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Blick auf die Welt mit ES

1. November 2014 um 18:07 Letzte Antwort: 1. November 2014 um 23:53

Ich möchte mir jetzt etwas von der Leber weg schreiben.

Kennt Ihr das auch? Mit einer ES (in meinem Fall eine langsam besser werdende Anorexie) hat man ständig das Gefühl, dass das Leben an einem vorbeizieht. Die anderen, die gesunden, lachenden, schönen Menschen um einen herum geniessen das Leben und verhalten sich ihrem Alter gemäss.
Doch was machen wir? Wir verkriechen uns zu Hause, lenken uns ab mit Kalorienbilanzen und sind froh, wenn wir keine Nachricht erhalten, auf welche wir antworten müssen.

Das Leben, es zieht vor unseren Augen vorbei. Und wir können nicht teilhaben. Eine ES ist für mich im Grunde wie ein Gitterkäfig: Zwar hält sie zahlreiche Umwelteinflüsse fern, gibt unserem Dasein einen "Lebensinhalt" und verschont uns von "alltäglichen" Problemen; gleichzeitig hindert sie uns jedoch, die Welt da draussen aktiv zu erkunden/uns einfach so zu verhalten, wie es als Junge Menschen halt ganz natürlich ist.

Meine beste Freundin hat mir begeistert erzählt, dass sie gestern ihr erstes Mal erlebt hat. Ich habe höflich genickt & Fragen gestellt; um mich dann geistig jedoch nur wieder ganz dem Gedanken zu widmen, ob ich das Abführmittel heute morgen rechtzeitig eingenommen habe.

Versteht Ihr jetzt, was ich damit meine?

Ich beneide meine Freundin so sehr, dass es wehtut. Was sie hat, was alle gesunden Menschen da draussen haben (Lebensfreude, Selbstbewusstsein, Spontanität etc.), das wünsche ich mir auch.

Doch dafür muss ich meine Gitterstäbe durchbrechen. und das - wie ihr wisst - ist schwer.

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1. November 2014 um 22:05

Du sprichst mir aus der seele...
...ich denke zwar mittlerweile deutlich weniger anorektisch als noch vor nem halben jahr..aber dennoch stecke ich oftmals in diesem strudel aus gedanken fest wie:" was koche ich heute abend und reicht mir dies oder jenes..."und das erschöpft mich schon so sehr weil ich immer alles richtig und perfekt machen will, dass mir die welt da draußen und das "richtige leben" einfach zusätzlich dazu viel zu anstrengend sind...
Ich würde auch so gerne morgens aufstehen, einfach rausgehen und die welt erkunden, neue menschen und orte kennenlernen und fröhlich, entspannt, gelassen durchs leben schreiten...
doch ich bin gebunden und zwanghaft abhängig von meinen gedanken und perfektionistischen zwängen...es ist nur noch anstrengend
Auch heute abend sitze ich allein zuhause und surfe im internet...hallo es ist samstagabend...alle gehen feiern, chillen und spaß haben; ich bin vom anstrengenden tag einfach nur erschöpft und zwinge mich jetzt auch noch zum lernen wofür ich absolut keine kraft mehr habe...

Ich hätte so gern einen freund wie beinahe alle meine freundinnen, aber habe auch gleichzeitig angst davor eine feste bindung einzugehen...ich kann niemanden in meine kleine welt reinlassen, habe angst nicht verstanden, verletzt und enttäuscht zu werden.

Mein leben besteht nur aus diesen beiden gefühlen: Anspannung und Angst.
Ja das trifft es am besten!
Sorry leute für den langen text - wenn ihr ihn überhaupt bis zum ende gelesen habt - ist mir auch etwas peinlich, weil so intim, aber musste echt grad raus!!!

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1. November 2014 um 23:53
In Antwort auf zakir_12270577

Du sprichst mir aus der seele...
...ich denke zwar mittlerweile deutlich weniger anorektisch als noch vor nem halben jahr..aber dennoch stecke ich oftmals in diesem strudel aus gedanken fest wie:" was koche ich heute abend und reicht mir dies oder jenes..."und das erschöpft mich schon so sehr weil ich immer alles richtig und perfekt machen will, dass mir die welt da draußen und das "richtige leben" einfach zusätzlich dazu viel zu anstrengend sind...
Ich würde auch so gerne morgens aufstehen, einfach rausgehen und die welt erkunden, neue menschen und orte kennenlernen und fröhlich, entspannt, gelassen durchs leben schreiten...
doch ich bin gebunden und zwanghaft abhängig von meinen gedanken und perfektionistischen zwängen...es ist nur noch anstrengend
Auch heute abend sitze ich allein zuhause und surfe im internet...hallo es ist samstagabend...alle gehen feiern, chillen und spaß haben; ich bin vom anstrengenden tag einfach nur erschöpft und zwinge mich jetzt auch noch zum lernen wofür ich absolut keine kraft mehr habe...

Ich hätte so gern einen freund wie beinahe alle meine freundinnen, aber habe auch gleichzeitig angst davor eine feste bindung einzugehen...ich kann niemanden in meine kleine welt reinlassen, habe angst nicht verstanden, verletzt und enttäuscht zu werden.

Mein leben besteht nur aus diesen beiden gefühlen: Anspannung und Angst.
Ja das trifft es am besten!
Sorry leute für den langen text - wenn ihr ihn überhaupt bis zum ende gelesen habt - ist mir auch etwas peinlich, weil so intim, aber musste echt grad raus!!!

...
Liebe Ivana,

Ich weiss grad gar nicht was sagen, weil du mir die Worte aus dem Mund nimmst.

Aber diese Lebensfreude, die wird auch für uns noch kommen! Ganz sicher, da draussen warten wundervolle Typen auf uns

Sei gedrückt :*

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