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Blasenentzündung- Rat einer Betroffenen

21. März 2014 um 15:42

Hallo an alle Leidgeplagten da draußen,
dies ist mein erster Beitrag in einem Forum und ich schreibe Ihn, weil ich mir geschworen habe meine Erfahrungen zu teilen, wenn ich denn endlich etwas finde, das mir hilft.
Kurz zu mir:
Seit 2007 habe ich mit Blasenentündungen gekämpft bis vor einem Jahr, ich hatte drei Nierenbeckenentzündungen, Nierensteine (sogenannte Struvitsteine, also infektbedingte Steine), habe fast vier Jahre eine Langzeitantibiose mit Nitrofurantoin hinter mir, unzählige Blasenspiegelungen und sogar eine Harnröhrenschlitzung und natürlich die Strovac-Impfung.
Dazu kommen ungezählte Blasenentzünungen, in meiner schlimmsten Zeit fast alle zwei Woche und ich denke es gibt fast kein Antibiotikum, das ich noch nicht genommen habe.
Ich selbst bin Medizinerin, ich habe im Dezember mein Examen gemacht und fange im April an als Ärztin zu arbeiten. Das heißt ich habe relativ viel Fachwissen zu diesem Thema, aber trotzdem Jahre lang verzweifelt nach einer Lösung gesucht.
Von Kollegen meiner Zunft, vornehmlich Urologen aber auch Gynäkologinnen, bin ich oft mit Unverständnis bedacht worden, so als ob mein Fall eine absolute Ausnahme wäre, und sie ja noch nie von einer jungen Frau mit solch einer Geschichte gehört hätten. Wenn man sich hier in den Foren mal umsieht, weiß man, dass das nicht so ist- leider. Auch meine Kommilitionen und Dozenten an der Uni wussten keinen Rat für mich und so musste ich mich mehr oder weniger alleine therapieren.
Nach über 6 Jahren Leidensgeschichte - und das meine ich wirklich, denn wer so schwer oder ähnlich schwer betroffen ist wie ich, weiß, dass diese Erkrankung oder die Neigung dazu ein Leid ist. Ich habe sechs Jahre mit Schmerzen gelebt und vorallem mit einer unglaublichen Angst vor jeder neuen Entzündung- erst jetzt, über ein Jahr später stelle ich rückblickend fest, was dieser Erkrankung mit mir gemacht hat. Dazu kamen die vielen Antibiotika und insbesondere die Langzeitantibiose hat meiner Leber schwer zu schaffen gemacht. Irgendwann meinte ein Arzt im Notdienst zu mir ich würde mir nicht nur meine Nieren sondern auch meine Leber ruinieren- vielen Dank für das Einfühlungsvermögen, Herr Kollege, denke ich mir da. Seit gut einem Jahr bin ich jetzt frei von Beschwerde und ich bin jeden Tag aufs neue Dankbar für die Lebensqualität, die ich jetzt habe- ein Leben ohne BE.

So und nun zu meinem Rat:
Das einzige was bei mir geholfen hat (und ich habe ALLES ausprobiert: Nitrofuratoin, Infectotrimet, Acimol- also Harnansäuern, Cranberrysaft und Kapseln, Kürbisextrakt, die Impfung... wirklich alles und sehr,sehr viel Geld dafür ausgegeben....) sind schlussendlich zwei Dinge:
1. Die Pille absetzten
- und ja ich weiß, dass ist eine Entscheidung, die braucht Ihre Zeit, ich habe 6 Jahre gebraucht, bis ich dazu bereit war, und ja ich lebe in einer Beziehung und nein ich möchte auch auf keinen Fall schwanger werden. Aber es war die erste große Veränderung in Richtung Leben ohne BE. Oft wird von Urologen und Gynäkologen gesagt, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen der Pille und BEs und ich weiß heute, dass es ihn gibt, definitiv. Zum einen lässt es sich pathophysiologisch erklären, denn die künstlichen Hormone verändern die Zusammensetzung der Schleimhaut in der Harnröhre und zum anderen kenne ich außer meinem mittlerweile einige Fälle, denen das geholfen hat. Allerdings muss man sagen, es dauert eine Zeit, also bis drei Monate nach absetzten muss man schon warten bis man einen Effekt merkt, aber je länger ich hormonfrei gelebt habe, desto mehr habe ich die Veränderungen gemerkt an der Blase und Harnröhre.
2. Angocin Anti-Infekt
- ein pflanzliches Mittel aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel, eine absolute Wunderwaffe im Kampf gegen die BE. Davon nach jedem GV vier Tabletten und am selben Abend, immer wenn man sich unterkühlt hat, oder es irgendwie zwackt in der Blase. Natürlich ist das Mittel nicht ganz billig, aber man gibt auch viel Geld aus für Dinge die nicht wirken. (Und ja ich bin zwar Ärztin, aber ich habe keine Verbindungen in die Pharmaindustrie und auch kein Interesse hier Werbung zu machen)

