Home / Forum / Fit & Gesund / Borderline + Bulimie, ein Weg daraus?

Borderline + Bulimie, ein Weg daraus?

22. August 2014 um 15:18

Hallo,
ich würde gerne von euch bzw. ebenfalls Erkrankten es gelungen ist, die Bulimie aufzugeben, daraus zu kommen und gleichzeitig nicht diese innere Leere zu extrem zu fühlen?
Immerhin weiß man ja, das die Bulimie zwar wirklich ungesund, dennoch aber nicht das eigentlich Problem ist. Jeder merkt, wenn sich diese FA anbahnen... Irgendein Trigger wird ausgelöst und man verliert die Kontrolle.
Bulimie ist ja ein Symptom von Borderline. Deshalb ist es wichtig zu merken, was einen in diesen Momenten in die Spannung, in diese Verzweiflung oder Hass, Wut etc. bringt?
Habt ihr Antworten?
Ich kann mir langsam selbst nicht mehr weiterhelfen.
Danke schonmal

Mehr lesen

22. August 2014 um 18:31

Das wäre schön
Liebe Melroxi,
leider kann ich dir keine antwort darauf geben. Ich versuche es gerade herauszufinden... Ich habe nun seit letzte Woche Donnerstag kein Rückfall. Also das heißt ich hatte Sonntag ein Fa aber ich hab ihn drin behalten... Ich schreibe seit Donnerstag jeden Gedanken auf den ich hab, wenn sich ein Fa anbahnen will aber ich werd noch nicht ganz schlau raus.. Ich glaube das die psychische Seite auch nur ein Bestandteil ist. Ich habe es jetzt die Woche geschafft regelmäßig zu essen und ich muss sagen, dass es mir hilft und mein verlangen nicht sooooo groß ist... Zudem hilft mir, dass ich mich drei Menschen anvertraut hab (nach über 10 Jahren) und ich die einfach anrufe oder dort hinfahre wenn ich merke das es sich anbahnt... Ich hab es jetzt den 8. Tag geschafft und dass hab ich glaub ich noch nie... Ansonsten hilft es sich abzulenken, dass Problem daran ist, dass ich mich nicht aufraffen kann dies zu tun, weil ich lieber FRESSEN möchte... Aber manchmal gelingt es mir und danach ist das verlangen dann weg...
Hast du denn gar nichts, was dich ein bisschen ablenkt?
Liebe Grüße
Sonnenblume

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

22. August 2014 um 23:54

Mhm.. im Grunde das Gegenteil:Sport
Danke für deine Antwort

Aber naja momentan warte ich auf meinen Studienbeginn.
Ich mache gern Sport... aber das erfordert Überwindung und ist manchmal nicht so einfach umzusetzen. Ich liebe lange Radtouren... wenn ich nicht draußen bin, bringt mir Sport relativ wenig. Ich habe vorhin auch überlegt in einen Kreativ Kurs zu gehen, einfach weil mir das fehlt.
Das Problem ist, dass ich hier in der Stadt, in der ich wohne noch keinen kenne, da wir hier erst seit 1 Monat wohnen und man doch schwer Kontakt knüpft... deshalb ja draußen Sport und der Kurs...
8 Tage sind wirklich gut Glückwunsch!
Schreiben hilft mir auch, aber ich komme mir oft dumm dabei vor.
Hilft dir ein strukturierter Tagesablauf deutlich weiter?
Aufraffen fällt mir auch schwer. Vorallem wenn der Tag diesen lazy Verlauf schon genommen hat... Ich lasse mich davon immer sehr runterziehen.
Wenn wir Freunde zu Besuch haben, fehlt mir nichts und ich bin glücklich, was ich mit FA's nicht bin, auch wenn es das ja auslösen soll...
Bist du begleitend eigentlich in Therapie?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

23. August 2014 um 7:12

Keine Freizeit
... diese innere Leere ist quälend ... ich bin auf einem guten Weg, weil ich jetzt schon mehrere Tage am Stück durchhalte. Dann kommt allerdings ein Rückfall ... ich notiere mir, die Situationen (gar nicht mal so sehr, meine Gedanken). Überwiegend liegt es daran, dass jemand meine Pläne durchkreuzt ...

Beispiel: Um keine Leerlaufzeiten zu haben, plane ich für 4 Wochen im Voraus meine Tage (wann fahre ich zu welchem Kunden - welche Freundin besuche ich wann - wann gehe ich zum Sport etc)

Nur, wenn mir dann wie vergangenen Dienstag eine Freundin spontan absagt - dann ist da ein Zeitfenster von 3 - 4 Stunden, was man aus Frust, Ärger, Wut ... Enttäuschung wunderbar zum "feiern" verwenden kann. Also habe ich erkannt, dass ich Notfallpläne haben muss ... (Sporttasche immer im Auto - damit ich spontan im Fitnesscenter anhalten kann) ...

