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Bevorstehender Klinikaufenthalt - Erfahrungen und Tipps?

15. Oktober 2013 um 16:16 Letzte Antwort: 1. Dezember 2013 um 17:34

Hallo!
Ich bin 16 Jahre alt und mir steht ein Klinikaufenthalt bevor, da ich magersüchtig bin, unter Depressionen leide und mich auch geritzt habe. Gestern hatte ich mit meinem Vater ein intensives Gespräch mit einem Psychiater und im Endeffekt haben wir uns dazu entschlossen, dass ich bald in eine Kinderklinik gehen werde, wo mir mit meinem Essverhalten aber auch Depressionen geholfen werden soll. Ich habe schon einen kleinen Einblick in die Station bekommen, was mich letzendlich auch zu dieser Entscheidung veranlasst hat, da ich davor allein bei dem Wort Klinik schon Panik bekommen habe, da es ja doch irgendwie nicht nett klingt und man da ja auch schon einiges gehört hat von wegen den ganzen Tag mit einer Magensonde ans Bett gefesselt...allerdings gibt es ja auch immer Wartezeiten, bis man eingewiesen werden kann, nächsten Montag habe ich erneut einen Termin und auch eine ausführliche Führung durch die Station und dann wird mir auch gesagt, wann es so weit sein wird, kann also noch ein paar Wochen dauern, es sei denn, ich verliere weiterhin so radikal an Gewicht (ich habe innerhalb von einem Monat 7 kg verloren)...dann muss ich nämlich auf die Intensivstation und kann mir die Klinik nicht aussuchen, das wird dann zugewiesen. Davor habe ich ein wenig Angst, denn ich gebe zwar mein Bestes, aber es ist einfach verdammt schwer, sich zuhause wieder an normale Essgewohnheiten zu gewöhnen (oder zumindest so, dass ich nicht weiter täglich 300 g verliere), denn jede Mahlzeit ist für mich eine Last und sobald die Kontrolle meiner Eltern nicht ganz so stark ist, lasse ich Mahlzeiten aus und so weiter...jedenfalls ist mein Ziel jetzt erstmal, nicht weiter an Gewicht zu verlieren, bis ich einen Termin für die Klinik bekomme. Ich gehe auch immer noch zur Schule, seit heute wieder genau genommen, da ich ja gestern beim Psychiater und davor 2 Wochen Ferien waren (in denen meinen Eltern beschlossen haben zu handeln). Der Psychiater hatte auch den Vorschlag gemacht, dass ich erst einmal ein Schulverbot bekomme, damit ich zuhause versuchen kann, mein Gewicht zu stabilisieren, aber das wollte ich auf keinen Fall. In den Herbstferien durfte ich mich in der ersten Ferienwoche auch mit niemandem treffen, musste zuhause sitzen, durfte keinen Sport machen (nicht mal Fahrrad fahren & dabei tanze ich normalerweise sogar noch 2 x die Woche) und sollte eben wieder regelmäßig essen. Es war furchtbar und hat überhaupt nicht geklappt, bei jeder Mahlzeit gab es Streit, Geschrei und Tränen, ich habe heimlich Sport gemacht, Essen weggeschmissen...als ich dann am Wochenende etwas mit meiner Freundin unternehmen durfte, tat mir das so gut & ich habe gemerkt, wie das Essen mir um einiges leichter fiel, da ich das schlechte Gefühl, dass ich jedes Mal nach dem Essen hatte, ein wenig verdrängen konnte, weil ich ja Ablenkung hatte und etwas unternommen habe. Allerdings war das auch nur von kurzer Dauer, in letzter Zeit habe ich wieder extrem abgebaut...und ja, das ist auch der Grund, weshalb ich mich zu einem Klinikaufenthalt entscheide. Denn ambulant werde ich das Problem glaube ich nicht in den Griff bekommen und ich bereite so vielen Leuten, gerade meinen Eltern, riesige Sorgen und das will ich nicht. Ich habe jetzt schon so viel darüber nachgedacht und ich glaube, dass es die beste Lösung für alle ist. Aber natürlich hab ich auch ganz schön große Angst, was mich da erwartet und auf mich zukommt...gibt es vielleicht jemanden, mit dem ich mich austauschen kann, der evtl. Erfahrungen hat, wie so etwas ungefähr abläuft, wie sehr es hilft usw.? Oder Tipps, wie ich mich mental und auch Familie & Freunde, die es noch nicht wissen, darauf vorbereiten kann?Ich bin jetzt erstmal froh, wieder einen einigermaßen normalen Tagesablauf zu haben, denn das ist es, was ich mir wünsche, Normalität. Ein Leben, in dem das Essen oder eher gesagt Nicht-Essen meinen gesamten Tag bestimmt, ich nicht mehr täglich weine, mich ritze, traurig bin. Ich glaube, die Schule ist erstmal eine ganz gute Ablenkung, auch wenn ich natürlich darauf achten muss, nicht noch weiter abzunehmen. Aber natürlich mach ich mir jetzt Gedanken darüber, wie es dann weitergeht, denn das ist ja eigentlich nur die Überbrückung bis zum Klinikaufenthalt...und ich habe Angst, dass es da nicht so klappt, wie es soll, ich sehr lange dort bleiben muss, dadurch vielleicht die Klasse wiederholen, bis Weihnachten nicht wieder stabil bin. Außerdem liebe ich meine Familie & Freunde und tue es eigentlich auch zum großen Teil für sie, da ich merke, wie sie darunter leiden, sich hilflos fühlen, sich Sorgen machen und gerade meine Eltern macht das ganz schön fertig, was ich natürlich alles nicht will. Aber ich hab eben auch Angst, dass ich in der Klinik allein bin, natürlich sind da noch andere und es ist vielleicht auch gut, dass ich dann auf Leute treffe, die mich genau verstehen, in der selben Situation sind und das alles nachvollziehen können...aber ich weiß eben auch nicht, wie oft ich dann meine Familie & Freunde sehen kann und allein, dass ich dann von zuhause weg muss und irgendwo hin, wo ich niemanden kenne und nicht weiß wie es dort ist, macht mir doch ziemlich große Angst...und schon heute als ich das erste Mal in der Schule war, ist es schon welchen aufgefallen, dass ich extrem abgenommen habe & sie haben mich darauf angesprochen, aber ich will das jetzt auch nicht allen erzählen, zumal ich ja noch nicht mal einen festen Termin habe...naja, wie man merkt, beschäftigt mich das gerade sehr und es interessiert mich mal, was Außenstehende dazu zu sagen haben und vielleicht kann mir ja auch jemand die Angst ein wenig nehmen oder mich nochmal über meine Entscheidung nachdenken lassen...
Liebe Grüße!

