Home / Forum / Fit & Gesund / Bin neu im Forum und will wieder normal essen

Bin neu im Forum und will wieder normal essen

3. März 2012 um 14:14

Hallo!
Gestern abend bin ich auf dieses Forum gestossen und habe mich ein bisschen durchgelesen, und kann mich mit ein paar von euch echt identifizieren :/
Zu meiner Person: Ich bin 17 Jahre alt, 1m78 gross und wiege aktuell 54-55kg, also Untergewicht. Begonnen hat alles mit einer harmlosen Diät im September letzten Jahres. Ich konnte IMMER essen was ich will, (Weissbrot mit dick butter und Nutella, Tortellini mit Sahnesauce, Spaghetti Carbonara, fette Pizza und und und) mein Gewicht war seit ich 14-15 war bei ziemlich gleicher Grösse immer um die 60 Kilo, also eigentlich Normalgewicht, sogar Idealgewicht. Nach dem Italienurlaub brachte ich 62 Kilo auf die Waage, und das war eindeutig zu viel für mich! Als die Schule wieder anfing habe ich begonnen, abzunehmen. Mein Tagesplan sah die letzten paar Monate immer +- so aus:
Frühstück: 150g Naturjoghurt mit Beeren, Leinsamen und Haferflocken
Mittagessen: Vollkornbrötchen mit Emmentaler oder Räucherlachs belegt, Salat, ganz selten ein grosses Brötchen mit Käse oder Penne Arrabiata
Snack: hängt davon ab, meistens 1 Apfel
Abends: Salat oder Gemüse mit Vollkornbrot, belegt mit Margarine, Frischkäse oder Käse
Einmal die Woche habe ich mir abends Pasta beim Italiener gegönnt, aber nur wenn ich an dem Tag im Fitnessstudio war. Sonntags habe ich morgens immer 1 1/2 Brötchen mit Marmelade und 1 Croissant mit Nutella gegessen, dafür dann aber Abends nur Joghurt.
Viele von euch fragen sich jetzt sicher, was ich hier im Forum suche. Für euch scheint das, was ich so esse, sicher "viel" zu sein. Jedoch ist es letztens so, dass das was ich esse mein Leben dominiert. Andauernd zähle ich Kalorien und habe panische Angst davon, zuzunehmen. Am Dienstag z.B. wog ich 55,2 Kilo und war total gekränkt da ich normalerweise 54,5 wiege, habe dafür Mittwoch superwenig gegessen. Donnerstag waren es dann 54,8. Seitdem habe ich mich nicht mehr gewogen und probiere auch es mir abzugewöhnen. Das wiegen macht mich nämlich immer mehr fertig, ich hasse es zusehen wenn ich zugenommen habe
Eigentlich bin ich mit meiner Figur aktuell zufrieden, nur will ich nicht mehr wiegen! Mein Bauch stört mich immer noch. Er steht immer so hässlich raus, liegt wohl an meinem Hohlkreuz :/ Kann man wohl nichts machen, ausser Situps.
Heute habe ich beschlossen wieder normal zu essen ohne Kalorienzählen und wiegen Habe mein kalorienzähler-app schon gelöscht und zu mittag habe ich mir ein sojaschnitzel (paniert!), 200g TK-Gemüse und 2 Kartoffeln mit öl und kräutern mariniert im Ofen gebacken mit Kräuterfrischkäse gemacht
Aber habe Angst dass ich mich dann irgendwann wieder wiege, sehe dass ich wieder bei 60kg bin und wieder alles von vorne anfrängt
Sorry für den langen text, ich hoffe hier gibt es jemanden der mir helfen kann!

Mehr lesen

3. März 2012 um 16:05

Hallo Steffi,
du zeigst die typischen Symptome einer leichten Anorexie, die aber auch gefährlich und daher behandlungsbedürftig ist. Heilung der Magersucht heißt Normalisierung von Essverhalten und Gewicht. Man kann zunächst versuchen, dies selbst zu erreichen. Oft verbergen sich hinter einer Essstörung aber auch unbewältigte Probleme und Konflikte, die dann eine professionelle Hilfe erforderlich machen.

Im Rahmen der Selbsttherapie geht es darum, eine langsame Gewichtssteigerung durch regelmäßiges Essen zu erzielen. Dies ist für mich nur auf Basis eines festen Kalorienplanes bei gleichzeitiger Gewichtskontrolle möglich. Vorübergehend wird es daher nicht anders gehen als dass du weiterhin Kalorien zählst, dieses Mal aber mit dem Ziel einer langsamen Gewichtszunahme. Das Problem besteht ohnehin darin, deine Angst vor einer Gewichtszunahme zu überwinden und dich bei steigendem Gewicht und Körperumfang mit deinem Aussehen zu arrangieren. Wenn du dazu bereit bist, gebe ich dir gern eine nähere Anleitung zur Selbsttherapie.

