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Aufenthalt der 1000. - jetzt aber wirklich?!

22. August 2016 um 15:52 Letzte Antwort: 13. September 2016 um 16:56

Ihr lieben,

Ich schreibe ja nicht oft hier, da ich insgesamt immer sehr ambivalent bzgl meiner Essstörung war oder bin. Ich führe dieses leben seit 15 Jahren in verschiedensten Ausprägungen, war in 8 Fachkliniken und unzählige Male in der Psychiatrie, Krankenhaus und intensiv. Ich hatte die heftigsten Niederschläge, nahtod Erfahrungen usw. Aber trotzdem konnte ich nie loslassen.

Ich bin jetzt aber an einem Punkt angekommen, wo ich weiß dass es so nicht weiter geht. Ich habe einfach wirklich keine Perspektive und wenn ich leben will, muss ich loslassen. Deswegen werde ich in 3 Wochen noch einmal in eine Fachklinik gehen und es angehen.

Einerseits Freue ich mich unglaublich auf die Veränderung, will es schaffen, vorallem das körperliche reizt mich so sehr, denn ich will unbedingt zunehmen! andererseits hab ich so Panik vor der Verantwortung, vor der Aufgabe der alltäglichen Routine, meiner absoluten Kontrolle und Sicherheit die ich damit spüre, vor den Konflikten und der Auseinandersetzung mit mir und anderen.

Ich habe zum Glück noch tolle Menschen die hinter mir stehen und die ich auch nicht enttäuschen möchte, aber ich muss es ja für mich tun und ich weiß nicht..es ist wie sich nach 15 Jahren Beziehung von einem geliebten Partner zu Verabschieden...

Musste das einfach mal loswerden..

Danke

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22. August 2016 um 18:33

Hey,
erstmal- alles alles Gute...!!

Darf ich etwas fragen?
Wie geht dein Partner mit der Erkrankung um?
Wieweit bist du im Allrag beeinflusst(Beruf,...?), bzw. inwieweit ist deine Beziehung "in Mitleidenschaft" gezogen?
was hat den Ausschlag für einen ersneuten Klinik-Versuch gegeben?
Sorry für all` die Fragen!

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22. August 2016 um 19:51

Ich finde
die Fragen von tc auch sehr interessant und wäre neugierig auf die Antworten .

Zu dir und deiner Geschichte: Puh, da hast du ja schon eine Menge durchgemacht. Ich finde es bewundernswert, dass du nicht aufgibst und noch einen Versuch startest. Ganz ehrlich, das erfordert sicher eine Menge Kraft!

Weißt du, vielleicht braucht es auch nicht bei jedem Menschen diesen sogenannten "teachable moment", also den "Klick-Moment", mit dem sich alles verändert. Es kann ja genauso gut ein langsamer Prozess sein, wie bei dir, der nach und nach eine Veränderung bewirkt.

Dein Text klingt auf jeden Fall sehr entschlossen. Man merkt, wie leid du das alles bist und, dass du es jetzt wirklich angehen willst - das ist total klasse!!!

Natürlich spielen da auch viele Ängste mit, ganz klar. Die ES ist ja mit all den Jahren quasi ein Teil von dir geworden. Wie du schreibst, fast ein Partner... Diesen "unliebsamen" Partner loszuwerden bedeutet ja auch einen Teil deiner Identität abzugeben. Aber: Das kann ja auch wirklich positiv sein!

Ich möchte dich ermutigen zu überlegen: Was macht mich aus? Wer bin ich und wer möchte ich in Zukunft sein? Wenn ich später einmal alt bin und auf mein Leben zurückblicke, als was für ein Mensch möchte ich dann in Erinnerung bleiben?

Mir hat das damals geholfen, den Punkt auf das Wesentliche zu lenken. Ganz sicher möchte ich nicht als jemand alt werden, der ein Leben lang nur Gedanken an seine ES verschwendet hat und sonst kaum richtig gelebt hat. Bei mir (nur als Beispiel) war es so: Ich wollte als starke Frau in Erinnerung bleiben, eine Frau, die etwas geschafft hat, von dem ihr Umfeld schon nicht mehr glaubte, dass sie es schaffen kann (nämlich die ES loswerden). Ich wollte als einfühlsamer Mensch in Erinnerung bleiben, der sich für seine Mitmenschen interessiert, für sie da ist, sich für sie einsetzt. Jemand, der Spaß im Leben hatte und dem man das auch angemerkt hat. Kurzum: Jemand, den man gerne umsich hat, weil er Lebensfreude ausstrahlt und einfach nur IST WIE ER IST.

