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Brauche ich wirklich hilfe?

17. Juli 2011 um 19:49

hey meine lieben!
ich habe hier schon öfters geschrieben und mache jetzt auch mal einen tread auf.
ich bin seit acht jahren essgestört. mal mehr, mal weniger, ihr kennt das auf und ab. zwischendurch gings mir immer für monate/ jahre sehr gut, ich konnte mein gewicht halten, achtete nicht übermässig aufs essen etc.
begonnen hats mit etwa 15, da wollte ich auf ein bestimmtes datum schlank und hübsch sein. das habe ich hingekriegt durch nichts essen (der berühmte apfel am tag). danach habe ich aber natürlich wieder zugenommen und wurde zur bulimikerin; für bestimmt drei jahre. richtige FAs hatte ich zum glück nie. ich habe aber einfach wenn mir etwas bei einer mahlzeit besonders gut geschmeckt hat, immer mehr gegessen als nötig, mit dem hintergedanken, dass es ja nichts macht, weil ich nachher erbrechen gehen kann. durch eine gute freundin und meinen freund konnte ich aufhören und führte für jahre ein recht normales leben. vor etwa drei jahren fühlte ich mich mit +/- 70kg bei 178cm nicht mehr wohl und begann wieder abzunehmen - immer mit mehr als 1200kcal pro tag, da habe ich sehr stark drauf geachtet. soweit, so gut; ich habs geschafft und mittlerweile finden mich viele dünn. im letzten herbst, ich glaube, da war ich noch normalgewichtig, hatte ich schon den grössten krach mit meiner mutter, weil sie angst hatte, dass ich magersüchtig werde (dass ich schon seit jahren einen gestörten bezug zum essen hab, hat sie nicht mitgekriegt oder verdrängt). da fühlte ich mich aber noch sehr gesund und ok, dachte, ich hätte alles im griff!
in diesem frühling habe ich mich von meiner schwester, die leicht üg ist und abnehmen wollte/ will anstecken lassen. irgendwann begann ich wieder kalorien zu zählen - ich wollte unbedingt noch 3kg abnehmen um meine bikinifigur zu erreichen! das kalorien zählen wurde fast manisch. durch meine teilnahme an einem 16km-lauf im frühling habe ich viel trainiert und automatisch abgenommen. im moment habe ich einen bmi von unter 18 und fühle mich - tadaaa- alles andere als untergewichtig. ich fühle mich immer noch unwohl, sehe überall speck! angezogen gehts, da finde ich mich manchmal auch schlank, aber im bikini oder in unterwäsche - schrecklich! ich habe freunde und einen tollen freund, die mich unterstützen, von meiner ES wissen und mir helfen wollen, mich so zu akzeptieren, wie ich bin. aber ich kriege die kurve nicht. ich versuche, das kalorien-zählen wegzulassen und ganz normal zu essen; aber wenns mir nicht gesund genug ist, zuwenig eiweiss hat oder was auch immer, krieg ich ne krise. die ausnahmen werden schon anfangs woche festgelegt - zb eine feier am samstag. da fresse ich dann auch und gönne mir alles, esse oft viel mehr als die anderen! hinterher fühle ich mich schrecklich - so wie das halt ist, wenn man sich überessen hat. viel schlimmer sind aber die tage, die nicht zum überessen geplant waren, wo ich quasi einfach plötzlich zu viel esse - zb vorgestern; da musste ich in einen fabrikladen einer keks-firma, um für ein fest von gestern einzukaufen. da kann man alle kekse degustieren! ich habe nicht mehr gegessen als normale leute, die da reingehen, aber ich fühlte mich grässlich. zuhause habe ich dann einfach weitergegessen, alles durcheinander - noch mehr kekse, paprika, brühe, viele aprikosen, wieder kekse. und dann habe ich mich erbrochen - ein riesen-rückfall! gestern nochmal das gleiche; nur das das fest schon lange in meinem essensplan eingebaut war - fressen und dann kotzen! heute mache ich einen molke-tag, als ausgleich.
ich schreibe eigentlich im abnehm-forum und die mädels dort kriegen langsam die krise mit mir, sie meinen ich brauche unbedingt hilfe! aber so schlecht fühle ich mich gar nicht... ich liste mal meine symptome auf:
- untergewicht
- sich dick fühlen (körperschemastörung?)
- essen mit sport ausgleichen
- fresstage und ausgleichtage mit einplanen
- fixiertheit auf wenig kohlenhydrate und viel eiweiss - wenn ein plan nicht klappt, folgt meist die krise
- sich ohne sport schlecht fühlen
- spontan essen gehen ist fast nicht möglich
- ohne waage halte ich es kaum aus, es macht mich nervös
- wenn ich mich mit freunden für einen ausflug verabrede, mache ich mir schon lange vorher gedanken, wie ich das mit dem essen machen soll
- ich weiss alles über gesunder ernährung
- ich liebe kochbücher, ohne mal was davon zu kochen

was sagt ihr? ich will nicht in die therapie, ich fühle mich abgesehen von der ES gesund. natürlich habe ich manchmal schwindel und so, aber mein blutdruck ist meist etwa 90/50, und dann ist das ja kein wunder. ich bin körperlich so fit wie selten davor; will im herbst meinen ersten halbmarathon machen und meine geschwister haben schon meinen muskelaufbau bewundert, den ich durch hanteltraining erreicht habe - das klingt doch nicht nach unterernährung, oder? und solange ich nicht unterernährt bin oder ein richtiges körperliches problem hab, finde ich nicht, dass ich eine therapie brauche!
ich bin gespannt auf eure meinung - sorry für den langen text!

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18. Juli 2011 um 7:45

Hallo Ninja,
Untergewicht ist nur ein Schlüsselsymptom der Anorexie. Für andere Essstörungen kommt es nicht auf das Gewicht an. Du zeigst das klinische Vollbild der Bulimie. Auch dabei handelt es sich um eine schwere und behandlungsbedürftige Krankheit mit erheblichen körrperlichen und psychischen Folgen. Auf dein Gefühl und eine subjektive Bewertung deiner Symptome kommt es nicht an, da Krankheitsuneinsicht zum Krankheitsbild passt. Du benötigst ohne jeden Zweifel psychotherapeutische Hilfe.

LG Nus

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