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Angst um meine kleine Schwester

2. Juli 2015 um 23:32 Letzte Antwort: 5. Juli 2015 um 1:19

Hallo,
ich weiß gar nicht genau, wie ich anfangen soll.
Zu allererst sollte ich vielleicht sagen, dass auch ich seit meinem 14 Lebensjahr (also seit knapp 6 Jahren) Essstörungen habe (mit Auf und Abs). Aber nun soll es nicht um mich gehen, sondern wie der Titel schon sagt um meine kleine Schwester. Sie wird im August 14 Jahre alt.

Ich war heute sehr schockiert, als sie am Abend in Tränen ausgebrochen ist. Sie war so verzweifelt, weil sie sich dick fühlt. (Das stimmt absolut nicht! Sie ist ein schlankes Mädchen, dass für ihr Alter körperlich schon Recht weit ist. Sie ist im Normalgewicht. Ich verzichte an dieser Stelle bewusst auf genauere Gewichtsangaben!)
Ich kann ihre Verzweiflung natürlich sehr gut nachvollziehen.
Und genau das ist es, was mir so viel Angst macht!
Bei mir hat es ähnlich angefangen....

Ich habe sie dann getröstet und mit ihr geredet...
Anfangs hat sie nur geweint, wurde dann aber immer offener und hat mir viel erzählt. Unter anderem, dass sie schon einige Diäten gemacht hat und schon mehrmals erfolglos (auch mithilfe von Sport) versucht hat abzunehmen. Sie achtet sehr auf ihre Ernährung, lässt auch Mahlzeiten komplett aus usw. ...
Leider vergleicht sie sich zu stark mit gleichaltrigen Mädchen, die von Natur aus sehr dünn und groß sind.

Anschließend hat sie dann auffällig viel gegessen und alles kommentiert .... Ich weiß nicht, ob ich durch meine persönlichen Erfahrungen jetzt zu viel hineininterpretiere und mir zu viele Gedanken mache. .... Aber genau dieses Verhalten finde ich auch sehr verdächtig... Es hat auf mich so gewirkt als würde sie beweisen wollen, dass bei mit ihrem Essverhalten alles in Ordnung ist.

Dieses Thema ist für mich natürlich sehr heikel...
Und mir ist auch bewusst, dass ich nicht die beste Ansprechpartnerin für meine Schwester bin in dieser Situation (denn sie hat ja meinen Essstörungsverlauf mitbekommen).
Die einzige Hoffnung, die ich jetzt habe ist, dass sie sich vornimmt mir niemals nachzueifern und ich eine Art Abschreckungsfunktion übernehme... wobei ich daran nicht wirklich glaube... Denn auch bei mir hat das in keiner Hinsicht gewirkt. Meine Mutter hat nämlich seit mehr als 20 Jahren Bulimie, wovon sowohl ich als auch sie wissen.

Ich fühle mich nun absolut hilflos. Es wäre das Schlimmste für mich mit ansehen zu müssen, wie sie in eine Essstörung rutscht.

Ich wäre dankbar über Meinungen von euch! Vielleicht ist jemand in einer ähnlichen Situation... Wie würdet ihr an meiner Stelle handeln?

Schon einmal vielen Dank im Voraus!
LG


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4. Juli 2015 um 22:33

Das ist natürlich...
... Eine ganz heikle Situation, gerade, weil deine Schwester ja im Grunde keinen normalen, gesunden Umgang mit Ernährung und Figur kennt, wenn sowohl du, als auch deine Mama eine ES haben. Abschreckung ist da natürlich das eine, Prägung das andere.
Ich kann verstehen, dass du dir große Sorgen machst, das, was sie dir erzählt zeigt, dass ihr Selbstbild nicht das positivste ist und ich sehe da auch eine Gefahr, um ehrlich zu sein.
Wichtig ist, dass du für sie da bist, ihr den Rücken stärkst und ihr immer wieder versuchst ein positives Selbstbild zu vermitteln. Behalte ihr Essverhalten ein wenig im Auge und reagiere, wenn du das Gefühl hast sie rutscht ab. Sie zu irgendetwas zu zwingen wird denke ich zu nichts führen, das kennst du sicher von dir. Sollte sich die Lage allerdings nicht ändern sollte professionelle Hilfe besser früher als später erfolgen. Bist du vll selbst in Behandlung? Kannst du einen Therapeuten zu Rate ziehen?

LG und ihr schafft das

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5. Juli 2015 um 1:19

Den
Tip mit dem Therapeuten wollte ich auch geben.
Ich bin mir nicht sicher, ob sich das in einem Eurer Gespräche vielleicht anbieten könnte, dass Du sie vorsichtig darauf hinweisen könntest, dass Du selbst die Erfahrung gemacht hast, dass der Stress mit Essen und der eigenen Figur mit der eigenen Gefühlslage zu tun hat und dass es ganz normal und überhaupt nichts schlimmes oder besonderes wäre, wenn sie sich jemand professionellen zum Reden sucht (oder ihr gemeinsam), damit sie einfach eine Gelegenheit hat, ihre Gedanken mit jemandem zu teilen, der nicht urteilt und sie ganz normal finden wird. Vielleicht könntest Du es ihr so ein wenig die Angst oder Hemmung davor nehmen?
Auch wenn die Hütte quasi noch nicht brennt , kann ich mir gut vorstellen, dass es einfach eine Entlastung für sie sein könnte, da sie ja Familie#r eh schon einiges miterlebt hat.
Damit will ich Dir aber keinesfalls ein schlechtes Gewissen machen, denn auch Du trägst sicher keine "Schuld" an Deiner Essstörung!
Sicher ist es wichtig, ihr das nicht aufdringlich zu vermitteln, damit sie nicht erst recht vor so etwas zurückschreckt sondern sich freiwillig dafür entscheiden kann, wenn sie möchte.
Ich finde es übrigens ganz toll, wie Du dich um Deine Schwester kümmerst und wünsche Euch beiden viel Glück!!

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