Ist das vielleicht eine Motivation? Nicht den Blick zu sehr auf das zu lenken, was du verlieren wirst (die ES) sondern auf das, was du noch werden kann, sein kannst, teilweise bestimmt schon BIST! Teile deiner Identität zu erneuern, quasi zu restaurieren, wie eine Skulptur. Die Macken abschleifen und das Schöne, Wahre dahinter nun richtig zur Geltung bringen. Du du bist schon so toll und einzigartig. Du musst "nur noch" lernen, diese tollen Seiten zum Ausdruck zu bringen, nach außen zu zeigen, zuzulassen, zu spüren und zu (er)leben.

Mach dir doch in den nächsten 3 Wochen schon ein paar Gedanken über das alles. Dann hast du auch schon einen kleinen Therapieansatz, wenn du in die Klinik kommst . Und vielleicht gelingt es dir bis dahin ja auch schon - wenigstens gedanklich - ein paar Gewohnheiten abzustreifen, dich drauf einzustellen, dass du einiges loslassen musst/darfst und, dass bald ganz viel Schönes und Neues kommen wird...

Berichte doch bitte, wie es weitergeht mit dir!

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23. August 2016 um 14:03
In Antwort auf moshe_12894423

Hey,
erstmal- alles alles Gute...!!

Darf ich etwas fragen?
Wie geht dein Partner mit der Erkrankung um?
Wieweit bist du im Allrag beeinflusst(Beruf,...?), bzw. inwieweit ist deine Beziehung "in Mitleidenschaft" gezogen?
was hat den Ausschlag für einen ersneuten Klinik-Versuch gegeben?
Sorry für all` die Fragen!

Danke
Danke für deine Antwort und dein Interesse du darfst mich gerne alles frage!

Einen Partner habe ich schon seit Jahren nicht mehr. Das was ich oben beschrieben habe war, dass die Essstörung quasi mein Partner ist, von dem ich absolut abhängig bin. Ich gehorche ihm aufs Wort und stelle alles hinten an, nur um meine Essstörung glücklich zu machen, die Zwänge zu erfüllen.

Dadurch habe ich es im Leben auch leider noch nicht weit geschafft. Nach dem abi war ich im Ausland und danach habe ich angefangen zu studieren, dies müsste ich aber immer wieder unterbrechen, weil ich immer wieder in eine Klinik bin und letztendlich dann komplett abbrechen musste. 2014 habe ich dann ein anderes Studium neu angefangen aber im ersten Semester schon nicht mehr hingehen können. Seitdem bin ich arbeitsunfähig. Das ist auch einer der Gründe warum ich jetzt endlich kämpfen will. Ich will noch was aus meinem
Leben machen, daher muss ich jetzt an mir arbeiten und zunehmen, damit ich die Kraft und Ausdauer habe nächstes Jahr mit einer Ausbildung anzufangen.

Auch die ganzen nahtod Erfahrungen haben mich letztendlich sehr geprägt. Irgendwann realisiert man dann doch wie nah man am Abgrund steht und ob man das wirklich möchte...

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23. August 2016 um 14:07
In Antwort auf herod_879557

Ich finde
die Fragen von tc auch sehr interessant und wäre neugierig auf die Antworten .

Zu dir und deiner Geschichte: Puh, da hast du ja schon eine Menge durchgemacht. Ich finde es bewundernswert, dass du nicht aufgibst und noch einen Versuch startest. Ganz ehrlich, das erfordert sicher eine Menge Kraft!

Weißt du, vielleicht braucht es auch nicht bei jedem Menschen diesen sogenannten "teachable moment", also den "Klick-Moment", mit dem sich alles verändert. Es kann ja genauso gut ein langsamer Prozess sein, wie bei dir, der nach und nach eine Veränderung bewirkt.

Dein Text klingt auf jeden Fall sehr entschlossen. Man merkt, wie leid du das alles bist und, dass du es jetzt wirklich angehen willst - das ist total klasse!!!

Natürlich spielen da auch viele Ängste mit, ganz klar. Die ES ist ja mit all den Jahren quasi ein Teil von dir geworden. Wie du schreibst, fast ein Partner... Diesen "unliebsamen" Partner loszuwerden bedeutet ja auch einen Teil deiner Identität abzugeben. Aber: Das kann ja auch wirklich positiv sein!

