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Bulimie, keine Alltagsanforderung

16. August 2011 um 21:28 Letzte Antwort: 31. August 2011 um 23:47

Hallo,

ich bin grad 22 geworden und habe Bulimie. DIE Bulimie hat mich eigentlich immer mehr oder weniger begleitet egal in welcher Lebensphase ich war, aber zur Zeit ist sie alles in meinem Leben.

Zur Zeit befinde ich mich in einer sehr schwierigen Lebenssituation da ich meine Wohnung gekündigt hatte ohne das ich eine neue habe, einfach in dem Glauben schon eine zu finden in den drei Monaten Kündigungsfrist...aber so einfach war es nicht und jetzt bin ich vorrübergehend bei meinem Bruder untergekommen.


Dieses" Wohnproblem" kommt jetzt zu allem anderen in mir und auch was sonst schon in meinem äußeren Leben an Problemen da war zu.

Im Moment ist alles riesig und ich weiß nicht wie ich das alles jemals schaffen sollte und versuche nicht so viel daran zu denken,was schwer ist.

Ich mache mir viel zu viele Gedanken , habe nur wenig- eigentlich so gut wie nichts das es auffängt. Alles was aufgefangen wird fange ich aus mir selbst-mein außen ist leer und einsam.Mein Innern eigentlich auch.

Das erbrechen ist hier schwer, weil mein Bruder und seine Freundin Urlaub haben und so behalte ich das Essen öfter drin und esse zwar nicht so diszipliniert wie ich will, aber auch kein Süßkram etc.Trotzdem gibt es Fressanfälle.Ich esse dann zb viele Cornflakes nachdem ich nicht erbreche oder ein Haufen anderer Sachen die ich dann auskotze.
In meiner Wohnung habe ich mehrmals täglich gekotzt.Ich glaube dadurch sind auch starke Selbstwertprobleme entstanden und ein vÖLLIG verzehrtes Selbstbild.

Diesen Ort hier verbinde ich mit vielen schlechten Erinnerungen. Es ist eine Kleinstadt und es ist schwer gegen diese Erinnerungen anzukämpfen, es ist grad nichts neues da. Ich bin hier allein.
Das zieht mich alles so unendlich runter. Es wäre zu viel es hier zu beschreiben.

Ich habe Angst völlig die Kontrolle zu verlieren...

Zudem habe ich zur Zeit keine Beschäftigung. Es ging mir immer darum meine Schule weiter zu machen deswegen habe ich auch die wohnung gekündigt und wollte in die Großstadt nach Hamburg ziehen-Aber auch so finde ich e swichtig für mich in der großstadt zuleben .
Durch meine aktuelle Wohnsituation ist an schule etc momentan nicht zu denken.
Ich habe jetzt vor in eine therapeutische Wohngemeinschaft zu ziehen, aber die anmeldung dauert ca sechs wochen und auch dann ist nicht alles gut und auch nicht mit diesem Wissen um den Platz und diese Zeit gilt es jetzt erstmal zu überstehen-UND DAS IST SCHWER. Unendlich schwer-ich weiß gar nicht mehr wie ich die letzten Monate überstanden habe. da ist so viel in meinem Leben und so viel das weh tut und so viel in mir- aber nichts in meinem außen das mich noch hält. Was mich hält habe ich schon lange verloren und so sitze ich jetzt hier.

Alles ist so schwierig. Ich muss mir viel anhören und viel bewerten lassen und entspreche ja selbst nicht meinen Ansprüchen mit meiner Lebensweise!Aber wenn es so leicht wär daraus in etwas Neues, geeignetes-Jetzt bin ich im letzten Loch. Alle Chancen habe ich mir bisher kaputt gemacht, sie verpasst oder nicht angenommen.Nicht annehmen können. Dabei war ich schon am richtigen ort- nur zur falschen zeit..

Die Bulimie ist grad mein einziges Ventil.Davor war es das Hungern.In beidem fühle ich mich nicht wohl,doch es ist so unendlich vertraut.

Ich glaube einige Leute hätten mir mehr zugetraut und tuen es noch immer, aber ich habe es ALLEINE nicht geschafft.

Eigentlich leb ich nur noch vor mich hin.Zwischendurch spiel ich mal ein bischen die Schöne. Mir fehlt ein rahmen, Halt und Orientierung und sinn und vor allem fehlen mir die richtigen Leute.

Ich weiß selber nicht mehr was ich will. Immer habe ich versucht auf einen Weg zu kommen doch es nie so recht darauf geschafft- aber ich bin auch nie wirklich von abgekommen.
Jetzt stehe ich an einen Punkt an dem es mich gar nicht mehr so auf den Weg zieht. Das erschreckt selbst mich.

Ich will ja leben und es schaffen aber nach all den Versuchen und Enttäuschungen und wie ich dann letztlich aufgegeben wurde weiß ich nicht mehr ob das was wird.

Ich mache nichts mehr mit meinem Leben als gelegentlich gut auszusehen und Eindruck zu erwecken,Promiskuitiv zu sein und zu Fressen und Zu Kotzen.

Ich weiß auch nicht warum ich das hier schreibe. Vielleicht einfach-vielleicht kann mich ja irgendwer verstehen.


