er viel entspannter mit der Situation umgehen?

Das sind so Methoden, die ich in der Thera kennengelernt habe. So ein Protokoll ist auch bei FAs gut: Warum will ich fressen bzw erbrechen- Langeweile, Ärger, Überforderung, etc und welche Alternativen hätte ich gehabt mit diesen Emotionen umzugehen?

LG, lescourgettes

@lescourgettes
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Ich glaube , ich könnte niemals eine Therapie machen - es weiß so gut wie kein Mensch davon, und eigentlich glauben alle, es geht mir gut und ich bin glücklich.
Du sagst, Du hast analysiert warum Du einiges machst - Ich weiß warum ich das tue - es ist für mich die einzige Möglichkeit eine Situation, oder ein Ereignis, z.B. wenn ich emotional verletzt wurde, dies zu kontrollieren und eine Art positiven Effekt zu erhalten. Ich weiß das hört sich komisch, an, aber dadurch habe ich das Gefühl, das ich dann doch etwas Wert bin.
Ein weiterer mit sehr negativen Emotionen umzugehen ist natürlich das bekannte klischee-- (Arme..) Ich möchtge keinem irgendwelche Ideen geben und schreibe es nicht genau, aber ich denke, ihr wisst wovon ich rede...
Wie bist du da heraus gekommen?

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5. November 2012 um 12:36
In Antwort auf clytia_11890271

Hey
Bist du denn in Therapie? Denn das wäre auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Du scheinst ja wirklich etwas verändern zu wollen und zu schauen, dass dein Leben wieder besser wird. Und das ist ja schließlich das wichtigste.
Ich finde es schwierig zu sagen, wie ich es geschafft habe, mich wieder zu akzeptieren und positive Energie zu schöpfen. Ich denke, jeder findet da seine eigenen Methoden... bei mir war es so, dass ich in der Krankheit meinen jetzigen Freund kennengelernt habe und er mir so unglaublich viel Kraft gegeben hat, dass ich heute sagen kann: Ich mag mich, ich bin zufrieden und ich habe positive Energie.
Hast du gute Freunde, die dir Energie schenken könnten und dich unterstützen können?

HI
ich habe zwar einen Freund, aber der kümmert sich nicht ulimie habe oder nicht. Er regt sich nur auf, wenn mein Gewicht zu niedrig ist, so lange ich es also halte, ist es ihm glaube ich egal.
Ich fühle mich einfach ihm gegenüber so, als wäre ich nichts wert und es ist vollkommen egal, ob es mich gibt oder nicht.
Da ich viel im Ausland war habe ich nur sehr wenige Freunde und es weiß ja niemand, wie es mir wirklich geht, und deshalb ist auch keiner da...
Hast du denn deinen Freunden und Familie davon erzählt?

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12. November 2012 um 16:32

....
Ich hab auch keinen Rat.
Ich bin noch nicht so davon überzeugt, dass es mit Therapie besser läuft. Die Rückfallquote ist doch enorm noch..
Ich kenne das auch alles.
Ich fühle mich auch immer so ungeliebt. Obwohl das vollkommener Schwachsinn ist.
Halt die Ohren steif. Drüber reden (schreiben) ist ja schonmal ein Anfang.
Nach den FAs fühl ich mich auch immer noch schlechter als vorher... Und die Gedanken greisen, und nehmen kein Ende. Mal abgesehen, von den ständigen Kopfschmerzen.

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