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Auffälliger PAP Abstrich - das Geschäft mit der Angst

20. Juli 2015 um 18:45


Mit diesem Bericht möchte ich jungen Frauen, Mädchen Mut machen - Hilfe zur Selbsthilfe.

Ich bin eine junge Frau, die regelmäßig zu den jährlichen Kontrolluntersuchungen zum Frauenarzt ging, bis ich eines Tages einen Anruf von meinem Frauenarzt bekam, dass mein Krebsabstrich nicht in Ordnung sei (Befund PAP IIID). Er riet mir dringend im Krankenhaus eine Histologische Untersuchung zu machen. Sehr verunsichert, machte ich natürlich sofort einen Termin im Krankenhaus.

Was im Krankenhaus geschah, machte uns das erste Mal so richtig stutzig:
Der behandelnde Arzt dürfte noch neu gewesen sein, der Oberarzt lehnte lässig an der Wand und beobachtete das Ganze eher desinteressiert. Nach der Untersuchung wollten mein Mann und ich natürlich auch noch Fragen stellen die unserer Meinung nach für diese Berufsgruppe (Gynäkologen) leicht zu beantworten sind. Zum Beispiel: Wir wollten wissen ob er sich auch auf diesen HPV Virus testen lassen kann und ob man sich nach erfolgreicher Konisation (*) denn wieder anstecken kann. Die Fragen konnte weder der Assistenzarzt, noch der Oberarzt beantworten, da müssten wir eventuell beim Urologen nachfragen.

Wieder vergingen mehrere Tage bis ich von meinem Frauenarzt den Anruf bekam, dass sich auch die histologische Untersuchung bestätigte und ich mit einem CIN III unbedingt eine Konisation durchführen lassen soll. Er lud mich noch zu einem Beratungsgespräch ein. Dabei erklärte er mir, dass es höchste Zeit wäre, diese Operation durchführen zu lassen. Nach der Konisation könnte man dann eine HPV Impfung machen. Der Impfstoff sei allerdings nicht günstig, aber er könne ihn mir bei Bedarf für einen besseren Preis anbieten. Auf Nachfragen wie zb. ob es Alternativen zur Konisation gibt, hat er mir allen Ernstes gesagt, es gibt keine und dass er schon Patienten gehabt hätte mit dem gleichen Befund und diese sind dann leider verstorben da sie die vorgeschlagene Behandlung abgelehnt haben. Welche Motivation?

Trotz allem konnte ich mich nach reiflicher Überlegung nicht für die Operation entscheiden. Ich fühlte mich nicht gut beraten und wollte vorerst noch abwarten und nach ein paar Monaten wieder einen Krebsabstrich machen.
Ich bekam wieder einen Anruf vom Arzt - PAP IV. Er sagte mir ich muss was tun, ich kann jetzt nicht mehr abwarten, das wird nicht mehr von selbst gut und ich soll am besten sofort meine Sachen packen und ins Krankenhaus gehen. Ich war sehr verängstigt und misstrauisch zugleich. Jeder weiß, dass sich Krebs nicht von heute auf morgen entwickelt! Und es war ja kein Krebs, nur eine Zellveränderung, die sich zu Krebs entwickeln KANN aber nicht MUSS! Umso verwunderlicher ist es, dass er nie eine Brustuntersuchung machte, diese Krebsart ist viel häufiger als Gebärmutterhalskrebs. Nach diesen Überlegungen war mein Vertrauen endgültig dahin und ich entschied mich dafür eine Zweitmeinung einzuholen. Bis zum Untersuchungstermin habe ich die Pille abgesetzt, meine Ernährung verbessert und siehe da mein Ergebnis hat sich wesentlich verbessert und es bedarf keiner Konisation lt. letzten Befund.

Im Großen und Ganzen sollten sich gewisse Berufsgruppen ihrer ethischen Stellung wieder mehr bewusst sein und nicht die Handlanger der Pharmaindustrie sein.
Dass die letzten Monate ein Leben in Angst und Ungewissheit für mich und meinen Partner waren, das versteht sich ja von selbst.

Man sollte sich immer eine Zweit- oder sogar Drittmeinung einholen und auch auf sein Bauchgefühl hören wenn ein Befundgespräch in ein Verkaufsgespräch mündet.

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