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Antidepressiva

2. März 2009 um 21:52


Seit etwa einem dreiviertel Jahr fühle ich mich ständig gestresst, bin ständig müde auch wenn ich den halben Tag schlafe, bin genervt von allen Menschen in meinem Umfeld die mir eigentlich wichtig sind. Ich habe Motivationsprobleme und wenn ich es mal schaffe was zu unternehmen, freut es mich irgendwie nicht. Ich habe alles was ich brauche um glücklich zu sein und bin trotzdem mit allem unzufrieden.
Ich dachte das wäre eine Phase durch zu wenig Sport, nicht ausreichend gesunde Ernährung, was weiß ich.. doch obwohl ich mich bemühe mein Leben aktiver zu gestalten, merke ich die Auswirkungen meines Tiefs: verliere Freunde, habe kaum Zeit für Familie weil ich die Zeit dafür brauche über meine Depression nachzudenken & herauszufinden woher das kommt und auf die Schule wirkt es sich auch negativ aus.

Ich und andere haben mich schon immer als freundlichen, offenen, spontanen, immer-gut-gelaunten Menschen beschrieben.. was ist mit mir passiert? Vor allem, weil ich erst 18 bin.
Wäre es paar Jahre früher, würde ich annehmen, das liegt an der Pubertät, Hormonumstellung,...

Seitdem ich erfahren habe, dass meine Tante ihr Leben lang Depressionen hatte (und sich deswegen auch das Leben früh genommen hat...) beunruhigt mich das Gefühl, irgendwie nach ihr zu kommen...

Kann es sein dass ich Depressionen habe? Oder keine Ahnung, ich kenn mich mit sowas gar nicht aus, was das alles sein könnte =( Sollte ich Antidepressiva nehmen? Ich dachte immer, die bekommt man nur in extremen Fällen.. doch jetzt lese ich, dass mehrere Leute die nehmen, wenns bisschen unzufrieden sind..
Wenn ja, geht man einfach zum Arzt und sagt "mir geht es schlecht, würden Sie mir Antidepressiva verschreiben"?

Kommt alles vielleicht etwas blöd rüber, aber ich kenn mich wirklich nicht damit aus und weiß aber auch, dass es so mit mir nicht weitergeht, das macht mich total fertig, vielleicht kann mir jemand weiterhelfen..

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3. März 2009 um 11:23

Trau dich
Tja, die Beschwerden hören sich etwas unspezifisch an, aber ich denke, mit 18 ist man nicht mehr in der Pubertät, das könnte eigentlich nicht als Ursache herhalten. Aber dieses sich zurückziehen, immer müde sein, viel schlafen...das können auch Symptome von Depressionen sein. Natürlich auch von Problemen die man mit Partner/Freunden/Arbeit/Schule hat und verdrängen will...
Ich würde dir raten, mal zu deinem Hausarzt zu gehen und in Ruhe mit ihm zu reden. Das ist nicht peinlich! Ich hatte selbst jahrelang solche "unspezifischen" Symptome, wenn es mir schlecht ging, dachte ich ernsthaft darüber nach, nach Antidepressiva zu fragen, wenn es mir wieder besser ging habe ich alles verdrängt. Damals bin ich aber nur zum Hausarzt gegangen und habe gesagt, ich möchte eine Gesprächstherapie machen. Kein Problem, er vermittelt dir Adressen, kannst aber auch selber in den gelben Seiten nachsehen. Du brauchst nicht unbedingt eine Überweisung, du rufst in der Psychologischen Praxis an und bittest um einen Probetermin (ca. 5 Termine stehen dir immer zu), danach kannst du dich entscheiden ob du bleiben willst und der Therapeut klärt das mit der Krankenkasse. Aber: ich habe gehört, dass es Wartezeiten von 6-10 Monaten bei Psychologen gibt. Oder du suchst dir erst einmal eine kostenlose Beratungsstelle, z.B. von der Caritas, schau mal insTelefonbuch oder in eure Tageszeitung.

Nach meiner Gesprächstherapie ging es mir erst wieder etwas besser, aber nach 4 Jahren kriegte ich dann (glücklicherweise!) durch bestimmte Problemumstände dann den totalen Zusammenbruch. Also bin ich wieder zu meiner Hausärztin und erst da war ich bereit, Antidepressiva zu probieren. Nach 3 Wochen langsamer Eingewöhnung und Steigerung der Dosis (mit den "normalen" anfänglichen Nebenwirkungen) geht es mir jetzt nach 2 Monaten so gut wie noch nie im Leben. Ich kann wieder lachen, bin selbstbewusster und ruhiger geworden, gehe wieder mehr auf Menschen zu. Ein Neurologe betreut mich noch zusätzlich wenn ich Fragen habe.
Zusätzlich habe ich mir eine Selbsthilfegruppe gesucht da andere Menschen mich oft gar nicht verstehen was mit mir los ist (sogar mein Mann will gar nichts genaueres davon hören). Wer nicht unter Depressionen leidet versteht oft null und meint, man soll sich mal einfach zusammenreissen, ein bisschen Yoga oder AT oder sich positive Gedanken machen und dann wird das wieder. Danke!