Isabell

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31. August 2011 um 1:05

Entschuldige die späte Antwort
Hallo,

vielen lieben Dank für Deine Antwort. Ich habe sie damals gelesen, aber ich antworte erst jetzt nochmal, weil meine eigentliche Antwort habe ich damals gelöscht und seit dem war zu viel in mir los um noch mal zu antworten. Es tut mir leid,denn ich empfand deine Antwort als sehr hilfreich.
Leider sind die Gedanken die mir da kamen jetzt nicht mehr da, weil ich inzwischen Abstand habe von dem was ich schrieb-Keinen großen,weil sich nichts geändert hat und Abstand ist vielleicht auch nicht das richtige Wort, aber besser kann ichs nicht erklären.

So richtig geschafft habe ich es seit dem nicht mir Gutes zu tun, aber in die Richtung geht es schon. Ich versuche einigermaßen regelmäßige Mahlzeiten einzunehmen.
tja wo ich hier ankam war ich noch SEHR schlank, auffallend schön schlank und jetzt komm ich mir wahnsinnig fett vor.Das Problem ist auch, dass egal wie ich aussehe- ich sehe immer das selbe Monster in mir-Nicht nur auf mein Gewicht und Figur bezogen, sondern auch mein restliches Erscheinungsbild. Ich kann nicht sagen wer ich bin und wie ich aussehe.

Sehr viele finden ich besitze eine hohe körperliche Attraktivität, aber im Zusammenhang mit dick stört sie mich. Sie fanden das auch wo ich dünn war.
Mir fehlt hier Bewegung. Zuhause,also als ich noch eins hatte-bin ich wirklich jeden Tag Fahrrad gefahren-Nun schon seit drei Wochen nicht mehr. Die ersten zwei Wochen hier in dieser Umgebung wo ich mich nicht wohl fühle und wo die Situation so schwer und angespannt war und dazu die Situation meine vertraute Umgebung,meine Ansprechpartner, mein EIGENES ,eigentlich alles verloren zu haben-habe ich nur gegessen und gegessen und gelegentlich gekotzt,was nicht ging,weil mein Bruder und seine Freundin Urlaub hatten.
Jetzt esse ich nicht wirklich so wie ich sollte, aber über den Tag verteilt überwiegend gesunde Sachen und versuche wieder klar zu werden, denn mit einem hungernden oder vollgestopften Bauch ist das nicht möglich.

Ich war in der letzten Zeit ziemlich haltlos und "weit weg". Für mich fühlt es sich an, als würde mir grad schlimmes passieren, aber ich will auch nicht rum heulen.

Inzwischen bin ich so weit drin in dieser Welt die doch gar nicht meine ist. Ich sitze auf zwei koffern und das ist mein Leben.Mehr ist nicht übrig.
Dies ist ein schreckliches Gefühl, doch ich hab mich auch selbst hier hin gebracht..

An den Schulbesuch oder eine Therapie zu denken ist jetzt sinnlos. Ich bin wohnungslos und weiß nicht wohin. Worauf soll ich etwas aufbauen in dieser Lage. Es fehlt viel zu viel, alles, von den richtigen Leuten bis eine Wohnung bis eine richtige Spur- Entgegen gesetzt ist alles da. Die ganzen Erinnerungen und "schlechten" Gedanken.

Ich habe Anträge gestellt für eine ambulant betreute Wohngruppe und dort suche ich jetzt für später schon mal einen Therapeuten, doch das ist nicht so leicht. Lange Wartezeiten und die Chemie muss ja auch stimmen,aber naja.

Am schlimmsten ist dieser Hass auf sich selbst und dieser verzehrte blick auf sich. Ich erkenne mich einfach nicht. Und dieses ganze Alte holt mich hier nach wie vor son unendlich ein. Es ist enttäuschend,dass ich dieses Mal nicht stärker bin.

Alles was in Guten wie in schlechten Zeiten bleibt ist die Essstörung.

Ich denke es geht jetzt um folgende Frage in meinem Leben:

Geh ich oder bleib ich? Sage ich ja oder nein? BLEIBE ICH DRIN ODER STEIGE ICH AUS?
Nur dies mal ist es besonders schwer, weil ich schon rausgefallen bin. ich hoffe ich kann schlimmeres stoppen. Die letzte Zeit bin ich schon zu weit raus gefallen.
Ich bin einfach gefallen und gefallen und gefallen und ich habe wahnsinnige Angst, dass das so weitergeht,weil an dieser Stelle zu viel fehlt.
Ich weiß nicht mehr warum, aber ich versuche es noch mal.

lg Isabell

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31. August 2011 um 13:30
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Entschuldige die späte Antwort
Hallo,

vielen lieben Dank für Deine Antwort. Ich habe sie damals gelesen, aber ich antworte erst jetzt nochmal, weil meine eigentliche Antwort habe ich damals gelöscht und seit dem war zu viel in mir los um noch mal zu antworten. Es tut mir leid,denn ich empfand deine Antwort als sehr hilfreich.
Leider sind die Gedanken die mir da kamen jetzt nicht mehr da, weil ich inzwischen Abstand habe von dem was ich schrieb-Keinen großen,weil sich nichts geändert hat und Abstand ist vielleicht auch nicht das richtige Wort, aber besser kann ichs nicht erklären.