LG Nus

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

3. März 2012 um 16:17
In Antwort auf nus1951

Hallo Steffi,
du zeigst die typischen Symptome einer leichten Anorexie, die aber auch gefährlich und daher behandlungsbedürftig ist. Heilung der Magersucht heißt Normalisierung von Essverhalten und Gewicht. Man kann zunächst versuchen, dies selbst zu erreichen. Oft verbergen sich hinter einer Essstörung aber auch unbewältigte Probleme und Konflikte, die dann eine professionelle Hilfe erforderlich machen.

Im Rahmen der Selbsttherapie geht es darum, eine langsame Gewichtssteigerung durch regelmäßiges Essen zu erzielen. Dies ist für mich nur auf Basis eines festen Kalorienplanes bei gleichzeitiger Gewichtskontrolle möglich. Vorübergehend wird es daher nicht anders gehen als dass du weiterhin Kalorien zählst, dieses Mal aber mit dem Ziel einer langsamen Gewichtszunahme. Das Problem besteht ohnehin darin, deine Angst vor einer Gewichtszunahme zu überwinden und dich bei steigendem Gewicht und Körperumfang mit deinem Aussehen zu arrangieren. Wenn du dazu bereit bist, gebe ich dir gern eine nähere Anleitung zur Selbsttherapie.

LG Nus

Danke
Für deine antwort, ich würde mich sehr über eine Anleitung zur Selbsttherapie von dir freuen

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

3. März 2012 um 17:01
In Antwort auf melor_12098256

Danke
Für deine antwort, ich würde mich sehr über eine Anleitung zur Selbsttherapie von dir freuen

Grundsätzliches
Bei der Heilung einer Essstörung ist es zunächst wichtig, dass man lernt, seine eigene Erkrankung zu verstehen. Du leidest nicht daran, dass du mit demnächst 60 KG zu dick bist. Das bist du nicht, das ist nur eine eigene falsche Bewertung von dir. Ein Teil deines Krankheitsbildes ist eine verzerrte Wahrnehmung deines Körpers, die beinhaltet, dass du dich nicht nur zu dick siehst sondern auch selbst ablehnst, was sich bis zum Selbsthass steigern kann. Im Laufe der Erkrankung entwickelt man eine panische Angst vor einer Gewichtszunahme. Wie alle Phobien lässt sich diese Angst nur langsam abbauen. Die Heilung einer Essstörung ist langwierig und dauert Monate, manchmal Jahre. Du darfst nicht erwarten, dass du von einzelnen Beiträgen hier im Forum wieder gesund wirst. Es ist ein täglicher Kampf, den du in deinem Alltag führen musst, den du nur gewinnst, wenn du dazu bereit bist. Die Basis einer Heilung ist stets die Selbsterkenntnis seines Zustandes als psychische Krankheit. Dann muss man bereit sein, sich von diesem Zustand zu lösen, der einem ja mal wer weiß wie erstrebenswert erschien. Es geht bei der Heilung einer Essstörung nicht um technische Angaben zum Essverhalten sondern um das Erlernen von neuen Bewertungen, die es einem ermöglichen, seinen Alltag zu bewältigen, ohne zu hungern, ohne Angst vor der Waage zu haben, ohne sein Untergewicht als Ventil für Verletzungen und Konflikte zu gebrauchen.

Versuch einfach mal, ob du das verstehen kannst, was ich dir schreibe, ob du Fragen dazu hast und ob du wirklich so weit bist, diesen Weg zu gehen?

LG Nus

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

3. März 2012 um 18:37
In Antwort auf nus1951

Grundsätzliches
Bei der Heilung einer Essstörung ist es zunächst wichtig, dass man lernt, seine eigene Erkrankung zu verstehen. Du leidest nicht daran, dass du mit demnächst 60 KG zu dick bist. Das bist du nicht, das ist nur eine eigene falsche Bewertung von dir. Ein Teil deines Krankheitsbildes ist eine verzerrte Wahrnehmung deines Körpers, die beinhaltet, dass du dich nicht nur zu dick siehst sondern auch selbst ablehnst, was sich bis zum Selbsthass steigern kann. Im Laufe der Erkrankung entwickelt man eine panische Angst vor einer Gewichtszunahme. Wie alle Phobien lässt sich diese Angst nur langsam abbauen. Die Heilung einer Essstörung ist langwierig und dauert Monate, manchmal Jahre. Du darfst nicht erwarten, dass du von einzelnen Beiträgen hier im Forum wieder gesund wirst. Es ist ein täglicher Kampf, den du in deinem Alltag führen musst, den du nur gewinnst, wenn du dazu bereit bist. Die Basis einer Heilung ist stets die Selbsterkenntnis seines Zustandes als psychische Krankheit. Dann muss man bereit sein, sich von diesem Zustand zu lösen, der einem ja mal wer weiß wie erstrebenswert erschien. Es geht bei der Heilung einer Essstörung nicht um technische Angaben zum Essverhalten sondern um das Erlernen von neuen Bewertungen, die es einem ermöglichen, seinen Alltag zu bewältigen, ohne zu hungern, ohne Angst vor der Waage zu haben, ohne sein Untergewicht als Ventil für Verletzungen und Konflikte zu gebrauchen.