Vielleicht ist das ein Tipp für dich - auch wenn es ziemlich krank ist, seine Tage so auf die Minute zu verplanen - mir hilft das grade ... über weitere Tipps wäre aber auch ich dankbar.

@Sonnenblume: Toll, dass du schon so lange durchgehalten hast! ... Das sind ja jetzt auch 8 Tage .... Respekt!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. August 2014 um 17:30
In Antwort auf melroxi

Mhm.. im Grunde das Gegenteil:Sport
Danke für deine Antwort

Aber naja momentan warte ich auf meinen Studienbeginn.
Ich mache gern Sport... aber das erfordert Überwindung und ist manchmal nicht so einfach umzusetzen. Ich liebe lange Radtouren... wenn ich nicht draußen bin, bringt mir Sport relativ wenig. Ich habe vorhin auch überlegt in einen Kreativ Kurs zu gehen, einfach weil mir das fehlt.
Das Problem ist, dass ich hier in der Stadt, in der ich wohne noch keinen kenne, da wir hier erst seit 1 Monat wohnen und man doch schwer Kontakt knüpft... deshalb ja draußen Sport und der Kurs...
8 Tage sind wirklich gut Glückwunsch!
Schreiben hilft mir auch, aber ich komme mir oft dumm dabei vor.
Hilft dir ein strukturierter Tagesablauf deutlich weiter?
Aufraffen fällt mir auch schwer. Vorallem wenn der Tag diesen lazy Verlauf schon genommen hat... Ich lasse mich davon immer sehr runterziehen.
Wenn wir Freunde zu Besuch haben, fehlt mir nichts und ich bin glücklich, was ich mit FA's nicht bin, auch wenn es das ja auslösen soll...
Bist du begleitend eigentlich in Therapie?

Lazx days...
Das ist bei mir genau das gleiche. Wenn ich morgens nicht aus dem Quark komme und erst einmal aufs Sofa wandere,dann bekomm ich den Hintern auch nicht mehr hoch und ich weiß,der nächste FA kündigt sich bald an....
Anders ist das,wenn ich direkt morgens ne Runde laufe. Dann fühle ich mich meist besser und kann anders mit mir und dem Essen umgehen...
Auch ist es bei mir mit den Freunden genauso. Wenn welche um mich rum sind bin ich glücklich . Nur manchmal ist es dann bei mir so,dass ich gar keinen sehen will,weil ich z.b. einen Fa geplant habe oder so. Das ist völlig bescheuert und ich hasse mich dafür,aber manchmal kann ich es einfach nicht ändern...
Samstag hatte ich leider einen kleinen Rückfall, aber es war nur ein kleiner und ich fand ihn sogar gar nicht befriedigend und das ist doch gut oder? Sonntag bin ich trotz riesen Kater und Heißhunger aber stark geblieben und bin stolz darauf....
Mhhh Therapie ist glaub ich zu viel gesagt. Ich hab echt n harten Job und denk immer ich will lieber keinen Vermerk irgendwo. Daher hab ich eine Psychologin diebich aus eigener Tasche bezahle...alle drei Wochen geh ich zu ihr und sie tut mir gut. Ansonsten hat es mir echt total geholfen mich zu öffnen und nicht mehr ein Geheimnis mi mir rum zu tragen...
Ich hab dadurch irgendwie das Gefühl ich kann es gar nicht mehr so ausleben und will auch das meine Mama nicht so traurig ist und sich sorgt.
Bist du in Therapie?
Ja das schreiben ist schon komisch find ich auch manchmal aber ich versuche es dennoch durchzuziehen.
Wie war denn euer Wochenede so

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. August 2014 um 22:38

Therapie
Sport ja, aber mittlerweile bin ich so... faul was dieses Training betrifft. Mir macht das wenig Spaß. Ich bewege mich lieber, doch mach ich dennoch Kraftsport und das, naja, ist eben langweilig. Die Wiederholungen oder Sätze zählen, das hat für mich mittlerweile auch nichts mehr mit "Sport" zu tun sondern einfach nur einen abquälen. Klar fühlt man sich besser, aber es macht doch noch mehr im Verein Spaß. Leider traue ich mich noch nicht, dorthin zu gehen, zumindest so ganz allein. Bin ich deshalb ein Angsthase? oder könnt ihr das verstehen?
Ich kenn das aber @mornhiril. Bei mir ist das auch so. Ich muss viel planen und strukturieren. Früher gings ohne, und ich war glücklicher aber jetzt, so mit komplett eigenem Haushalt und Studienanfang, funktioniert das weniger einfach.
Ich hab schon öfter gehört, dass das beste was einem daraus helfen könnte ist, sich absolut nicht mehr mit Essen zu beschäftigen - also soweit es geht. Natürlich ums Mittag essen bzw einkaufen kümmern aber eben ohne Hintergedanken. Also nicht prinzipiell für die FA's einkaufen.
@sonnenblume: Ja und nein. also ich hatte zwar eine aber die war keineswegs hilfreich. Ich fühlte mich nicht ernst genommen weil ich gemerkt habe, wie stark ich kategorisiert wurde und nicht als Individuum wahrgenommen wurde. Auch was ich sagte wurde kassifiziert. Aufgrund des Umzugs musste ich die Therapeutin wechseln, wobei ich zu meiner jetzigen nicht wirklich gehe, da es mich andauernd daran erinnert, welche Probleme ich habe und mich fremd fühlen lässt. Ich denke mir würde eine Selbsthilfegruppe mehr nützen.
Soll ich später noch ein paar Tipps ausschreiben?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