So richtig geschafft habe ich es seit dem nicht mir Gutes zu tun, aber in die Richtung geht es schon. Ich versuche einigermaßen regelmäßige Mahlzeiten einzunehmen.
tja wo ich hier ankam war ich noch SEHR schlank, auffallend schön schlank und jetzt komm ich mir wahnsinnig fett vor.Das Problem ist auch, dass egal wie ich aussehe- ich sehe immer das selbe Monster in mir-Nicht nur auf mein Gewicht und Figur bezogen, sondern auch mein restliches Erscheinungsbild. Ich kann nicht sagen wer ich bin und wie ich aussehe.

Sehr viele finden ich besitze eine hohe körperliche Attraktivität, aber im Zusammenhang mit dick stört sie mich. Sie fanden das auch wo ich dünn war.
Mir fehlt hier Bewegung. Zuhause,also als ich noch eins hatte-bin ich wirklich jeden Tag Fahrrad gefahren-Nun schon seit drei Wochen nicht mehr. Die ersten zwei Wochen hier in dieser Umgebung wo ich mich nicht wohl fühle und wo die Situation so schwer und angespannt war und dazu die Situation meine vertraute Umgebung,meine Ansprechpartner, mein EIGENES ,eigentlich alles verloren zu haben-habe ich nur gegessen und gegessen und gelegentlich gekotzt,was nicht ging,weil mein Bruder und seine Freundin Urlaub hatten.
Jetzt esse ich nicht wirklich so wie ich sollte, aber über den Tag verteilt überwiegend gesunde Sachen und versuche wieder klar zu werden, denn mit einem hungernden oder vollgestopften Bauch ist das nicht möglich.

Ich war in der letzten Zeit ziemlich haltlos und "weit weg". Für mich fühlt es sich an, als würde mir grad schlimmes passieren, aber ich will auch nicht rum heulen.

Inzwischen bin ich so weit drin in dieser Welt die doch gar nicht meine ist. Ich sitze auf zwei koffern und das ist mein Leben.Mehr ist nicht übrig.
Dies ist ein schreckliches Gefühl, doch ich hab mich auch selbst hier hin gebracht..

An den Schulbesuch oder eine Therapie zu denken ist jetzt sinnlos. Ich bin wohnungslos und weiß nicht wohin. Worauf soll ich etwas aufbauen in dieser Lage. Es fehlt viel zu viel, alles, von den richtigen Leuten bis eine Wohnung bis eine richtige Spur- Entgegen gesetzt ist alles da. Die ganzen Erinnerungen und "schlechten" Gedanken.

Ich habe Anträge gestellt für eine ambulant betreute Wohngruppe und dort suche ich jetzt für später schon mal einen Therapeuten, doch das ist nicht so leicht. Lange Wartezeiten und die Chemie muss ja auch stimmen,aber naja.

Am schlimmsten ist dieser Hass auf sich selbst und dieser verzehrte blick auf sich. Ich erkenne mich einfach nicht. Und dieses ganze Alte holt mich hier nach wie vor son unendlich ein. Es ist enttäuschend,dass ich dieses Mal nicht stärker bin.

Alles was in Guten wie in schlechten Zeiten bleibt ist die Essstörung.

Ich denke es geht jetzt um folgende Frage in meinem Leben:

Geh ich oder bleib ich? Sage ich ja oder nein? BLEIBE ICH DRIN ODER STEIGE ICH AUS?
Nur dies mal ist es besonders schwer, weil ich schon rausgefallen bin. ich hoffe ich kann schlimmeres stoppen. Die letzte Zeit bin ich schon zu weit raus gefallen.
Ich bin einfach gefallen und gefallen und gefallen und ich habe wahnsinnige Angst, dass das so weitergeht,weil an dieser Stelle zu viel fehlt.
Ich weiß nicht mehr warum, aber ich versuche es noch mal.

lg Isabell

Liebe Isabell!
Ich bin dir schon mal irgendwann im Internet begegnet, in einem anderen Forum.
Aber bis ich mich aufraffen konnte, dir zu schreiben, warst du da schon wieder verschwunden. Also dann jetzt hier.

Bin auch 22 und habe Bulimie. Und kann mich in so einigen deiner Gedanken wieder finden. Deshalb fände ich es auch schön, wenn wir in Kontakt bleiben.
Vor allem, da nicht viele Leute so ausführlich und selbstreflektiert schreiben (doriane ist da ja Königin, deshalb hier noch mal ein liebes Kompliment an dich, liebe dori, wegen dir schaue ich immer noch regelmäßig in dieses Forum rein, sonst wäre ich hier schon längst ganz verschwunden).