Ich möchte dich ermutigen zu überlegen: Was macht mich aus? Wer bin ich und wer möchte ich in Zukunft sein? Wenn ich später einmal alt bin und auf mein Leben zurückblicke, als was für ein Mensch möchte ich dann in Erinnerung bleiben?

Mir hat das damals geholfen, den Punkt auf das Wesentliche zu lenken. Ganz sicher möchte ich nicht als jemand alt werden, der ein Leben lang nur Gedanken an seine ES verschwendet hat und sonst kaum richtig gelebt hat. Bei mir (nur als Beispiel) war es so: Ich wollte als starke Frau in Erinnerung bleiben, eine Frau, die etwas geschafft hat, von dem ihr Umfeld schon nicht mehr glaubte, dass sie es schaffen kann (nämlich die ES loswerden). Ich wollte als einfühlsamer Mensch in Erinnerung bleiben, der sich für seine Mitmenschen interessiert, für sie da ist, sich für sie einsetzt. Jemand, der Spaß im Leben hatte und dem man das auch angemerkt hat. Kurzum: Jemand, den man gerne umsich hat, weil er Lebensfreude ausstrahlt und einfach nur IST WIE ER IST.

Ist das vielleicht eine Motivation? Nicht den Blick zu sehr auf das zu lenken, was du verlieren wirst (die ES) sondern auf das, was du noch werden kann, sein kannst, teilweise bestimmt schon BIST! Teile deiner Identität zu erneuern, quasi zu restaurieren, wie eine Skulptur. Die Macken abschleifen und das Schöne, Wahre dahinter nun richtig zur Geltung bringen. Du du bist schon so toll und einzigartig. Du musst "nur noch" lernen, diese tollen Seiten zum Ausdruck zu bringen, nach außen zu zeigen, zuzulassen, zu spüren und zu (er)leben.

Mach dir doch in den nächsten 3 Wochen schon ein paar Gedanken über das alles. Dann hast du auch schon einen kleinen Therapieansatz, wenn du in die Klinik kommst . Und vielleicht gelingt es dir bis dahin ja auch schon - wenigstens gedanklich - ein paar Gewohnheiten abzustreifen, dich drauf einzustellen, dass du einiges loslassen musst/darfst und, dass bald ganz viel Schönes und Neues kommen wird...

Berichte doch bitte, wie es weitergeht mit dir!

Danke auch dir
Vielen Dank auch dir für deine tollen Worte, total schön zu lesen. Auch das es dich interessieren würde, wie es weiter geht. Berichte natürlich gerne weiter

Ja ich denke viel daran was kommen kann, also an positiven Dingen und eigentlich überwiegt das alles. Ich besinne mich jeden Tag aufs neue darauf. Aber die Angst ist enorm. Wie gesagt, nichts hat mit so viel (vermeintliche) Sicherheit gegeben, wie die Krankheit, jeden Tag diese selbe Struktur und Ablauf, sobald es auch nur abweichte ist mein Kopf ja durch gedreht..aber da muss ich jetzt durch. Ohne leid und Schmerz geht es einfach leider nicht, das habe ich in jeder Klinik erlebt und bin immer wieder eingebrochen, abgehauen...Feigling

Bist du denn jetzt Symptom frei?

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23. August 2016 um 18:44
In Antwort auf bulimicbhelena

Danke
Danke für deine Antwort und dein Interesse du darfst mich gerne alles frage!

Einen Partner habe ich schon seit Jahren nicht mehr. Das was ich oben beschrieben habe war, dass die Essstörung quasi mein Partner ist, von dem ich absolut abhängig bin. Ich gehorche ihm aufs Wort und stelle alles hinten an, nur um meine Essstörung glücklich zu machen, die Zwänge zu erfüllen.

Dadurch habe ich es im Leben auch leider noch nicht weit geschafft. Nach dem abi war ich im Ausland und danach habe ich angefangen zu studieren, dies müsste ich aber immer wieder unterbrechen, weil ich immer wieder in eine Klinik bin und letztendlich dann komplett abbrechen musste. 2014 habe ich dann ein anderes Studium neu angefangen aber im ersten Semester schon nicht mehr hingehen können. Seitdem bin ich arbeitsunfähig. Das ist auch einer der Gründe warum ich jetzt endlich kämpfen will. Ich will noch was aus meinem
Leben machen, daher muss ich jetzt an mir arbeiten und zunehmen, damit ich die Kraft und Ausdauer habe nächstes Jahr mit einer Ausbildung anzufangen.

