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Antidepressiva der Teufelskreis

28. April 2008 um 11:47

Hallo!

Vorab will ich erst mal einen "Newbie"-Gruß in die Runde werfen und mich gleichzeitig für Eure Beiträge und Erfahrungsberichte bedanken: ich habe hier viel gelesen in den letzten Tagen, und das war enorm hilfreich!

Meine Frage streift das Hauptthema des Forums nur, aber ich hoffe sehr, dass es nicht offtopic oder unerwünscht ist(?).

Ich sitze hier mit zwei Packungen Citalopram, die mir mein Arzt vor ein paar Tagen mitgegeben hat. Nicht einfach so, sondern nach einem ausführlichen Gespräch (bis zu Hinweisen auf die nicht ausgeschlossene antriebssteigernde Wirkung auf "negativem" Gebiet). Er erachtet die Einnahme zwar als hilfreich, hat aber betont, dass er meine Entscheidung darüber uneingeschränkt akzeptiert. Das Citalopram soll begleitend bzw. in Vorbereitung zu der hoffentlich bald beginnenden Therapie unterstützend eingesetzt werden, wie es (m)ein Therapeut in einem ersten Orientierungsgespräch empfohlen und dann mit meinem Hausarzt abgestimmt hat. Es geht dabei -ganz grob umrissen- "nur" um Depressionen; besondere Symptome (z.B. Panikattacken o.ä.) habe ich zum Glück nicht zu beklagen.

Die Frage ist schon zu erahnen...: Wie trifft man bloß eine solche Entscheidung, ob man sich auf so ein Mittel einläßt oder nicht?!

Kurz: nach stundenlangem Lesen hier habe ich mich relativ entschlossen dagegen entschieden. Über die individuellen Nebenwirkungen (anfänglich u. dauerhaft) läßt sich zwar nur eine Aussage machen, wenn man es ausprobiert (aber z.B. Gewichtszunahme wäre schon fatal angesichts meines ohnehin bröckeligen Selbstwertgefühls... Oder ein Mir-Egal-Gefühl: das hab ich ja so schon...). Und die Hoffnung "wenn Sie damit nicht klarkommen, setzen Sie es einfach ab!" ist hier ziemlich erschreckend relativiert worden - zumal ich bei Abhängigkeiten aller Art eher kraftlos resigniere...

Gut: ich habe mich dagegen entschieden. - Und jetzt grübel ich, ob ich damit ein Stück Leben ausgeschlagen habe! Ich dümpel seit langem nur vor mich hin, funktioniere noch gerade so, bin aber endlos müde, desinteressiert, antriebs- und motivationslos, resigniert, desillusioniert... - viele von euch werden das kennen. Ich weiß, dass eine Therapie da viel bewirken wird (hatte mal so vor 15 Jahren eine, die mir für lange Zeit wieder Lebensenergie geschenkt hatte). Darauf baue ich - aber das dauert natürlich...

Ich sehe die Versuchung zu sagen "schmeiß das Zeug ein - wird schon gut gehen!", denn es ist ja genauso auch immer wieder zu lesen, wie ungeahnt diese Mittel helfen können! Alleine schon, um wieder Leben zu entwickeln und zu spüren. Aber ich weiß nicht, ob ich mir damit mehr Probleme schaffe, als ich ohnehin schon nicht bewältigen kann...

Hat jemand da hilfreiche Denkanstöße?

Sorry - ist umfangreich geworden... Danke euch für's zuhören!

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29. April 2008 um 15:27

Vielleicht hilfreich
Hallo Du,

also ich habe mich jahrelang "ohne" Antidepressiva über Wasser gehalten....vor 2 Jahren war ich dann soweit unten, daß ich ausser den ganzen Tag heulen & schlafen gar nichts mehr konnte....es kam einfach kein hoch mehr....

Anfänglich habe ich den Rat des Arztes -Cipralex- einzunehmen strickt abgelehnt, da ich bereits mit 16 Jahren nach einer Psychotherapie schlechte Erfahrungen gemacht habe. ....aber dann habe ich gesagt, daß ich es versuchen möchte. Es ist ja auch so, daß du auf das Medikament eingestellt werden musst und es dauert ein bisschen, bis es anschlägt. Wunder zu erwarten wäre falsch.
Für mich war es gut. Ich bekam meine Stimmungsinstabilität wieder in den Griff und fühlte mich auch irgendwo wieder lebendig. Vorher hatte ich auch nicht annähernd den Nerv zum Therapeuten zu gehen...., aber dann schon. Schritt für Schritt merkte ich wie es vorwärts ging. Natürlich kamen noch die Tiefs, aber nicht in dem Aussmass wie vorher...und durch die Therapie wusste ich es auch anders anzupacken...

