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Angst vor Sex

28. April 2009 um 11:22

Hallo erst mal.

Ich muss ein wenig weiter ausholen um wirklich alles unterzubringen, ich hoffe ihr habt Durchhaltevermögen.

Als ich 15 war bekam ich meinen ersten festen Freund. Der war wohl "cool" - mit 15 sieht man die Dinge wohl noch anders. Er war 18, hatte keine Ausbildung, musste zum Bund, nahm Drogen ... aber er sah gut aus und war eben "cool". Ein halbes Jahr, nachdem wir zusammengekommen waren hatten wir auch unser erstes Mal. Es war irgendwie überhaupt nicht schön, aber naja, ich denke nur die wenigsten Frauen empfanden ihr erstes Mal als wirklich schön. Daraufhin hatten wir immer wenn wir uns Wochenends gesehen haben Sex, was zwar in den meisten Fällen nicht so prickelnd war, aber ich war ja so verliebt. Irgendwann, so circa nach einem Jahr, hatte ich einfach keine Lust mehr auf ihn. Er machte das ein paar mal mit und irgendwie sah er es dann nicht mehr ein, Rücksicht zu nehmen. Ich lies es über mich ergehen, weinte dabei ins Kissen. Nein, es war nicht schön. Immer wenn ich mit ihm schlief musste ich mich zwingen weiterzumachen, ihm zu geben was er wollte. Sex war zwar recht selten in diesen verbleibenden 2 Jahren Beziehung, aber jedes einzelne Mal war eine innerliche Tortur. Da er recht fordernd und auch aggressiv war traute ich mich nicht mit ihm Schluss zu machen oder ihm zu sagen, dass mich der Sex anwidert. Ich hab einfach immer weiter gemacht egal wie weh es mir innerlich tat, egal wie die Tränen flossen.

Seitdem liefen alle meine (recht kurzweiligen) Beziehungen darauf hinaus, dass ich anfangs mit demjenigen sehr viel Sex hatte - teils auch sehr schönen Sex. Und dann immer nach ca. einem Monat konnte ich mich nicht mehr aufraffen, Sex zu haben. Die meisten machten das dann noch ein paar Monate mit, aber irgendwann war dann schluss. Ich brach einen Streit vom Zaun, nur um dem Sex zu entgehen. Ich blieb mörderlange wach, nur um dem Sex zu entgehen. Dachte in jedem neuen Kerl einen zu finden bei dem das nicht so sein würde - Fehlanzeige.

Tja, und dann lernte ich meinen heutigen Mann kennen. Und hier liegt das Problem. Ich liebe ihn. Wirklich. Aber immer wieder habe ich diese Phasen wo ich Sex / Zärtlichkeit / Nähe nicht ertragen kann. Mal ists wieder halbwegs gut aber die meiste Zeit läuft es nicht. Ich kann ihn nicht an mich ranlassen und es wird immer schlimmer. Ich weiss nciht mehr was ich tun soll. Ich sehe wie er darunter leidet immer wieder zurückgewiesen zu werden und wie er es immer wieder versucht an mich ranzukommen. Aber wenn er auch nur meinen Hintern streichelt beginnt in mir Panik aufzusteigen dass seine Hand woanders hinrutschen wird (was sie höchstwahrscheinlich auch tun würde wenn ich mich dann nicht so hindrehen würde, dass sie das nicht mehr kann). Wann immer wir gemeinsam im Bett liegen beginnt er mich zu streicheln. Er macht das nicht fordernd wie mein Ex, aber sobald er in Richtung meiner Intimzone streichelt verkrampft sich mein ganzer körper und ein Kloss sitzt in meinem Hals.

Unsere Beziehung wird daran zerbrechen, das spüre ich - aber das will ich verhindern. Ich kann mich aber auch nicht mehr ankuscheln oder so weil ich wess, dass er es sofort falsch interpretiert.

Eine Therapie will ich nicht... ich hatte schon einmal eine Therapie wegen eines Autounfalls und ich fand es schrecklich wie da in meiner Seele rumgewühlt wurde.

Was kann ich tun?

ICh will ihn doch nicht verlieren.

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28. April 2009 um 13:03

Das schaffst Du alleine nicht!
Hallo, liebe Estampida,
das ist ja ein ziemlich tiefgreifendes Problem, das Du da hast. Ich bin sicher, dass Du das alleine nicht in den Griff bekommen kannst und Du siehst es ganz richtig, daran könnte Deine Beziehung daran zerbrechen, denn für Deinen Mann ist der Zustand sicher auch eine ziemliche Qual.
Du hast eigentlich keine Wahl, als etwas für diese Beziehung zu tun, dafür zu kämpfen. Dafür allerdings musst du therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Ich fange jetzt auch damit an, obwohl ich genau das gegenteilige Problem in meiner Beziehung habe, nämlich einen Mann, der keine Lust auf Sex hat. Ich habe mich an die Familienberatung der evangelischen Kirche gewandt, dort bekommt man Therapiegespräche mit Fachleuten kostenfrei. Überleg doch mal, ob es nicht einen Versuch wert wäre, denn wenn Dir die Gespräche nicht gefallen, kannst Du sie doch jederzeit abbrechen. Du kannst denen auch sagen, ob Du lieber zu einer Frau oder zu einem Mann gehen möchtest, so eine Einrichtung gibt es garantiert auch in Deiner Nähe und man muss nicht religiös sein, um diese Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Tu Dir selbst einen Gefallen und probier es wenigstens aus, denn es ist definitiv das einzige, was Du in dieser verfahrenen Situation tun kannst. Dieses Problem wird Dich sonst ein Leben lang begleiten und Du wirst einfach nicht glücklich werden können und Dein Mann ebenso wenig.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein ganz kleines bisschen weiterhelfen.
Liebe Grüße und alles Gute für Dich
Katrin

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