"egal wie ich aussehe- ich sehe immer das selbe Monster in mir-Nicht nur auf mein Gewicht und Figur bezogen, sondern auch mein restliches Erscheinungsbild. Ich kann nicht sagen wer ich bin und wie ich aussehe."

edest du von mir?
Ich suche nun schon seit Jahren nach einer Identität, mit der ich mich identifizieren kann, mal unabhängig von der Figur, und ich finde einfach nichts. Wer bin ich?
Man könnte sagen, meine Situation ist gefestigter als deine, ich bin mitten in einem Studium, statt wie du in der Luft zu hängen.
Aber trotzdem hänge ich wohl ähnlich in der Schwebe wie du.
Das Winterhalbjahr war ich im Ausland, bin sozusagen vor der Bulimie geflohen, was aber nichts gebracht hat, denn sie hat mich dort mit voller Wucht eingeholt.
Vorher hatte ich "nur" FA mit Hunger- und Sportphasen, im Ausland habe ich dann noch das Kotzen zu meinem "Repertoire" hinzugefügt. Und das heftigst, seit ich es die ersten paar Male erfolgreich geschafft hatte, hing ich plötzlich täglich überm Klo.
Und dieses Sommersemester war ich dann wieder zuhause, habe aber weder mein Studium noch meine Freunde richtig wahrgenommen. Ich habe praktisch den Anschluss verpasst, war komplett isoliert, ging viel allein spazieren und war gerade dabei, mir meine Hirnzellen aus dem Kopf zu hungern, zumindest kam es mir so vor, oft genug hatte ich das Gefühl, wahnsinnig zu werden und meinen Verstand zu verlieren.
Im Frühling und Sommer hatte ich auch oft Gedanken an den Tod. Deshalb bin ich auch sehr abrupt zurückgekommen, eigentlich wollte ich ein ganzes Jahr wegbleiben. Aber es hat nichts geändert, statt da Todesgedanken zu haben, hatte ich sie nun eben hier.
Ein paar Monate war ich wohl gar nicht wirklich da, komplett geistig abwesend.

Zur Änderung beigetragen hat dann, dass mich jemand angesprochen und um ein Date gebeten hat. Es folgten viele beschwingte bulimiefreie Tage, und mittlerweile bin ich mit ihm zusammen.
Und ja, ich bin ihm zwar treu usw, aber trotzdem komme ich mir wie eine entsetzliche Verführerin mit einer schönen Maske vor, und je länger diese Beziehung dauert, umso mehr verfliegt der Sinn und das Glücksgefühl.
Wenn ich ihn sehe, mache ich mich hübsch, mache ihm schöne Augen, spiele ihm Leichtigkeit und Lebensfreude vor, und wenn er weg ist, wetze ich wieder zwei Tage pausenlos zwischen Küche und Bad hin und her.
Wenn ich mich nicht durch die Bulimie betäube, überfällt mich wieder tiefe Sinnlosigkeit. Gedanken daran, Schluss zu machen.
In einem gewissen Sinn hält die Bulimie mich am Leben.
Und doch ist sie das, was mich langsam umbringt.
Der Selbsthass, die Raserei. Der ewig gleiche Ablauf, der wie ein Fegefeuer ist, aber ohne Läuterung. Es geht nicht vorbei, es ändert nichts, gar nichts wird besser.

Im Moment stecke ich auch ein bisschen im freien Fall, habe zuviel Zeit, das Semester mit dem festen Stundenplan fängt erst im Oktober wieder an.
Klar, ich könnte für Prüfungen lernen, aber statt dessen zerstöre ich mich langsam selber.
Und gelegentlich ziehe ich die schöne Maske an und treffe mich mit meinem Freund.
Er weiß sogar von meinem Problem, aber ich habe so getan, als hätte ich es im Griff, als sei es vorbei. Also ist es auch kein Thema zwischen uns.

Nächste Woche habe ich ein Erstgespräch bei einem Psychologen. Vielleicht hilft es, ich hoffe es mal.
Und sonst.
Hänge ich da.
Aufgeben oder nicht?
Die Frage, die du dir auch stellst.
Für mich wäre die Antwort, ich würde es vermutlich dem Schicksal überlassen.
Wieder einen Flug in den Süden buchen, einfach so, ohne feste Unterkunft, und dann mal gucken, was kommt.
Vielleicht würde ich ja in einem See ertrinken, oder jemand anders beendet mein Leben, oder es gäbe aber auch die Möglichkeit, dass ich endlich meinen Lebenssinn finde.
Oder vielleicht reisen könnte, und über die Erfahrungen schreiben.
Schreiben, das wäre so ein großer Traum von mir. Dafür würde ich leben wollen. Und leben können.

Ich habe gerade in einem Buch von Saint Exupery gelesen, im Leben geht es eigentlich um Austausch. Man tauscht die Person, die man ist, langsam um in etwas, wofür man arbeitet, der Tischler tauscht sich in seine Möbel um, die Weberinnen in die Teppiche, die sie machen, der Dichter in seine Werke.
Langsam fließt alle Persönlichkeit in das, was man der Welt gibt, und am Schluss kann man beruhigt sterben, weil man der Welt schon alles gegeben hat, was man geben kann und will. Und der Körper ist nur noch eine Hülle, in seinem Werk kann man weiterleben.
Und er hat Recht, seine Geschichten wie die vom kleinen Prinzen sind ja unsterblich geblieben.
Und so möchte ich mich austauschen, ich möchte noch etwas von mir geben.
Und dafür kann ich noch weiterleben.
Das ist greifbarer als das vage Versprechen, dass ich vielleicht irgendwann glücklich werde.
Und ich glaube, es macht mich auch glücklich, wenn ich weiß, ich kann vielleicht andere glücklich machen und habe nicht umsonst gelebt.

Liebe Isabell, ich hoffe, du findest bald etwas, was dich erfüllt.
Vielleicht können wir ja ein bisschen in Kontakt bleiben und uns austauschen, wie es uns so geht.