Auch die ganzen nahtod Erfahrungen haben mich letztendlich sehr geprägt. Irgendwann realisiert man dann doch wie nah man am Abgrund steht und ob man das wirklich möchte...

Oh,
da ähneln sich unsere Lebensgeschichten doch ziemlich...mehrere Studienabbrüche, jetzt meinen Freund verloren-

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23. August 2016 um 21:18
In Antwort auf moshe_12894423

Oh,
da ähneln sich unsere Lebensgeschichten doch ziemlich...mehrere Studienabbrüche, jetzt meinen Freund verloren-

Hmmm
Wie alt bist du denn? Wie äußert sich deine Krankheit und wie lange schon?

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24. August 2016 um 23:36
In Antwort auf bulimicbhelena

Danke auch dir
Vielen Dank auch dir für deine tollen Worte, total schön zu lesen. Auch das es dich interessieren würde, wie es weiter geht. Berichte natürlich gerne weiter

Ja ich denke viel daran was kommen kann, also an positiven Dingen und eigentlich überwiegt das alles. Ich besinne mich jeden Tag aufs neue darauf. Aber die Angst ist enorm. Wie gesagt, nichts hat mit so viel (vermeintliche) Sicherheit gegeben, wie die Krankheit, jeden Tag diese selbe Struktur und Ablauf, sobald es auch nur abweichte ist mein Kopf ja durch gedreht..aber da muss ich jetzt durch. Ohne leid und Schmerz geht es einfach leider nicht, das habe ich in jeder Klinik erlebt und bin immer wieder eingebrochen, abgehauen...Feigling

Bist du denn jetzt Symptom frei?

Gut!
Das ist doch schon mal eine gute und wichtige Einstellung, dass du versuchst offen zu sein für das was kommt! Dass es nicht leicht ist nach all den Jahren ist gar keine Frage.

Gerade auch das mit der festen Struktur und den Ängsten vor Abweichungen kann ich persönlich bestens verstehen. So war es bei mir auch: Ganz viel Halt und Sicherheit durch Routine und eingebrannte Verhaltensmuster.
Mir hat es geholfen, ganz langsam nach und nach die schädlichen Verhaltensmuster und Routinen durch neue zu ersetzen. Nicht alles auf einmal, das hätte ich mit den Ängsten auch nciht durchgestanden und früher oder später wäre es gekippt.
Aber langsam, ein altes Muster durch ein neues ersetzen und jeden Tag wieder üben, üben, üben... Dann, nach ein paar Wochen, wenn das geklappt hat und routiniert war, das nächste Muster durch ein gesünderes ersetzen usw.

Das dauert zwar ewig hat bei mir zumnindest aber sehr nachhaltig gewirkt.

Ob ich symptomfrei bin? Hm... Find ich schwer zu sagen. Komplett bestimmt noch nicht, dafür ist das Thema Essen im Kopf noch zu präsent. Aber ich verhalte mich anders, gesünder und freue mich jeden Tag darüber, wenn es mir (wieder einmal) gelingt loszulassen (auch gedanklich), mich über viel wichtigere Dinge im Leben freuen zu können und meinen Kopf für das Schöne im Leben frei zu haben. Das ist nämlich (nach der Verhaltensänderung) mein Ziel: Glücklich zu sein und mich am Leben erfreuen zu können.

Das ist wohl ein Prozess und harte Arbeit. Aber es lohnt sich! Wenn ich zurückblicke auf das, was ich in den letzten Jahren geschafft habe, wo ich damals stand und wo ich heute stehe, dann bin ich verdammt stolz auf mich.
Ich dachte lange Zeit genau wie du, dass ich es nicht schaffen kann. Irgendwann resigniert man, denkt, es klappt ja doch nicht - ich bin ja bis jetzt immer gescheitert... Und die Ärzte und Therapeuten werden irgendwann auch immer hofffnungsloser, was natürlich zusätzlich demotiviert.

Aber, hey, ich möchte dich ermutigen, dass es niemals aussichtslos ist!

Du KANNST es schaffen! Es ist niemals unmöglich! Sonst hätte ich es auch nie soweit geschafft. Also - warum solltest du das nicht auch schaffen?