26. August 2014 um 13:47

Klar sehr gerne..
...Tipps sind immer gut und ausprobieren schadet nie .
Das mit der Therapie kann ich verstehen. Es ist wirklich schwierig, immer wieder mit altem Ballast konfrontiert zu werden. Das geht mir auch so und ich bin nach solch einer Sitzung immer völlig fertig . Aber ich glaub es tut mir dennoch gut.
Ich glaube, wenn dir der Sport zu Qual wird, dann ist es an der Zeit eine Pause einzulegen und dich mit etwa anderem zu beschäftigen, bis dein Kopf dir sagt, dass es gerade toll wäre eine Runde mit dem Rad zu düsen
Mit dem Sportverein finde ich eigentlich eine super Idee. Ich kann dich nur dazu ermutigen. Auch ich bin erst umgezogen und hab mich dann nach langem hin und her dazu entschlossen in einen Verein zu gehen....was soll ich sagen, es war ne super Entscheidung. Die Ängste davor waren unnötig, weil alle total lieb waren und jetzt hab ich dadurch Anschluss gefunden. Wovor hast du denn genau Angst? Und nein, ich würde dich nicht als Angsthase bezeichnen

Ein strukturierter Tag hilft mir übrigens auch sehr. Gibt irgendwie Sicherheit und lässt wirklich keine Leere aufkommen. Und ich denke nicht ganz so viel übers Essen nach. Das ist nämlich die Sache, ich kann einfach nicht nicht ans Essen denken . Das macht mich wahnsinnig. Selbst wenn ich gerade gegessen habe, denke ich 5 Min. später schon wieder an die nächste Mahlzeit. Und oft liege ich abends im Bett und denke über die Mahlzeiten am nächsten Tag nach...
Was macht ihr dagegen? Habt ihr das auch?

LG
Sonnenblume

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

29. August 2014 um 20:15

Nur ans essen denken^^.... Normal!
Okay, also ich gehe erstmal auf deine Fragen ein.
Ja na klar kenne ich das. Es gab eine Zeit, in der dieses Thema mein Hauptinhalt war. Es war allerdings auch eine enorm anstrengende Zeit, die ich nicht genossen habe. Ich habe damals irgendwann die Gedanken angenommen. Dagegen tun kann man eh nicht viel, aber es hilft wenn man ihnen einen Raum gibt, dann terrorisieren sie einen wenigstens nicht mehr, sondern beschäftigt sich damit mal bewusst. Es ist ja auch absolut in Ordnung an die Mahlzeiten zu denken und sich darauf zu freuen. Bei mir war es damals so arg, weil ich nie das gegessen habe, worauf ich Lust hatte, sondern was "gut" war um den Sport zu unterstützen.
Das langweilt irgendwann und man hört nicht auf sich. Vielleicht ist es auch ein Punkt für dich, sich was gönnen und sich darauf zu freuen, wie den Nachtisch oder einen guten Kaffee^^ oder das ganz spontan zu machen. Dadurch hab ich gemerkt, es lohnt sich nicht sich den Kopf großartig zu zerbrechen weil es sowieso anders kommt - sogar besser!
Ich hoffe du kannst diesem Wirrwarr etwas entnehmen. Ich habs versucht "kurz" zu halten^^.

Ich suche momentan gezielt nach Vereinen. Habe ich begonnen als ich deinen Kommentar las, deshalb danke @sonnenblume.
....
Kennt ihr auch diesen Wunsch alle lästigen Gedanken, und vielleicht sogar Gedanken, die einen enorm einschränken einfach auszulöschen? Diese "Last" los zu sein?

Und kennt ihr vielleicht den Grund wieso man bei "Borderlinern" sagt, dass sie die Probleme ein lebenlang mit sich rumtragen?

Danke schonmal für die Antworten =)

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest