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Bulimie - Den Kopf austricksen?

12. Juli 2011 um 14:19 Letzte Antwort: 16. Juli 2011 um 2:46

Ich (fast 22) lebe nun schon seit 4 Jahren mit Bulimie. Keine Ahnung ob es von Bulimie medizinisch gesehen verschiedene "Stufen" gibt. Jedenfalls ist es bei mir so, dass ich, anders als man es oft hört und liest, nicht in Selbsthass lebe, mich auch nicht von der Außenwelt abschirme oder unglücklich bin.
Im Gegenteil, ich bin gern in Gesellschaft, fahre auch mit Freunden oder meinem Freund zusammen in den Urlaub, OHNE dass ich mir vorher Gedanken mache, wie ich das mit der Bulimie mache.
Die Sache ist nämlich die: Wenn ich mit meinem Freund (z.B.) den ganzen Tag zusammen bin, esse ich viel kontrollierter und muss "es" nicht tun... wenn ich alleine bin (aber nicht einsam, einfach nur mal für ein paar Stunden für mich), dann kommen sehr schnell die Gedanken ans Essen zurück.
Ich koche auch immer gesund und lecker, esse aber auch (ohne danach zu erbrechen) mal Schnitzel mit Klößen, Rolladen, Nudeln Bolognese oder sowas. Also ich esse quasi nicht nur Grünzeug.

Mein Problem ist also nicht, dass ich mich nicht gesund ernähren könnte oder mir nicht auch mal was weniger gesundes gönnen kann.. mein Problem ist mein Kopf.
Mein Gehirn hat sich nach 4 Jahren nun wohl sehr an die Bulimie gewöhnt.
Obwohl ich mich eigentlich gut und gerne von ihr trennen könnte, eben weil ich nicht auf dem Diättrip bin und weiß,. dass jeder auch mal deftig essen kann, ohne zuzunehmen, versteht mein Kopf das ganz tief drinnen noch nicht.

Sobald ich esse, ist es meistens so, dass ich dann immer noch weiter essen muss.. wenn ich mit meinem Freund zusammen esse, oder auch mit Freunden und weiß, dass ich mich danach nun mal nicht zur Toilette zurückziehen kann, schaffe ich es auch meistens in Maßen zu essen bzw. muss dann damit leben, dass ich ziemlich vollgefuttert bin.. aber es ist eben sehr schwer.. und wenn ich allein bin, dann überwältigt mich eben das Gefühl mehr und mehr zu essen.. und dann übergebe ich mich eben doch.

Meine Frage ist jetzt eigentlich an jene gerichtet, die Bulimie haben, aber gerade in Therapie sind, oder die Bulimie schon überwunden haben.. WIE SCHAFFT MAN ES, DASS GEHIRN AUSZUTRICKSEN BZW. WIEDER "UMZUPROGRAMMIEREN"?

Wie gesagt, ich bin nicht auf Diät, will nicht abnehmen, gönne mir auch gutes Essen, ohne dabei ans Erbrechen zu denken.. ich esse auch jeden Tag Schokolade, wie jeder andere Gesunde und breche danach auch nicht..
aber manchmal kann ich beim essen einfach nicht dann aufhören, wo ich eigentlich schon satt wäre.. weil mein Kopf nach 4 Jahren Bulimie einfach falsch funktioniert.

Wie schaffe ich es, wieder ein Sättigungsgefühl in meinem Gehirn zu erzeugen und dadurch endlich wieder richtig gesund zu werden?

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12. Juli 2011 um 16:13

...............
Was bedeutet denn für dich Bulimie?

Bulimiker zu sein bedeutet nicht zwangsläufig auf einem "Diättrip" unterwegs zu sein.
Auch ist klar, dass du in Gesellschaft leichter kontrolliert essen kannst. Schließlich wäre es einfach peinlich eine Fressorgie unter Anwesenden abzuhalten.

Hast Du Hunger oder ist es eher die Lust nach mehr?

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12. Juli 2011 um 20:50
In Antwort auf ananda_12546119

...............
Was bedeutet denn für dich Bulimie?

Bulimiker zu sein bedeutet nicht zwangsläufig auf einem "Diättrip" unterwegs zu sein.
Auch ist klar, dass du in Gesellschaft leichter kontrolliert essen kannst. Schließlich wäre es einfach peinlich eine Fressorgie unter Anwesenden abzuhalten.

Hast Du Hunger oder ist es eher die Lust nach mehr?

Bulimie
Na Bulimie heißt für mich das, was es ist.. dass ich nach dem Essen erbreche, nicht jede Mahlzeit, aber dennoch täglich, es sei denn, ich bin z.B. mit meinem Freund länger irgendwo zusammen bzw. wirklich den ganzen Tag ohne Unterbrechung zusammen. Dann tue ich es eben auch mal einen oder zwei Tage nicht... aber dann steigt in mir auch die Anspannung.. weil ich mich eben in dieser Zeit sehr beherrsche und kontrolliere.

Wenn ich Hunger habe, dann esse ich, aber ich plane eben nicht, wie manche Bulimiker, "Fressorgien".. ich esse immer mit dem Gedanken, es danach nicht zu tun. Mache mir also eine normale Mahlzeit.. was weiß ich, Kartoffeln mit Quark und Leinöl von mir aus.. wenn ich dann eigentlich fertig bin mit essen, bin ich noch nicht zufrieden, auch wenn ich vom Hungergefühl her eigentlich satt bin..
es überkommt mich dann sozusagen.. nicht wie Heißhunger den jeder irgendwie kennt, es ist anders und ich kann dann auch nicht sagen ,,nein, du bist ja eigentlich satt". Als ob ich meinen Kopf nicht mehr steuern kann.. und genau das ist es, was ich meine, wie ich meinen Kopf wieder "neu programmieren" kann.