Ich schicke dir eine große Portion Zuversicht

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24. August 2016 um 23:43
In Antwort auf herod_879557

Gut!
Das ist doch schon mal eine gute und wichtige Einstellung, dass du versuchst offen zu sein für das was kommt! Dass es nicht leicht ist nach all den Jahren ist gar keine Frage.

Gerade auch das mit der festen Struktur und den Ängsten vor Abweichungen kann ich persönlich bestens verstehen. So war es bei mir auch: Ganz viel Halt und Sicherheit durch Routine und eingebrannte Verhaltensmuster.
Mir hat es geholfen, ganz langsam nach und nach die schädlichen Verhaltensmuster und Routinen durch neue zu ersetzen. Nicht alles auf einmal, das hätte ich mit den Ängsten auch nciht durchgestanden und früher oder später wäre es gekippt.
Aber langsam, ein altes Muster durch ein neues ersetzen und jeden Tag wieder üben, üben, üben... Dann, nach ein paar Wochen, wenn das geklappt hat und routiniert war, das nächste Muster durch ein gesünderes ersetzen usw.

Das dauert zwar ewig hat bei mir zumnindest aber sehr nachhaltig gewirkt.

Ob ich symptomfrei bin? Hm... Find ich schwer zu sagen. Komplett bestimmt noch nicht, dafür ist das Thema Essen im Kopf noch zu präsent. Aber ich verhalte mich anders, gesünder und freue mich jeden Tag darüber, wenn es mir (wieder einmal) gelingt loszulassen (auch gedanklich), mich über viel wichtigere Dinge im Leben freuen zu können und meinen Kopf für das Schöne im Leben frei zu haben. Das ist nämlich (nach der Verhaltensänderung) mein Ziel: Glücklich zu sein und mich am Leben erfreuen zu können.

Das ist wohl ein Prozess und harte Arbeit. Aber es lohnt sich! Wenn ich zurückblicke auf das, was ich in den letzten Jahren geschafft habe, wo ich damals stand und wo ich heute stehe, dann bin ich verdammt stolz auf mich.
Ich dachte lange Zeit genau wie du, dass ich es nicht schaffen kann. Irgendwann resigniert man, denkt, es klappt ja doch nicht - ich bin ja bis jetzt immer gescheitert... Und die Ärzte und Therapeuten werden irgendwann auch immer hofffnungsloser, was natürlich zusätzlich demotiviert.

Aber, hey, ich möchte dich ermutigen, dass es niemals aussichtslos ist!

Du KANNST es schaffen! Es ist niemals unmöglich! Sonst hätte ich es auch nie soweit geschafft. Also - warum solltest du das nicht auch schaffen?

Ich schicke dir eine große Portion Zuversicht

Ergänzung
Und: Ich kann die Studienabbrüche usw. bei euch beiden gut nachvollziehen!

Bei mir war es auch ziemlich kippelig: Habe ein Studium abgebrochen, das zweite dann aber mit Ach und Krach geschafft. Dann habe ich eine Nische auf dem Arbeitsmarkt gefunden, die für mich optimal geeignet war (als Selbstständige). Da konnte ich dann lange Zeit auch in der kritschen ES-Phase dennoch arbeiten (wenn auch mehr schlecht als recht und nur in geringem Zeitpensum). Je stabiler ich dann wurde, desto beser lief es dann aber auch mit der Arbeit.
Inzwischen arbeite ich (fast) normal, würde ich sagen.

Dass sich das alles so entwickelt hätte ich selbst nie gedacht. Aber ich habe mich irgendwie hochgekämpft. Nicht aufgegeben. Immer wieder neu versucht und alles daran gesetzt, das durchzustehen, was irgendwie machbar war.
Ich glaube, das hat sich gelohnt.

Wie alt bist du denn? Es ist doch sicher nicht zu spät, noch einmal ein Studium anzufangen oder eines der vorherigen fortzusetzen?
Also nachdem es dir besser geht und du stabiler bist natürlich.

Denke auf jeden Fall daran: Es gibt immer einen Weg! Du darfst nur nicht aufgeben!

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10. September 2016 um 21:34
In Antwort auf bulimicbhelena

Hmmm
Wie alt bist du denn? Wie äußert sich deine Krankheit und wie lange schon?

Dienstag...
...Geht's los....
Langsam krieg ich doch Angst. Angst das Leben, dass ich die letzten 15 Jahre gelebt habe, zu verabschieden...

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11. September 2016 um 0:08
In Antwort auf bulimicbhelena

Dienstag...
...Geht's los....
Langsam krieg ich doch Angst. Angst das Leben, dass ich die letzten 15 Jahre gelebt habe, zu verabschieden...

Super
Wohin geht's denn wenn ixh fragen darf ?

Ich wünsche dir alles Gute !!

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11. September 2016 um 11:38
In Antwort auf sauda_12487064

Super
Wohin geht's denn wenn ixh fragen darf ?

Ich wünsche dir alles Gute !!

Danke!!!
Sehr lieb von dir! In die Psychosomatik des LWL Klinikums Bochum. Eine der wenigen Fachkliniken wo ich noch nicht war und welche mich noch nimmt...deswegen, dieses Mal muss ich wirklich mir arbeiten

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11. September 2016 um 12:13
In Antwort auf bulimicbhelena

Danke!!!
Sehr lieb von dir! In die Psychosomatik des LWL Klinikums Bochum. Eine der wenigen Fachkliniken wo ich noch nicht war und welche mich noch nimmt...deswegen, dieses Mal muss ich wirklich mir arbeiten

Toll
Da war ich im Frühjahr ...

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11. September 2016 um 15:49
In Antwort auf sauda_12487064

Toll
Da war ich im Frühjahr ...

Wow!
Wie toll, dass du den großen Schritt wagst! Sehr mutig!

Ich drücke ganz fest die Daumen, dass alles so läuft, wie du es dir wünschst und vor allem, dass deine Angst bald abnimmt. Wenn du demnächst feststellst, wie groß der "Gewinn" am Ende ist, wenn du die ES loslässt, dann sind deine Sorgen bestimmt vergessen.

Also: Auf in dein neues, wunderbares Leben!

Wenn du Lust und Zeit hast freue ich mich jederzeit über Berichte

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11. September 2016 um 16:42
In Antwort auf sauda_12487064

Toll
Da war ich im Frühjahr ...

Wirklich??????
Wow, bitte, wenn du magst, erzähl mir alles! Ich habe kaum was im Internet gefunden und wuerde so gerne wissen, wie es da abläuft. Ich höre zwar viel gutes, hatte ja auch das Vorgespräch bei Professor Herpertz aber so richtig über die Station und den Ablauf weiß ich nichts...

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11. September 2016 um 16:44
In Antwort auf herod_879557

Wow!
Wie toll, dass du den großen Schritt wagst! Sehr mutig!

Ich drücke ganz fest die Daumen, dass alles so läuft, wie du es dir wünschst und vor allem, dass deine Angst bald abnimmt. Wenn du demnächst feststellst, wie groß der "Gewinn" am Ende ist, wenn du die ES loslässt, dann sind deine Sorgen bestimmt vergessen.

Also: Auf in dein neues, wunderbares Leben!

Wenn du Lust und Zeit hast freue ich mich jederzeit über Berichte

Wie lieb!
Das ist soooo lieb von dir, vielen Dank. Ich bin mich wirklich momentan am verabschieden irgendwie und hoffe so auf den Neustart! Und ich berichte sehr sehr gerne

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11. September 2016 um 18:35
In Antwort auf bulimicbhelena

Wie lieb!
Das ist soooo lieb von dir, vielen Dank. Ich bin mich wirklich momentan am verabschieden irgendwie und hoffe so auf den Neustart! Und ich berichte sehr sehr gerne


Da freu ich mich auf deine Berichte!

Hey, denk immer daran, wenn es nicht einfach ist und du am zweifeln bist...: Es lohnt sich!!! Dein neues Leben wartet auf dich und du KANNST es schaffen!

Es wird bestimmt nicht leicht werden, aber wenn du den Willen hast, dann kann dich nichts aufhalten.

Das wird werden! Vertrau auf die Hilfe und vertrau auf deine innere Stärke.

Alles Liebe von mir

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11. September 2016 um 18:45
In Antwort auf herod_879557


Da freu ich mich auf deine Berichte!

Hey, denk immer daran, wenn es nicht einfach ist und du am zweifeln bist...: Es lohnt sich!!! Dein neues Leben wartet auf dich und du KANNST es schaffen!

Es wird bestimmt nicht leicht werden, aber wenn du den Willen hast, dann kann dich nichts aufhalten.

Das wird werden! Vertrau auf die Hilfe und vertrau auf deine innere Stärke.

Alles Liebe von mir

Und...
behalte, wenn es evtl. mal aussichtslos erscheint, im Hinterkopf:

Bei mir hatten die Ärzte und Therapeuten damals auch schon fast einen Haken drunter gemacht und meinten, ich könnte es nicht (mehr) aus der ES schaffen. Zu lange, zu chronisch, usw.

Das war damals MEIN Ansporn und meine Motivation: "Ha, ihr werdet schon sehen, dass ich es schaffe! Wartet nur ab, bis ihr mich in ein paar Monaten/einem Jahr wieder seht. Da werdet ihr aber staunen, wie falsch ihr lagt!"

Klingt ein bisschen mies, aber mir hat dieses "ich beweise euch, dass es DOCH geht!" total geholfen. Zu zeigen, dass man niemals aufgeben darf und allen Statistiken zu strotzen.

Also: Du wirst auch eine von denen sein, die es - wider ärztlichen Erwartens - doch geschafft haben.

Nichts ist unmöglich und es ist niemals zu spät!

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13. September 2016 um 12:41
In Antwort auf bulimicbhelena

Wirklich??????
Wow, bitte, wenn du magst, erzähl mir alles! Ich habe kaum was im Internet gefunden und wuerde so gerne wissen, wie es da abläuft. Ich höre zwar viel gutes, hatte ja auch das Vorgespräch bei Professor Herpertz aber so richtig über die Station und den Ablauf weiß ich nichts...

Also
Dort wird mit einem Kartensystem gearbeitet.Du musst bis BMI 18 zunehmen. Bei nicht Zunahme oder Abnahme gibt es ne Grüne Karte, dann gelbe und zuletzt rote (bei rot fliegt man raus).Es gibt 3-4 x die Woche Gruppentherapie usw.
Nur Mittagessen wird begleitet eingenommen(wird nur beobachtet ) und nachdem Mittagessen findet für alle eine Ruhephase mit Rückmeldungen.
Die Pfleger sind dort alle echt nett (bis auf ein paar Ausnahmen).Die Oberärztin auch sehr nett.
Du musst da aber echt viel an Eigenverantwortung mitbringen!

Wenn du noch Fragen hast, frag einfach

Wünsche dir alles Gute da und du packst das !!

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13. September 2016 um 13:51
In Antwort auf sauda_12487064

Also
Dort wird mit einem Kartensystem gearbeitet.Du musst bis BMI 18 zunehmen. Bei nicht Zunahme oder Abnahme gibt es ne Grüne Karte, dann gelbe und zuletzt rote (bei rot fliegt man raus).Es gibt 3-4 x die Woche Gruppentherapie usw.
Nur Mittagessen wird begleitet eingenommen(wird nur beobachtet ) und nachdem Mittagessen findet für alle eine Ruhephase mit Rückmeldungen.
Die Pfleger sind dort alle echt nett (bis auf ein paar Ausnahmen).Die Oberärztin auch sehr nett.
Du musst da aber echt viel an Eigenverantwortung mitbringen!

Wenn du noch Fragen hast, frag einfach

Wünsche dir alles Gute da und du packst das !!

Gerade das
Ist mein Riesen Problem! Eigenverantwortung! Sobald man Freiheiten hat, habe ich die immer Mega ausgenutzt und bin deswegen eigentlich überall immer rausgeflogen Wie werden die Esspläne erstellt? Hat man da irgendwie Auswahlmöglichkeiten? Und was sind so Standard Mahlzeiten? Wie viele essgestörte sind da so auf einem Haufen? Eher motivierte oder unmotiviert? Zu wie vielen liegt man auf einem Zimmer?

Sag wenn ich zu viel frage

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13. September 2016 um 15:36
In Antwort auf bulimicbhelena

Gerade das
Ist mein Riesen Problem! Eigenverantwortung! Sobald man Freiheiten hat, habe ich die immer Mega ausgenutzt und bin deswegen eigentlich überall immer rausgeflogen Wie werden die Esspläne erstellt? Hat man da irgendwie Auswahlmöglichkeiten? Und was sind so Standard Mahlzeiten? Wie viele essgestörte sind da so auf einem Haufen? Eher motivierte oder unmotiviert? Zu wie vielen liegt man auf einem Zimmer?