Nun zu den Nebenwirkungen. Die haben jedes Medikament. Leg mal scherzhalber eine Packungsbeilage von Ibuprofen 600 daneben? Und zur Abhängigkeit lässt sich aus meiner Erfahrung heraus sagen, daß ich das Medikament seid Februar nicht mehr nehme und sofort absetzen musste weil ich erfuhr, daß ich schwanger bin und ich hatte keinerlei Entzugserscheinungen, noch sonst das Gefühl, daß mir etwas fehlt....

..... ich denke, es ist ein Versuch wert.....und ich hätte es schon viel früher tun müssen

Wünsche dir alles gute.

Lg Tamina




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20. Juni 2012 um 19:27


antidepressiva machen nie abhängig!!! und wenn mal gar nichts mehr geht und man nichts mehr auf die reihe bekommt, nicht mehr normal am leben teilnehmen kann und du denkst es wird nie besser nimmst du das medikament!!!! un z.b cipralex ht eine 70% wahrscheinlichkeit zu wirken, was enorm viel ist....

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23. Juni 2012 um 22:14

Ad
Hallo lisschen! Welche medis nimmst du?

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18. Februar 2014 um 0:03

Ich wäre auch hin und hergerissen
Zum einen hört man viel über die Heilungschancen mit Citalopram. Ich kenne auch 2 Leute die damit am Anfang ziemlich von der Rolle waren aber nach ein paar Wochen recht gut klarkamen. Ich habe auch mal kurz über Citalopram nachgedacht, mich aber dagegen entschieden. Mit Chemie kann ich mich irgendwie nicht anfreunden. Der Zweifel wird jedoch immer bleiben wenn man es nicht ausprobiert hat. Was wäre wenn?
Naja, heute bin ich froh, daß ich es nicht genommen habe weil ich eine pflanzliche Alternative gefunden habe. Mir tat Feel Good von Thaivita sehr gut. Meine Depression, die allerdings nicht sehr schwerwiegend war, ist Vergangenheit.
Hör auf Deinen Bauch, mach die Therapie und zur Not kannst Du immer noch umdenken

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10. Juni 2014 um 0:16
In Antwort auf zinnia_11894764


antidepressiva machen nie abhängig!!! und wenn mal gar nichts mehr geht und man nichts mehr auf die reihe bekommt, nicht mehr normal am leben teilnehmen kann und du denkst es wird nie besser nimmst du das medikament!!!! un z.b cipralex ht eine 70% wahrscheinlichkeit zu wirken, was enorm viel ist....

Körperlich nicht
aber meinste nicht viellecith psychisch?

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14. Juni 2014 um 9:18

Habs nicht vertragen
Hallo habe es auch genommen war wie erschlagen konnte nur im bett liegen mit unserem hund spatzieren gehen war unmoglich nicht mal dran zu denken nach 3 Tagen bin ich dann zum arzt der meinte ist normal ist bettschwäre legt sich wieder. Ok Habe es akzeptiert und bin nach hause, aber 2 Tage später konnte ich es vor jucken nicht mehr aushalten, wieder zum Arzt der meinte sofort absetzen unverträglich. Bekam dann Mirtazapin es Ging mir dann auch ein bisschen besser bis auf die müdigkeit. Die hilt aber an, was denen ihrer meinung auch normal ist. Durfte dann nach 2 Monaten laut Tagesklinik das medikament wieder absetzten da sich einiges beruhigt hat. Die dinger machen nicht Abhängig aber die haben so tolle auschleichsymtome die wie entzugserscheinungen sind. Sollte dann doch erst mal wieder nehmen und dann ganz langsam ausschleichen. Fuchtbar einfach. das ganze ist jetzt 3 monate her und bin immer noch dran mit dem auschschleichen. Ich hoffe ich habe es bald geschaft bin jetzt seit 34 Tagen auf 0,00mg aber gewisse symtome sind halt immer noch da die sich zum glück mittags mittlerweile legen. Ich selber würde diese dinger nie wieder nehmen erst mal Pflanzlich versuchen. Bin Mal gespannt wie es bei mir weiter geht wenn es nicht funktioniert habe ich mit meinem Arzt schon drüber gerdet das ich es erst pflanzlich versuchen möchte er stimmte zu. Warum muß man immer direkt die harten dinger geben und nicht erst pflanzlich versuchen zeit braucht sowiso beides bis es wirkt. Ich wünsche dir weiter alles gute. Und es mus jeder für sich selber endscheiden. Habe gelernt mehr auf mein Bauchgefühl zu hören.LG

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