Mein Fazit: Hätte ich meinen Arzt mal schon früher darauf angesprochen! Fragen kostet nichts, evtl. schickt er dich zu einem Neurologen und der "bequatscht "ganz normal mit dir deine Symptome und Probleme, dafür sind die Ärzte ja schließlich da und werden bezahlt.

Trau dich, mach den ersten Schritt!

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3. Juni 2009 um 18:52
In Antwort auf merlyn_12158332

Trau dich
Tja, die Beschwerden hören sich etwas unspezifisch an, aber ich denke, mit 18 ist man nicht mehr in der Pubertät, das könnte eigentlich nicht als Ursache herhalten. Aber dieses sich zurückziehen, immer müde sein, viel schlafen...das können auch Symptome von Depressionen sein. Natürlich auch von Problemen die man mit Partner/Freunden/Arbeit/Schule hat und verdrängen will...
Ich würde dir raten, mal zu deinem Hausarzt zu gehen und in Ruhe mit ihm zu reden. Das ist nicht peinlich! Ich hatte selbst jahrelang solche "unspezifischen" Symptome, wenn es mir schlecht ging, dachte ich ernsthaft darüber nach, nach Antidepressiva zu fragen, wenn es mir wieder besser ging habe ich alles verdrängt. Damals bin ich aber nur zum Hausarzt gegangen und habe gesagt, ich möchte eine Gesprächstherapie machen. Kein Problem, er vermittelt dir Adressen, kannst aber auch selber in den gelben Seiten nachsehen. Du brauchst nicht unbedingt eine Überweisung, du rufst in der Psychologischen Praxis an und bittest um einen Probetermin (ca. 5 Termine stehen dir immer zu), danach kannst du dich entscheiden ob du bleiben willst und der Therapeut klärt das mit der Krankenkasse. Aber: ich habe gehört, dass es Wartezeiten von 6-10 Monaten bei Psychologen gibt. Oder du suchst dir erst einmal eine kostenlose Beratungsstelle, z.B. von der Caritas, schau mal insTelefonbuch oder in eure Tageszeitung.

Nach meiner Gesprächstherapie ging es mir erst wieder etwas besser, aber nach 4 Jahren kriegte ich dann (glücklicherweise!) durch bestimmte Problemumstände dann den totalen Zusammenbruch. Also bin ich wieder zu meiner Hausärztin und erst da war ich bereit, Antidepressiva zu probieren. Nach 3 Wochen langsamer Eingewöhnung und Steigerung der Dosis (mit den "normalen" anfänglichen Nebenwirkungen) geht es mir jetzt nach 2 Monaten so gut wie noch nie im Leben. Ich kann wieder lachen, bin selbstbewusster und ruhiger geworden, gehe wieder mehr auf Menschen zu. Ein Neurologe betreut mich noch zusätzlich wenn ich Fragen habe.
Zusätzlich habe ich mir eine Selbsthilfegruppe gesucht da andere Menschen mich oft gar nicht verstehen was mit mir los ist (sogar mein Mann will gar nichts genaueres davon hören). Wer nicht unter Depressionen leidet versteht oft null und meint, man soll sich mal einfach zusammenreissen, ein bisschen Yoga oder AT oder sich positive Gedanken machen und dann wird das wieder. Danke!

Mein Fazit: Hätte ich meinen Arzt mal schon früher darauf angesprochen! Fragen kostet nichts, evtl. schickt er dich zu einem Neurologen und der "bequatscht "ganz normal mit dir deine Symptome und Probleme, dafür sind die Ärzte ja schließlich da und werden bezahlt.

Trau dich, mach den ersten Schritt!

Hallo
wir kennen uns nicht. Habe gerade deinen Eintrag bei www.gofeminin.de gelesen. Ich habe seit 1,5 Jahren Depri und war am Freitag das erste Mal bei einer FA für Psychiatrie, die ist auch Neurologin. Sie hat mit Sertralin verschrieben und wollte dich fragen was du nimmst.
Manchmal hab ich das Gefühl das ich es nicht mehr schaffe. Kannst du mir weiter helfen. Ich suche jemanden mit dem ich mich austauschen kann. Wär schön wenn du dich meldest. ich möchte auch wieder Lebensgeister erwecken.

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