Versuch einfach mal, ob du das verstehen kannst, was ich dir schreibe, ob du Fragen dazu hast und ob du wirklich so weit bist, diesen Weg zu gehen?

LG Nus

Hey
ja, denke bin bereit. gott sei dank habe ich eine familie die 100% hinter mir steht und mich immer ermutigt zu essen. habe jetzt zu abend gegessen (essen immer relativ früh, so um 6): 1 tomate, ein wenig rucola-salat mit balsamico, ein vollkornbrötchen mit eine hälfte ziegenkäse, die andere mit kräuterfrischkäse und dann noch ein halbes "low carb"-brötchen, ebenfalls mit kräuterfrischkäse. nachher esse ich noch eine kleine schale erdbeeren. ist das gut so?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

3. März 2012 um 20:40
In Antwort auf melor_12098256

Hey
ja, denke bin bereit. gott sei dank habe ich eine familie die 100% hinter mir steht und mich immer ermutigt zu essen. habe jetzt zu abend gegessen (essen immer relativ früh, so um 6): 1 tomate, ein wenig rucola-salat mit balsamico, ein vollkornbrötchen mit eine hälfte ziegenkäse, die andere mit kräuterfrischkäse und dann noch ein halbes "low carb"-brötchen, ebenfalls mit kräuterfrischkäse. nachher esse ich noch eine kleine schale erdbeeren. ist das gut so?

Ja,
dein Abendessen ist in Ordnung. Es ist auch vorteilhaft, wenn du die Unterstützung deiner Familie hast, die du auch zukünftig noch brauchen wirst. Es geht bei dir um die Akzeptanz einer notwendigen Gewichtszunahme. Damit kannst du dir allerdings Zeit lassen.

Die erste Frage, die sich jetzt stellt, ist, wie viele Kalorien du durchschnittlich in den letzten 10 Tagen gegessen hast? Gab es in der Zeit davor eine längere Phase (1 Woche), wo du deutlich weniger gegessen hast? Die Fragen zielen darauf ab, ob du dich im sog. Hungerstoffwechsel befinden könntest. Schaffst du es, dich täglich zu wiegen, wobei dich Gewichtsschwankungen wie z.B. 54,8 und 55,2 KG überhaupt nicht tangieren dürfen? Es sind völlig normale Schwankungen, die keinerlei Aussagekraft besitzen. Du musst lernen, dass du auf solche Messungen nicht mit einer Änderung deines Essverhaltens reagierst. Im Laufe der Zeit wirst du solche Schwankungen auch emotional besser vertragen. Es ist wichtig, einen vereinbarten Kalorienplan strikt einzuhalten. Du wirst feststellen, dass du nicht über Nacht 100 g zunehmen kannst, wenn du diszipliniert nach Plan isst. Du musst dir Zeit geben. Im Anfang wirst du noch viele Ängste und Zweifel verspüren. Das ist völlig normal. Es geht darum, ein neues Verhalten und Denken zu erlernen. Entscheidend ist zunächst nur, dass du dazu bereit bist.

LG Nus

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

3. März 2012 um 21:48

Hey!
Ja also meist ess ich nur Abends mit der familie zusammen ausser natürlich am Wochenende. So krass dünn finde ich mich eigentlich nicht. Meine Eltern sagen mir, dass mir ein paar Kilos mehr gar nicht schaden würde und man wohl gar keinen grossen unterschied zu jetzt sehen wird. Probiere jetzt wohl einfach etwas mehr zu essen, auch mal was süsses oder ungesundes.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. März 2012 um 21:28

Heute
Morgen war mein Gewicht 54,4. Habe dann ausgiebig gefrühstückt, 1 1/2 weizenbrötchen mit marmelade und nutella + 1 1/2 (kleine) scheibe rosinenkuchen mit margarine.
Zu mittag dann 1 normaler teller spaghetti mit sojabolognese und parmesan und dana h noch ein kleiner.
Abends hatte ich nicht mehr so hunger, deshalb habe ich nur ein stück von einer zimtschnecke und einen halben apfel gegessen. An sich ein guter tag

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Noch mehr Inspiration?
pinterest

Das könnte dir auch gefallen