Alles Liebe, dein zuckerengelchen

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31. August 2011 um 21:10
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Liebe Isabell!
Ich bin dir schon mal irgendwann im Internet begegnet, in einem anderen Forum.
Aber bis ich mich aufraffen konnte, dir zu schreiben, warst du da schon wieder verschwunden. Also dann jetzt hier.

Bin auch 22 und habe Bulimie. Und kann mich in so einigen deiner Gedanken wieder finden. Deshalb fände ich es auch schön, wenn wir in Kontakt bleiben.
Vor allem, da nicht viele Leute so ausführlich und selbstreflektiert schreiben (doriane ist da ja Königin, deshalb hier noch mal ein liebes Kompliment an dich, liebe dori, wegen dir schaue ich immer noch regelmäßig in dieses Forum rein, sonst wäre ich hier schon längst ganz verschwunden).

"egal wie ich aussehe- ich sehe immer das selbe Monster in mir-Nicht nur auf mein Gewicht und Figur bezogen, sondern auch mein restliches Erscheinungsbild. Ich kann nicht sagen wer ich bin und wie ich aussehe."

edest du von mir?
Ich suche nun schon seit Jahren nach einer Identität, mit der ich mich identifizieren kann, mal unabhängig von der Figur, und ich finde einfach nichts. Wer bin ich?
Man könnte sagen, meine Situation ist gefestigter als deine, ich bin mitten in einem Studium, statt wie du in der Luft zu hängen.
Aber trotzdem hänge ich wohl ähnlich in der Schwebe wie du.
Das Winterhalbjahr war ich im Ausland, bin sozusagen vor der Bulimie geflohen, was aber nichts gebracht hat, denn sie hat mich dort mit voller Wucht eingeholt.
Vorher hatte ich "nur" FA mit Hunger- und Sportphasen, im Ausland habe ich dann noch das Kotzen zu meinem "Repertoire" hinzugefügt. Und das heftigst, seit ich es die ersten paar Male erfolgreich geschafft hatte, hing ich plötzlich täglich überm Klo.
Und dieses Sommersemester war ich dann wieder zuhause, habe aber weder mein Studium noch meine Freunde richtig wahrgenommen. Ich habe praktisch den Anschluss verpasst, war komplett isoliert, ging viel allein spazieren und war gerade dabei, mir meine Hirnzellen aus dem Kopf zu hungern, zumindest kam es mir so vor, oft genug hatte ich das Gefühl, wahnsinnig zu werden und meinen Verstand zu verlieren.
Im Frühling und Sommer hatte ich auch oft Gedanken an den Tod. Deshalb bin ich auch sehr abrupt zurückgekommen, eigentlich wollte ich ein ganzes Jahr wegbleiben. Aber es hat nichts geändert, statt da Todesgedanken zu haben, hatte ich sie nun eben hier.
Ein paar Monate war ich wohl gar nicht wirklich da, komplett geistig abwesend.

Zur Änderung beigetragen hat dann, dass mich jemand angesprochen und um ein Date gebeten hat. Es folgten viele beschwingte bulimiefreie Tage, und mittlerweile bin ich mit ihm zusammen.
Und ja, ich bin ihm zwar treu usw, aber trotzdem komme ich mir wie eine entsetzliche Verführerin mit einer schönen Maske vor, und je länger diese Beziehung dauert, umso mehr verfliegt der Sinn und das Glücksgefühl.
Wenn ich ihn sehe, mache ich mich hübsch, mache ihm schöne Augen, spiele ihm Leichtigkeit und Lebensfreude vor, und wenn er weg ist, wetze ich wieder zwei Tage pausenlos zwischen Küche und Bad hin und her.
Wenn ich mich nicht durch die Bulimie betäube, überfällt mich wieder tiefe Sinnlosigkeit. Gedanken daran, Schluss zu machen.
In einem gewissen Sinn hält die Bulimie mich am Leben.
Und doch ist sie das, was mich langsam umbringt.
Der Selbsthass, die Raserei. Der ewig gleiche Ablauf, der wie ein Fegefeuer ist, aber ohne Läuterung. Es geht nicht vorbei, es ändert nichts, gar nichts wird besser.

Im Moment stecke ich auch ein bisschen im freien Fall, habe zuviel Zeit, das Semester mit dem festen Stundenplan fängt erst im Oktober wieder an.
Klar, ich könnte für Prüfungen lernen, aber statt dessen zerstöre ich mich langsam selber.
Und gelegentlich ziehe ich die schöne Maske an und treffe mich mit meinem Freund.
Er weiß sogar von meinem Problem, aber ich habe so getan, als hätte ich es im Griff, als sei es vorbei. Also ist es auch kein Thema zwischen uns.

Nächste Woche habe ich ein Erstgespräch bei einem Psychologen. Vielleicht hilft es, ich hoffe es mal.
Und sonst.
Hänge ich da.
Aufgeben oder nicht?
Die Frage, die du dir auch stellst.
Für mich wäre die Antwort, ich würde es vermutlich dem Schicksal überlassen.
Wieder einen Flug in den Süden buchen, einfach so, ohne feste Unterkunft, und dann mal gucken, was kommt.
Vielleicht würde ich ja in einem See ertrinken, oder jemand anders beendet mein Leben, oder es gäbe aber auch die Möglichkeit, dass ich endlich meinen Lebenssinn finde.
Oder vielleicht reisen könnte, und über die Erfahrungen schreiben.
Schreiben, das wäre so ein großer Traum von mir. Dafür würde ich leben wollen. Und leben können.