Diese beiden Dinge haben mein Leben verändert und ich kann im April sorgenfrei und ohne BE in meinen Beruf als Ärztin starten und hoffentlich vielen vielen Frauen auf meinem Weg diese beiden Tipps mitgeben, auch wenn ich nicht Urologin oder Gynäologin werde....

Ich hoffe ich konnte manch einer von euch noch einen Weg aufzeigen, mein Rat richtet sich an all jene, die hartnäckig mit dieser Erkrankung zu kämpfen haben.
Für alle die es nicht ganz so schlimm getroffen hat: probiert auf jeden Fall mal Angocin aus.

Ich freue mich über Fragen von Euch zu meine ersten und wahrscheinlich letzten Beitrag in einem Forum, aber dieser war mir wie gesagt ein Bedürfnis.

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22. März 2014 um 12:44

Ich danke dir!
Ich danke dir von ganzem Herzen für deinen Beitrag!

Seit ca.4 Jahren habe ich ständig BE, so oft, dass dies bei mir bereits der Normalzustand ist. Mittlerweile schmerzt es mich nicht mehr merklich, ich muss nur ständig zur Toilette. Von Zeit zu Zeit entsteht dann aus der BE eine Nierenentzündung. Letztens wars so schlimm, dass ich kaum mehr gehen konnte und auf den Notfall musste. Dann gibt es AB und den Kommentar, dass dies halt bei manchen Frauen häufig sei.
Ich werde es mit Angocin versuchen und sonst muss ich wohl leider den Nuvaring absetzen.

Schön dass es so ambitionierte Ärztinnen gibt wie dich, die etwas nicht einfach hinnehmen und sagen, dass man damit leben muss. Toll, dass du für dich eine Lösung gefunden hast, und ich bin sicher es wird auch mir und vielen anderen helfen!

Ich wünsche dir alles Gute, du wirst bestimmt eine tolle Ärztin!

