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Beginn einer Essstörung - HILFE

21. November 2012 um 1:58 Letzte Antwort: 23. November 2012 um 16:09

Hallo ihr alle,

ich habe ein Problem: Wenn ich anfange zu essen, kann ich nicht mehr aufhören, ich könnte 24 h am Tag nur essen. Dutzende Brötchen, Käse, Nüsse, Schokolade, Haferbrei, Würstchen ... Ich esse TONNEN und alles hintereinander. Jeden Tag nehme ich mir vor, es zu lassen, ab diesem Moment normal zu essen, aber am nächsten Tag passiert das selbe. Ich weiß, dass es mehr ist, als ich essen sollte, aber irgendwie gibt es mir Komfort. Selbst wenn ich schon übervoll bin, überlege ich noch, was ich noch essen könnte. Es ist wie ein Rausch und ich schaffe es nicht, aufzuhören. Danach fühle ich mich natürlich elend. Ich habe wohl schon eine Essstörung. Früher hätte ich gelacht, wenn mir jemand sagen würde, dass es so enden wird.

Beginnen wir aber mal ganz am Anfang:

Schon immer war ich eine "emotionale Esserin". Ich habe mich ab und zu überfressen, aber ich würde sagen, es war noch im "normalen Rahmen" (na ja, es kam vor, dass ich Zucker in Löffeln gegessen habe, aber SEHR SELTEN - jeder hat seine Macken).

Ich war nicht wirklich zufrieden mit meiner Figur. Dann habe ich angefangen, Kalorien zu zählen und regelmäßig Sport zu machen. Für meinen Körper war das bestimmt nichts Schimmes, aber ich wurde bald "besessen", habe 24 h an Essen gedacht und non-stop Mahlzeiten für den nächsten oder übernächsten Tag geplant, sie mussten bloß gesund sein. Ich hatte schon Angst, etwas zu wenig Proteine aufzunehmen oder zu viel Obst anstatt von Gemüse und ähnliche Sachen. Ich konnte manchmal nicht einschlafen wegen der Gedanken an gesunde Ernährung.

Dann habe ich gemerkt, dass ich WIRKLICH dünn geworden bin und wollte mein Gewicht nur noch halten, vielleicht ein bisschen zunehmen. Ich wollte mir Essensgewohnheiten angewöhnen, die ich ein Leben lang durchhalten kann. Deshalb: Schluss mit dem Kalorienzählen. Und so hat mein extremes Binge-Eating angefangen.

Ich kann nicht NORMAL ESSEN. Ich kann nicht aufhören, an Essen zu denken. Mein Hunger- und Sattgefühl funktioniert auch nicht mehr richtig. Ich kann emotionalen Hunger nicht wirklich von körperichem Hunger unterscheiden, aber ich glaube, das war früher auch schon so.

Inzwischen habe ich wieder 4 kg zugenommen. Weiter zunehmen will ich wirklich nicht, mein Gewicht ist gerade das Einzige womit ich gerade zufrieden bin.

Was soll ich nur tun? Ich will normal und gesund essen. Das klingt nicht schwer, aber ich schaff es nicht.

Eins meiner Probleme ist auch, dass ich nicht weiß, wann ich essen soll: Wenn ich mir sage, ich esse nur, wenn ich hungrig bin, also keine festen Zeiten habe, bin ich die ganze Zeit zappelig und denke mir: "Wann werde ich denn endich hungrig?", somit kommt ein Mega-Appettit auf (wohl kein körperlicher Hunger) und es folgt die Fressattacke. Aber wenn ich mir feste Zeiten setze höre ich dafür dann nicht auf die Signale meines Körpers. Wie geht man da am besten vor?

Eine Freizeitaktivität als Abenkung kann ich mir nicht wirklich leisten, als Medizinstudentin bin ich schon vollgeplant. Ich weiß, dass ich viel Stress habe und es kann gut sein, dass die Fressattacken under anderem davon kommen. Aber diesen Stress werde ich nicht los und Sachen wie tief durchatmen, ein Bad nehmen, Tee trinken oder rennen gehen halten mich auch nicht vom Überfressen ab.

Es bringt mich schon zum Weinen.

WAS SOLL ICH NUR TUN?

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22. November 2012 um 6:44

Viiiiiielen Dank
für die Antwort! Ich glaube, du hast mit vielem Recht!

Mein Tagesablauf? Morgens bis mittags Uni, dann lernen, PC, schlafen (nachts kann ich nicht immer genug), rennen gehen oder eventuell mit den Uni-Leuten abhängen, nachmittags wieder zur Uni, bis abends. Ich wohn grad in Südamerika und bin im "Medizin-Vorsemester", ich MUSS dieses Ding bestehen.

Ich bin echt eine schüchterne Person, dewegen hab ich jetzt nicht so viele soziale Kontakte, aber schon einige Freunde. Manchmal hab ich am Wochenende keinen zum Rausgehen, das macht mich ein bisschen fertig. Irgendwie mach ich nur was, wenn man mich einlädt. Ja, es sollte vielleicht etwas mehr Initiative von mir kommen, aber es fällt mir halt schwer ... Ich versuch mal etwas sozialer zu werden! Ach ja, ich hab einen Freund, aber der ist mir gerade überhaupt nicht wichtig, ich werde Schluss machen.

Also, insgesamt ist mein Leben nicht unbedingt das Leichteste, all die Kleinigkeiten zusammen stressen mich schon, aber es jetzt auch nicht eine große Qual oder so.

Ich habe mein Problem mal meinem Cousin und meiner Schwester angedeutet (mit denen wohne ich), aber es interessiert sie nicht wirklich.

So oder so, ICH MACHE JETZT SELBSTHEILUNG!! Ich habe mir 3 Regeln aufgestellt:

1) 4-5 MAHLZEITEN AM TAG
Das heißt: Frühstück, eventueller Snack (weil die Zeit zwischen Frühstück und Mittag flexibel sein muss), Mittag, Snack, Abendbrot. Snack heißt 1-2 Stück Obst/Gemüse oder auch mal Nüsse oder so. Ich hab noch nie nur 3 mal am Tag gegessen, das kommt mir so ungenügend vor, deswegen so.

2) AUSGEWOGEN ESSEN
Ab und zu etwas Ungesundes ist auch noch "ausgewogen". Früher war das echt nicht mehr normal, ich wurde verrückt, wenn ich mal nicht wusste, wie viele Kalorien etwas hatte, ich konnte mich STUNDENLANG mit Gesundheitszeug im Internet beschäftigen, Fitspo und so. Jetzt will ich einfach nur abwechslungsreich essen, viel Gemüse, nicht zu fettig oder zuckrig, dann ist es schon gut.

3) NORMALE PORTIONEN ESSEN!!!

Wenn ich diese 3 Punkte einhalte, ist Kalorienzählen auch nicht mehr nötig, um nicht zuzunehmen. Ich muss das durchhalten, bis es Gewohnheit geworden ist. Hab ich mir gut vorgenommen, nicht?

Na ja, natürlich ist das alles leicht gesagt und es hört sich bestimmt leicht an, aber wenn man vor einem Fressanfall steht, dann ist dieser Drang soooooo stark ... ICH MUSS STÄRKER SEIN.

Und wenn ich wieder einen Fressanfall haben sollte (ich will nicht davon ausgehen, aber WENN), ess ich die nächsten Mahlzeiten trotzdem (etwas Leichtes), um das nächste Überfressen zu verhindern, außer wenn ich wiklich nichts zu Essen wollen sollte (bezweifle ich aber, dass das passiert).

Ich würde mich echt freuen, wenn ihr schreibt, was ihr von dem Ganzen hält, wenn ihr mir Tipps geben könnt oder so ...

Ach ja. Ich nehme weder die Pille noch Antidepressiva noch sonst irgendwas.

Aaaaaber ich hab da eine Vermutung: Vielleicht habe ich ja eine Schilddrüsenunterfunktion und daher das kaputte Hunger-/Sattgefühl??? Ich habe auch oft Konzentrationsprobleme und kalte Hände/Füße/Nase, das könnte alles mit der Schilddrüse zu tun haben ... Morgen gehe ich den Test machen.

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22. November 2012 um 6:51

Huch
Das mit meinem Freund klang jetzt gemein. Aber das Ding ist, ich finde nichts mehr an dem, ich kann nichts dafür.

Hihi, off Topic.

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23. November 2012 um 16:09


AAAAAAHHHHHHHHHHHH!!!

Ich habe gestern ungelogen über 500 g Brot gegessen, auf ein mal. Nach meinem normalen Frühstück und Mittagessen. Eigentlich sollte es nur ein Erdnussbutter-Bananensandwich werden und es kam so. Danach war mir schlecht.

Ich bin später noch mit meiner Schwester rausgegangen, wir sind stundenlang durch die Stadt gelaufen, haben uns über Gott und die Welt unterhalten und ich hab mich über mein Essverhalten ausgejammert. Ich war sooo "entstresst" ...

Aber trotzdem: Sobald wir zu Hause sind, kommen noch 4 Brötchen mit Marmelade nach und eine Meeeeenge Erdnussbutter löffelweise.

Und heute hab ich nach meinem "normalen" Frühstück noch mal 3 (oder 4?) Marmeladenbrötchen und einen Toast gegessen.

HALLOOOOOOOO??

ICH WEISS NICHT, WARUM ICH DAS MACHE! ICH BEKOMME EINFACH NUR LUST DARAUF UND KANN ES MIR NICHT VERKNEIFEN!

Vielleicht einfach dadurch, dass es verboten ist? Aber ich verbiete mir doch noch nicht mal bestimmte Lebensmittel. Ich nehme mir doch nur vor, normale Portionen zu essen. Ich kann es mir doch nicht "erlauben", mich zu überfressen, in der Hoffnung, dass ich es dann lasse.

ICH WERDE VERRÜCKT.

Meine Schwester hat sich gefragt, wie ich es denn früher geschafft habe, als ich abgenommen habe - ich weiß es auch nicht genau. Ich habe so gut wie nie mit mir kämpfen müssen, ich konnte gut mit den gesunden Sachen leben. Ich wurde nur verrückt, wenn ich mal mit Freunden essen war, ich hatte den Drang, jedes Lebensmittel abzuwiegen und musste immer wissen, was ich über den nächsten Tag essen werde. Na ja, ok: In der ganzen Zeit (3-4 Monate) hatte ich schon vielleicht 3 kleine Fressattacken, die dann aber nicht ins Gewicht fielen.

Ich weiß jetzt nicht, ob das sooo ein extremes Abnehmen war: Bei 159 cm war mein höchstes Gewicht 56 kg, mein niedrigstes 44,5 kg und jetzt wiege ich 48,5 kg.

Kalt war mir in meiner Abnehm-Zeit besonders, aber ich weiß, dass mir auch immer als kleines Mädchen die Nase halb abgefroren ist und es mir schwer fiel, mich zu konzentrieren. Und meine Regel hatte ich auch nie regulär. Danke für die Hinweise für die Tests beim Arzt, gestern hab ich's nicht mehr geschafft, ich mach's heute.

Ich will wirklich nicht mehr zunehmen, ich habe schon einen kleinen Bauch ... Aber wenn dann so eine Fressattacke kommt, denke ich mir: "Du bist immer noch schlank und von dieser einen Attacke nimmst du nicht zu". Ich sehe das dann so isoliert, aber NATÜRLICH nehme ich zu, wenn ich das jeden Tag mache. Und ich mache es jeden Tag.

Vielleicht habe ich nur so gut abnehmen können, weil das Verhalten so zur Gewohnheit wurde. Ich muss mir jetzt ein normales Essverhaten angewöhnen und es durchhalten, bis es zur Gewohnheit wird. Ich muss stak sein. Nicht? Aber vielleicht schaffe ich es gerade nicht, weil ich mir so sehr sage "ich muss". Weil das Gehirn Regeln brechen will. Aber wie soll es sonst gehen?

Huch, ich hoffe, das liest sich jetzt jemand durch. Eine Antwort wär echt lieb. :3

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