Ich habe gerade in einem Buch von Saint Exupery gelesen, im Leben geht es eigentlich um Austausch. Man tauscht die Person, die man ist, langsam um in etwas, wofür man arbeitet, der Tischler tauscht sich in seine Möbel um, die Weberinnen in die Teppiche, die sie machen, der Dichter in seine Werke.
Langsam fließt alle Persönlichkeit in das, was man der Welt gibt, und am Schluss kann man beruhigt sterben, weil man der Welt schon alles gegeben hat, was man geben kann und will. Und der Körper ist nur noch eine Hülle, in seinem Werk kann man weiterleben.
Und er hat Recht, seine Geschichten wie die vom kleinen Prinzen sind ja unsterblich geblieben.
Und so möchte ich mich austauschen, ich möchte noch etwas von mir geben.
Und dafür kann ich noch weiterleben.
Das ist greifbarer als das vage Versprechen, dass ich vielleicht irgendwann glücklich werde.
Und ich glaube, es macht mich auch glücklich, wenn ich weiß, ich kann vielleicht andere glücklich machen und habe nicht umsonst gelebt.

Liebe Isabell, ich hoffe, du findest bald etwas, was dich erfüllt.
Vielleicht können wir ja ein bisschen in Kontakt bleiben und uns austauschen, wie es uns so geht.

Alles Liebe, dein zuckerengelchen

Tief bewegt
...habe ich Eure Beiträge gelesen und mich in ihnen wiedergefunden.

Es lohnt sich so sehr zu leben. Leben ist Liebe, und Liebe ist das einzig Lebenswerte...

Denkt daran, egal wie sehr ihr Euch im Moment im freien Fall wähnt, glaubt, eine Feder im Wind zu sein: Man kann nie tiefer fallen als in die Hände der nächsten liebenden Person. Sie sind alle für Euch da, gebt den Menschen um Euch rum die Chance, für Euch da zu sein, es tut auch ihnen gut, weil sie sich dann in einem schwachen Moment auch an Euch wenden dürfen. Es ist ein Geben und Nehmen, ihr seid zu Recht ein Teil der Gesellschaft und dürft Euren Platz einnehmen und damit die Rechte und Pflichten.

Alles Liebe und GUte!

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31. August 2011 um 23:47
In Antwort auf

Tief bewegt
...habe ich Eure Beiträge gelesen und mich in ihnen wiedergefunden.

Es lohnt sich so sehr zu leben. Leben ist Liebe, und Liebe ist das einzig Lebenswerte...

Denkt daran, egal wie sehr ihr Euch im Moment im freien Fall wähnt, glaubt, eine Feder im Wind zu sein: Man kann nie tiefer fallen als in die Hände der nächsten liebenden Person. Sie sind alle für Euch da, gebt den Menschen um Euch rum die Chance, für Euch da zu sein, es tut auch ihnen gut, weil sie sich dann in einem schwachen Moment auch an Euch wenden dürfen. Es ist ein Geben und Nehmen, ihr seid zu Recht ein Teil der Gesellschaft und dürft Euren Platz einnehmen und damit die Rechte und Pflichten.

Alles Liebe und GUte!

Antwort
Hallo,

ich habe deinen Beitrag auch sehr bewegt gelesen. mir tun die antworten die ich hier bekam unendlich gut.Selten bin ich auf so viel Verständnis, auf so ein Verständnis der dinge geraten. Danke.

Tja bevor ich das las den Tag über war ich ziemlich am Ende. Ich habe mich wohl auch so verhalten. Ich war in "meinem" Zimmer und saß da in Sportsachen. Ich war ganz das Monster das ich in mir seh. Ich denke es ist SEHR schwer, wenn man sich so sieht-Es ist schwer dann noch etwas anderes aus sich zu machen. Die Person zu sein die man ist.
Ich hasse mich in diesen Tagen so sehr, doch ich tue auch alles dafür um die zu sein die sich beruhigt hassen kann.
Das Eingeständnis ist da, dass ich es ALLEINE nicht geschafft hab. Ich finde mich wieder in einem tiefen, tiefen Loch.Ich kann gar nicht sagen wie dunkel es da ist, wie bitterkalt und aus dem was ihr schreibt geht so viel Wärme hervor.
Doch das Eingeständnis ist mir egal, das ist nicht wichtig für mich. Viel mehr das Bild das man von sich bekommt, wenn man sich als die erlebt die- aus welchen Gründen auch immer- die nun so ihre Tage verbracht hat und die nun so hier sitzt.
IN ANBETRACHT DESSEN WIE WEIT ICH DIE LETZTEN MONATE KAM und mich stabilisieren konnte ist das zu traurig.Zu viel Kraft und Aufwand ging dort hinein. Vielleicht war ich nie perfekt geworden, doch schon sehr weit gekommen-NUR SAH ICH ES NICHT.