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24. März 2014 um 23:52

Ich schließe mich an
Hey,
auch ich schreibe heute meinen ersten Beitrag in ein solches Forum, aus dem selben Grund wie Catolina88. Ich habe was gefunden das mir hilft und ich glaube jeder der jemals mit Blasenentzündungen zu kämpfen hatte, möchte anderen mitteilen, wenn er etwas gefunden hat was ihm hilft.
Im Gegensatz zu vielen von euch war meine Leidensgeschichte recht "kurz", ich weiss nicht ob ich das so lange ausgehalten hätte wie einige von euch.
Ich hatte die ersten Blasenentzündung im Sommer 2010 während eines Auslandsaufenthaltes und in direktem Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr. In den darauf folgenden Monaten hatte ich immer mal wieder Blasenentzündungen, nach dem GV allerdings immer. Diese wurden immer mit Antibiotikum behandelt. Ich war eigentlich fast immer ohne festen Partner, daher war das eher selten der Fall. Nachdem ich im Dezember 2012 meinen jetzigen Partner kennen gelernt habe, kam das Thema Blasenentzündung wieder auf den Tisch, ich hatte in der zeit von Januar 2013 bis Oktober 2013, 23 BE, also eigentlich permanent, diese wurden mit unterschiedlichen Antibiotika und auch Langzeitantibiose behandelt, kaum hatte ich das Antibiotikum abgesetzt, war die nächste BE da. Ich muss sagen meine Gynäkologin hat sich sehr bemüht, Unterschiedliches ausprobiert und getan was sie konnte, letztendlich lief es aber doch immer auf Antibiotikum hinaus und bei mir waren die Schmerzen irgendwann so groß dass ich es dann halt genommen habe. Im August habe ich dann auf Rat meiner Gynäkologin begonnen, nach dem Geschlechtsverkehr sogenannte "Single Shots" zu nehmen, das sind "Einmalantibiotika, das ging genau nach einem GV gut, dann ging es wieder los. alle Untersuchungen, auch die Blasenspiegelung haben zwar ergeben, dass meine Blase völlig entzündet ist, aber nicht warum das so ist und was langfristig dagegen getan werden kann.
Ich wollte keines Falls so weitermachen und auch keinesfalls dauerhaft Antibiotikum nehmen, mein Körper war zu dem Zeitpunkt schon sehr mitgenommen. Egal welcher Infekt im Umlauf war, ich war dabei. Mittlerweile war ich gegen 3 Antibiotika auch resistent. Wenn ich ehrlich bin, ich habe irgendwann resigniert, ich wusste nicht mehr was ich machen soll, hatte alles ausprobiert, von Cranberrys über Harntee 400, Cystinol, Antibiotikum in jeder Form, CUW, Sex nur noch mit Kondom etc.. Nichts half und ich hatte das Gefühl die Ärzte resignierten langsam auch, von meiner Beziehung garnicht zu sprechen. Ich habe dann von einer Bekannten gehört, dass ein Heilpraktiker einer Freundin von ihr bei BE geholfen hätte. Jetzt bin ich allerdings nicht der Freund von Heilpraktikern und ich bin da auch sehr skeptisch, aber ich habe es ausprobiert, weil es darauf jetzt auch nicht mehr ankam und ich eigentlich alles gemacht hätte, Hauptsache es hilft und ich muss sagen, es hat geholfen. Es hat mir in dem Umfang geholfen, dass ich Ende Oktober 2013 meinen ersten Termin dort hatte und seit Mitte November 2013 bis heute keine BE mehr hatte. Das hört sich komisch an, gerade die Mediziner hier werden jetzt wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, aber ich kann seit 4 Monaten mein Leben wieder genießen und auch ich sehe jetzt, wie sehr ich es nicht mehr konnte, wie sehr mich dieses Leiden und auch die ständige Angst, um nicht zu sagen Panik, eingeschränkt haben. Ich hoffe das das auch so bleibt und auch wenn die BE erstmal weg sind, meine Panik, auch nur beim kleinsten Ziehen oder Brennen, ist sofort wieder da und ich hoffe dass ich auch das noch hinbekomme. Je nachdem in welcher Situation man gerade ist, kann man es nicht mehr hören und kann auch nicht mehr daran glauben, aber hört nicht auf nach eurem Mittel bzw. Behandlung zu suchen, es ist es immer wert.

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11. April 2014 um 17:22

Ich hoffe weiter...
Danke Euch für Eure Beiträge

Auch ich kämpfe, wie viele andere gegen Blasenentzündung an - jedoch vergeblich. Doch Eure Beiträge lassen mich hoffen.

Kurz zu meiner Geschichte - vielleicht könnt ihr mir helfen:
Vor ca. 1,5 Jahren fing alles mit einer BE an. Da habe ich mir jedoch nichts gedacht, da es auf die Wintermonate zu ging. Doch als ich diese dann im Abstand von ca. 3 Wochen wieder bekommen habe, wurde ich innerlich schon panisch.

In Summe ging dies dann bis ungefähr Mai | Juni. Ab da war komischerweise Ruhe. Ich habe mich schon total gefreut, da mein Hausarzt auch den Standardspruch "Das ist nun mal so - manche Frauen sind hier anfälliger" brachte.
Meine Frauenärztin hat mir dann Angocin verschrieben, welches mir auch super geholfen hatte. Das habe ich dann auch bei dem komischen Gefühl es fängt wieder an sofort genommen.

Ca. 6 Monate war ich beschwerdenfrei & hatte auch keine BE mehr. Doch dann im Januar war es so heftig, dass ins Krankenhaus musste, da ich Freitag Abends so heftige Schmerzen bekam, dass ich das WE nicht ausgehalten hätte. Auch hier bekam ich nur AB - wie immer eigentlich.

Heute war ich wieder beim Arzt und lasse meine 4. BE mit AB für dieses Jahr behandeln. Ich war zwischendurch beim Urologe - er und meine Frauenärztin können sich dies aber nicht erklären.
Als ich sie auf die Pille angesprochen habe, hat sie es natürlich verneint.

Bin am überlegen wirklich die Pille abzusetzen. Mein Freund steht zum Glück hinter mir und unterstützt mich in allem.

Danke Euch für einen Rat

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