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27. November 2013 um 21:42

Halte dir vor Augen, was du nicht verlieren möchtest!
Hallo,

deinen Wunsch nach Normalität finde ich sehr gut, denn viele sehen einfach nicht, dass das, was sie machen, alles andere als normal ist. Du scheinst in einem intakten sozialen Umfeld zu leben, das ist unglaublich viel wert! Ich habe damals (zwischen 13 und 15) alles verloren und bin jetzt, mit 22 erst wieder in einem normalen Leben angekommen. So etwas ist echt niemandem zu wünschen, ein Leben in der Schwebe, immer auf der Suche nach dem Sinn.
Mein Tipp ist, wann immer du zweifelst, ob du dieses Stück Apfel oder jenen Löffel Joghurt einfach nicht essen zu können glaubst, dann halte dir vor Augen, was du hast und nicht verlieren möchtest!!! Wenn du von dir aus bereit bist, eine Therapie zu beginnen, dann tue auch alles dafür, dass es nicht zu einer Zwangseinweisung in eine x-beliebige Einrichtung kommt - wenn man sich dort nicht verstanden fühlt, gibt es schneller einen Rückfall als man glaubt. Und lass dich auf die Therapie ein! Mir hat es geholfen, sich an das starre Gerüst der Essenszeiten anzupassen und es später auch mit zurück in den Alltag zu nehmen und sich Zeit zu lassen, nicht daran zu denken, dass man unbedingt in vier Wochen wieder in der Schule sein muss.
Dein Beitrag ist nun schon einen Monat her, wie weit bist du jetzt?
Wenn du magst, kannst du auch gerne eine PN an mich schreiben.

Viele Grüße
Zenedin

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1. Dezember 2013 um 17:34

Eine goldrichtige Entscheidung
Hi!
Ich hatte/habe auch Magersucht und war in einer Klinik und befinde mich auf dem Weg der Genesung.
Für mich persönlich war es die beste Entscheidung meines Lebens in eine Klinik zu gehen Ich hatte auch sehr viel Angst, vor den Zunhehmen, den fremden Menschen!

Im Nachhinein war meine Entscheidung in die Klinik zu gehen richtig. Habe dort viele Freunde gefunden, endlich Menschen die mich wirlich verstehen
Es gehört eine Menge Mut dazu, sich auf das Klinikkonzept einzulassen und besonders die ersten Tage sind schwer. Man kennt niemanden und alles ist neu. Aber wenn du dich erstmal eingelebt hast und dich darauf einlässt kannst du da wirklich auf den Weg der Genesung gebracht werden.
Es ist ein schwerer Weg und man wird sicherlich nicht geheilt entlassen. Man muss wirklich kämpfen,jeden Tag aufs neue. Aber es lohnt sich und du wirst wirklich gut unterstützt.Du musst nur den Mut haben, dich darauf einzulassen!

Ich blicke gerne auf meine Zeit in der Klinik zurück und vermise es sogar manchmal. Die meisten haben eine wirklich falsche Vorstellung von so einer Klinik.

Falls du Fragen hast, kannst mir die gerne stellen.Ich beantworte sie wirklich sehr gerne.

Mit lieben Grüßen



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