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12. Juli 2011 um 22:08
In Antwort auf willa_12865113

Bulimie
Na Bulimie heißt für mich das, was es ist.. dass ich nach dem Essen erbreche, nicht jede Mahlzeit, aber dennoch täglich, es sei denn, ich bin z.B. mit meinem Freund länger irgendwo zusammen bzw. wirklich den ganzen Tag ohne Unterbrechung zusammen. Dann tue ich es eben auch mal einen oder zwei Tage nicht... aber dann steigt in mir auch die Anspannung.. weil ich mich eben in dieser Zeit sehr beherrsche und kontrolliere.

Wenn ich Hunger habe, dann esse ich, aber ich plane eben nicht, wie manche Bulimiker, "Fressorgien".. ich esse immer mit dem Gedanken, es danach nicht zu tun. Mache mir also eine normale Mahlzeit.. was weiß ich, Kartoffeln mit Quark und Leinöl von mir aus.. wenn ich dann eigentlich fertig bin mit essen, bin ich noch nicht zufrieden, auch wenn ich vom Hungergefühl her eigentlich satt bin..
es überkommt mich dann sozusagen.. nicht wie Heißhunger den jeder irgendwie kennt, es ist anders und ich kann dann auch nicht sagen ,,nein, du bist ja eigentlich satt". Als ob ich meinen Kopf nicht mehr steuern kann.. und genau das ist es, was ich meine, wie ich meinen Kopf wieder "neu programmieren" kann.

Ich habe/hatte auch Bulimie
Bin nun schon über einen Monat symptomfrei. Habe es auch mal ein halbes Jahr geschafft...da möcht ich auch wieder hin, bzw. ich möcht es natürlich überbieten und für immer die ES besiegen.

Puh, was kann ich dir raten...?
Ablenken, immer etwas zu tun haben, bloß nicht in diesem Essensrausch verharren.
Ich habe auch Phasen, an denen ich viel Esse (mich überesse) aber nicht mehr übergebe.
Dann habe ich Phasen, an denen ich wenig esse... und Phasen an denen ich normal esse.

Also, du siehst, ich muss mich erstmal zurechtfinden...aber meine persönliche Einstellung ist im Moment, nicht zu Erbrechen.

Machst du denn Sport?
Das ist für mich auch eine Kompension bei Anspannung und Stress und auch ein Ausweg aus dem Essen und ich entdecke wieder alte Hobbys...

Es gibt vieles was man anstelle von essen tun kann...

Liebste Grüße, Susi

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13. Juli 2011 um 9:47
In Antwort auf willa_12865113

Bulimie
Na Bulimie heißt für mich das, was es ist.. dass ich nach dem Essen erbreche, nicht jede Mahlzeit, aber dennoch täglich, es sei denn, ich bin z.B. mit meinem Freund länger irgendwo zusammen bzw. wirklich den ganzen Tag ohne Unterbrechung zusammen. Dann tue ich es eben auch mal einen oder zwei Tage nicht... aber dann steigt in mir auch die Anspannung.. weil ich mich eben in dieser Zeit sehr beherrsche und kontrolliere.

Wenn ich Hunger habe, dann esse ich, aber ich plane eben nicht, wie manche Bulimiker, "Fressorgien".. ich esse immer mit dem Gedanken, es danach nicht zu tun. Mache mir also eine normale Mahlzeit.. was weiß ich, Kartoffeln mit Quark und Leinöl von mir aus.. wenn ich dann eigentlich fertig bin mit essen, bin ich noch nicht zufrieden, auch wenn ich vom Hungergefühl her eigentlich satt bin..
es überkommt mich dann sozusagen.. nicht wie Heißhunger den jeder irgendwie kennt, es ist anders und ich kann dann auch nicht sagen ,,nein, du bist ja eigentlich satt". Als ob ich meinen Kopf nicht mehr steuern kann.. und genau das ist es, was ich meine, wie ich meinen Kopf wieder "neu programmieren" kann.

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Das was du beschreibst, hört sich für mich nach einer "normalen" Bulimie an.

Hast Du es eigentlich schon mal mit einer Therapie versucht oder Dir sonst irgendwo Hilfe gesucht?

Wie fing es denn vor 4 Jahren an?

Was mir u. a. sehr geholfen hat, ist Sport. Eben um Druck abzubauen.
So blöd wie es klingt, doch das Kotzen an sich diente in gewisser Form für mich als eine Art Druckabbau. Die Anspannung war im Anschluss daran für eine gewisse Zeit wie weggeblasen. Ich war entspannt. Aber eben nicht auf Dauer. Doch für den Moment half es.
Einen ähnlichen Effekt konnte ich dann eben durch den Sport erzielen.

Natürlich spielten auch noch andere Faktoren eine Rolle.

Doch es half.

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16. Juli 2011 um 2:46

Also
ich hab seit 3 Jahren keine Bulimie mehr... Aber dein Problem kenne ich sehr gut, dieses einfach nicht aufhören können (Hab ich auch manchmal noch, aber mit anderen Dingen)
Es ist so, dass das Problem meistens nicht das Essen ist. Damit wird nur das wahre Problem verdeckt. Kann es sein dass du nach irgendetwas anderem hungerst und mehr davon haben willst als du momentan hast?
Und ja, ein Tipp, wenn du grad unbedingt mehr willst, obwohl du satt bist.
Iss bis du satt bist, dann leg das Essen in den Kühlschrank und freu dich drauf dass du in ein paar Stunden weiteressen kannst wenn du wieder Hunger kriegst. In der Zwischenzeit kannst du ja was schönes unternehmen.
Es klingt so, als wärst du auf einem sehr guten Weg
Liebe Grüße

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