Während ich hier sitze und mir die Instrumental-Musik von dem Lied "Himmel" von Rosenstolz anhöre tut mir mein Kopf weh,mein Kiefer und eigentlich alles.Ich sehe aus als hätte ich unter der Brücke geschlafen und ich bin sehr, sehr traurig.
Aber vielleicht wollte ich es ja so. Vielleicht muss ich dies durchleben. NUR DIESES "DIES" VERSTEHT NIEMAND.

VIELLEICHT TESTE ICH MICH SELBER? Ich die immer will , dass andere mich unter allem noch sehen-unter meinen schwierigen Verhalten und wie auch immer ich aussehe- Vielleicht erwarte ich das auch von meiner eigenen Person. Nur es ist ziemlich viel das zu erwarten, wenn man so lebt und ist wie ich.
Nicht das ich mir alles "schwierige" an mir vornehme.

Gewissermaßen lasse ich nun alles Revue passieren. Überall wo ich mich jetzt aufhalte war ich schon mal, alles was ich lebe, wie ich lebe war schon mal so-Die guten und die schlechten Seiten.
Ich habe es mir nicht vorgenommen so zu spielen, aber es kommt mir alles so bekannt vor. So überaus bekannt.Und ich erkenne Stück für Stück das ich DA DRINN-in diesem Leben, wo auch immer ich hin gehe noch die Selbe bin. Manchmal erlebe ich das als beruhigend, DOCH ICH WILL SIE DOCH NICHT SEIN. Ich sehe dann das immer kleine vernachlässigte Mädchen von früher. Schwer mir klar zu machen in dieser Situation das ich sie nicht mehr ganz bin. Es ist so schwer,denn wie weit bin ich denn gekommen? Was habe ich gemacht? Und nun sitze ich hier Mutterseelenallein, habe kein Zuhause,habe keine Wohnung, kann mich nicht fangen. Auch die Mittel zu denen ich greife sind die selber.Immer nur etwas mehr hinten dran. Wer bin ich denn Was mach ich denn?

Es ist der Wahnsinn und so versuche ich mich hier mitzuteilen, denn von diesem Wahnsinn versteht niemand was, will keiner wissen. Meine immer starke Schwester sagt ich soll aufhören zu heulen, das findet alles nur in mir statt, ich hab mich selbst hier hin gebracht,ich bin selbst Schuld. Sie sagt das mit diesen Worten und noch krasser.
Sie hat Recht,ich muss da durch- doch in diesen Tagen, ja Wochen komme ich nicht ansatzweise heil da durch.
Ich bete zum Himmel das etwas passiert. Ich meine damit nicht, dass ich hier hocken bleibe und auf ein Wunder warte und nur dann. Ich meine das ich weiter und immer weiter gehe und das doch bitte nur etwas gutes passiert was mich am Leben hält,denn in diesen Wochen bin ich viel zu sehr gestorben.
Und wie fremd man dadurch ist,als wär man sonst nicht fremd genug in dieser Welt.Das Gefühl ist da.
Doch meine geliebte Schwester sieht es nur als heulen und ich frage mich selber.ob ich nur heul ohne Grund und das alles halb so schlimm ist und wieder hasse ich mich ein stück mehr.

Meine Schwester sagt ich tue so als wäre mir etwas schlimmes passiert und eben das- Mir passiert etwas schreckliches.Nur vielleicht ist es auch einfach nur Schwäche die mit rein spielt.

Ja, ich möchte mich auch der Welt mitteilen-auf meine Art und ich habe da so ziemlich den selben Traum wie du, na ja ein "Fast-Traum"-das Schreiben. Ich denke dieses hier BIN ICH auch wenn ich es überwinden muss, auch wenn ich selbst das manchmal vergesse oder den Glauben daran verliere, weil ich zu sehr gefallen bin.Wie in diesen Tagen.
Um die Welt ziehen und so erstmal leben das hätte auch von mir sein können, doch mittendrin auch mal Ruhe. wobei ich auf der anderen Seite ganz woanders nach Leben suchen will.
Ich weiß nicht wo das Leben mich hin führt oder ich mich selbst ein stück auch mit. Vielleicht bleibe ich in meinen Problemen stecken? Vielleicht lande ich wirklich auf der Straße-ich halte das nicht für so unwahrscheinlich, auch wenn es immer noch ein Obdach gibt, auch wenn es immer noch mein Vater gibt der mir ein Zimmer gibt.
Nur wer bin ich dort? Wie lebe ich dort? HALTE ICH DEM STAND? Das ist die Frage und wenn nicht kanns wohl auch so kommen, denn in allem habe ich mir eins bewahrt wofür ich einfach schon immer jeden Preis gezahlt hab und das würde ich auch dort mit hin tragen. Hier oder bei meinem Vater oder in einem Obdach geht es MOMENTAN verloren.
Und ich habe dann das Spiel des Lebens nicht grad gewonnen und vielleicht habe ich dann eine Grenze überschritten und bin zu sehr ausgestiegen und vielleicht war es auch die Angst vor den Erwartungen anderer die mich dort hin brachten,war Leistungsangst.War das Bild das ich von mir hatte, habe und war übersteigerte Erwartung, war eine Fehleinschätzung und vielleicht verhindern diese Gedanken es ja doch!