Sag wenn ich zu viel frage

Das glaube ich dir
Kann dich echt verstehen, so geht es mir auch bzw erging es mir ... Deshalb war ich nicht lange dort, für mich persönlich war das Konzept nicht gut

Aber ich will dich jetzt keinesfalls verunsichern !!
Es gibt doch strenge Kliniken (Klinik Lüneburger Heide zb usw )... Ich persönlich brauche auch eher ein etwss strenges Konzept, um weiter zu kommen
Also den Essplan erstellst du mit deinem Bezugspfleger und du musst auch ein Ernährungstagebuch führen.
Das Essen ist Standard, aber ohne Tablettsystem.
Es sind nur 2 Bettzimmer...

Was den Pateinten angeht, ist wirklich ziemlich unterschiedlich ... Die einen sind motiviert die anderen nicht... Kann man nicht sagen, da es immer ja wechselt.Die Küche ist ausserdem die ganze Zeit offen und anfangs gibt es 3 Fresubin täglich zusätzlich.Halte dich von demotivierten Patienten fern.Die tun dir nicht gut und schaden dir nur !!
Ach ja, es sind ca 10? Pateinten dort mit ES...

Wie lange musstest du eigentlich auf den Platz warten ?


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13. September 2016 um 15:54
In Antwort auf sauda_12487064

Das glaube ich dir
Kann dich echt verstehen, so geht es mir auch bzw erging es mir ... Deshalb war ich nicht lange dort, für mich persönlich war das Konzept nicht gut

Aber ich will dich jetzt keinesfalls verunsichern !!
Es gibt doch strenge Kliniken (Klinik Lüneburger Heide zb usw )... Ich persönlich brauche auch eher ein etwss strenges Konzept, um weiter zu kommen
Also den Essplan erstellst du mit deinem Bezugspfleger und du musst auch ein Ernährungstagebuch führen.
Das Essen ist Standard, aber ohne Tablettsystem.
Es sind nur 2 Bettzimmer...

Was den Pateinten angeht, ist wirklich ziemlich unterschiedlich ... Die einen sind motiviert die anderen nicht... Kann man nicht sagen, da es immer ja wechselt.Die Küche ist ausserdem die ganze Zeit offen und anfangs gibt es 3 Fresubin täglich zusätzlich.Halte dich von demotivierten Patienten fern.Die tun dir nicht gut und schaden dir nur !!
Ach ja, es sind ca 10? Pateinten dort mit ES...

Wie lange musstest du eigentlich auf den Platz warten ?


1 Monat
Hab ich jetzt gewartet. Ich hatte ja das Gespräch beim Professor selbst und der hat mir schon danach gesagt, dass ich kommen kann, sobald Platz ist.

Ich hab jetzt irgendwie voll Schiss. Ich war schon in zehn Fachkliniken, welche mit lockerem Konzept, welche mit komplett Überwachung und ich hab überall mein eigenes Ding gemacht. Mahlzeiten komplett ohne Begleitung klingt für mich nahezu unmöglich. Aber ich mein, ich muss das alles ja für mich und nicht für die Betreuer machen, das muss ich mal kapieren. Halten die essis sich denn an die Regeln? So Ausgangssperre etc?? Auch da war ich immer eine Königin der Verstöße

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13. September 2016 um 16:56
In Antwort auf bulimicbhelena

1 Monat
Hab ich jetzt gewartet. Ich hatte ja das Gespräch beim Professor selbst und der hat mir schon danach gesagt, dass ich kommen kann, sobald Platz ist.

Ich hab jetzt irgendwie voll Schiss. Ich war schon in zehn Fachkliniken, welche mit lockerem Konzept, welche mit komplett Überwachung und ich hab überall mein eigenes Ding gemacht. Mahlzeiten komplett ohne Begleitung klingt für mich nahezu unmöglich. Aber ich mein, ich muss das alles ja für mich und nicht für die Betreuer machen, das muss ich mal kapieren. Halten die essis sich denn an die Regeln? So Ausgangssperre etc?? Auch da war ich immer eine Königin der Verstöße

Hmm
Kann ich leider nicht wirklich beurteilen, da ich nicht so lange da war. Der einzige Weg gesund zu werden, auf andere zu sch****, das ist mein ernst. Schaue NUR AUF DICH ... und entferne dich vom schlechten und wende dich dem Guten.Ich denke wenn man sich an die ganzen Regeln hält etc, dann hilft es einem schon ! Du musst auch bedenken : Jede Klinik hat ihr eigenes Konzept, nichts ist gegen dich persönlich ausgerichtet ...

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