Was können Psychologen für mich tun Was kann man für mich tun- ich denke es ist so einfach was mir fehlt, doch es ist nicht herbei zu zaubern,auch nicht unbedingt bei IRGENDEINEN Psychogen, wobei ein tieferes Verständnis der Dinge wird wohl nötig sein, irgendeine Chemie, ein Blick dafür, ein Gefühl, ein Blick für MICH ganz gleich zu wem ich mich mache oder vielleicht ja sogar zu wem ich werde, wenn ich es nichts schaffe, zu wem ich dann geworden bin. Und das ist wieder sehr traurig. Nur jetzt ist es ja noch nicht so weit, auch wenn ich mich so fühl, auch wenn ich heute schrecklich aussehe. Das muss ich mir sagen und immer wieder sagen, ich würds gern in mein Hirn brennen, nicht gleich wieder vergessen wenn ich es hier beende.Nicht gleich wieder verloren gehen.

Ich weiß nicht, ob ich jetzt zu viel Unsinn schrieb und ja doch nicht verstanden wurde oder ihr hier sonst was denkt.
Ich habe ja nichts zu verlieren damit MICH hier Preis zu geben. wobei du sagtest, wir wären uns in einem anderen Forum schon mal übern Weg gelaufen. Weißt du noch wo?
(zuckerengelchen) Ich habe deinen Beitrag gut mitgelesen, es tut mir leid, wenn so wenig Worte dazu kommen.

Ich werde die Tage erstmal zu meinem Vater reisen bis die Anträge für die Wohngruppe durch sind. Ich bin hier SEHR unerwünscht. Teilweise ohne besonderen Grund, einfach über die Anwesenheit einer Person für so "lange" Zeit, teilweise, weil es zb schon zwei Mal vorkam, dass ich an ihre Lebensmittel ging.Ich denke in Wirklichkeit aber wegen der Freundin meines Bruders und mittlerweile auch wegen meines Bruders der so zwischen den Fronten steht und deswegen auf Ablehnung schaltet.
Mir ist eine schöne Atmosphäre immer sehr wichtig, doch die ist hier nicht. Zu einem dadurch.Zum anderen war sie aber auch von Anfang an nicht da-ich gehöre einfach nicht hier her. Diese Leute leben ganz anders als ich -Normalerweise-.Sicher finden sie die Atmosphäre hier schön und das ist ja auch ok,aber für mich war es nicht so. Ich denke das braucht man nicht erklären.

Bei meinem Vater wird es dadurch,dass er alleine wohnt , dadurch dass er auch arbeiten ist, dadurch das es dort ruhiger ist und dadurch das ich dort nicht so dermaßen unerwünscht bin und dies nicht gesagt und zu spüren bekomme auf eine Art etwas besser sein. Doch ich bin schon ganz früh von Zuhause weg, mit 17 (ich habe bei meiner Mutter und deren Freud gelebt) und nicht ohne Grund habe ich nie in Erwägung gezogen zu meinen Vater zu ziehen. Ich komme eben nicht aus den besten Verhälnissen und bei mein Vater war es mir irgendwie auch zu "behaftet" und zu eng und auch keine Atmosphäre in der ich mich wohl fühle.
Ich muss jetzt wohl lernen trotzdem eine schöne Atmosphäre in mir her zu richten. Das ist mir ja schon oft sehr, sehr gut gelungen, aber selten-also nie,waren die Bedingungen dazu so schlecht.
Auch bei meinem Vater muss ich aufpassen nicht wieder in Altes zu fallen, weil ich in einem "alten Ort" bin. Den ich mit so vielem verbinde, wo ich immer das kleine Mädchen sehe das ihren Trost im Essen sucht.Weil es da ist, weil es so leicht zugänglich ist.Weil es ruhig stellt und betäubt...
Doch so wie ich in Gedanken bei meinem Vater tanzen die Bilder des Mädchens vor meinen Augen. doch es sind nur vier wochen sage ich mir. Vier wochen. Nun bin ich drei Wochen kaputt gegangen,nun kann ich mich ja wieder aufbauen.Vier Wochen. Vier Wochen.Das muss doch zu schaffen sein.Abgrenzen.Abgrenzen.Das ist mir hier schon nicht gelungen, aber vielleicht ist dies ja ein Neuanfang für vier Wochen, vielleicht geht die Welt ja wirklich nicht unter.

mein Vater hat kein Internet mehr seit mein Zwillingsbruder bei ihm ausgezogen ist.
Er will jetzt zusehen, dass er irgendwoher ein Fahrrad für mich arrangieren kann,weil er zudem auf dem Dorf lebt.Ich werde deswegen nicht all zu oft online sein.In der Wohngruppe in die ich ziehen werde werde ich wieder einen Internet zugang haben.solange schau ich ab und an weiter hier vorbei-eher unregelmäßig.
Ich bin bis Samstag oder Sonntag noch da. Ich habe noch was zu erledigen und dann reise ich zu meinem Vater mit dem Gefühl nicht die Kurve gekriegt zu haben.Mit dem Gefühl festzuhängen.Mit dem Gefühl fest zu sitzen. Mit den ganzen Gefühlen ganz allein auf einen Dorf für vier Wochen und ich darf nicht an diese Wochen hier denken.

zuckerengelchen: Wenn dich dies alles nicht abschreckt können wir gerne im Kontakt bleiben.Ich weiß nicht was du jetzt denkst.

lg Isabell




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