Home / Forum / Fit & Gesund / Alkoholkrankenpapa helfen?

Alkoholkrankenpapa helfen?

10. Februar 2012 um 20:38

Hallo ich bin 23 Jahre alt und habe seit dem ich denken kann einen alkoholkranken Papa.
Er trinkt schon seit seiner Jugend. Er kann auch einezeitlang ohne Alkohol aber wenn er trinkt dann viel ( immer nur Bier) . Er wird dann sehr aggressiv, schreit rum knallt Türen, redet extrem schlecht über die Familie oder alle die ihm gerade so nicht passen. Er hat uns oder meine Mama nie geschlagen aber so halt extrem aggressiv. Er sitzt dann stundenlang in der Küche oder in seinem Garten und trinkt. Es ist oft am Wochenende aber manchmal ist es auch schon in der Woche vorgekommen. Er arbeitet Vollzeitbeschäftigt.
Mein Vater hat vor gut 4 Jahren Hilfe gesucht, aber mehr durch den Druck von Mama meinem Bruder und mir. Er war bei den Guttemplern und hat noch einen enzelzherapie gemacht. Er hat nach ca. 1 Jahr heimlich wieder angefangen. Anfangs hat er es dort auch erzählt aber irgendwann hat er nur noch gelogen und irgendwann ist er gar nicht mehr hingegangen. Er hat dann einen Zeitung nur im Garten getrunken und hat meine Mutter somit geschont das sie ihn nie besoffen angetroffen hat. Das ging dann einezeitlang so und dann wurde es mehr und mehr das er auch wieder betrunken Heim kam. Meine Mama hat schon so oft gesagt das sie auszieht als wir klein waren und auch später noch bis heute.. Er redet dann nur gutes und alles tut ihm so leid aber es tut sich nichts, leider. Das schlimme ist das mein Vater alleine so hilflos wäre meine Mama übernimmt so gut wie alles in der ehe und so ging es immer gut und keiner hatte ein Problem damit. Mein Vater würde komplett einsturzten. Wahrscheinlich in sein Garten ziehen nicht mehr arbeiten und irgendwann dort sterben ich habe so viel Mitleid. Mein Papa ist der tollste Papa der Welt denn er nüchtern ist. Er gibt alles tut alles für Kinder und Enkelkinder.

Im Sep 11 kam mein Vater ganz überraschend ins Krankenhaus. Er kam vom normalen Arterien gleich ins Krankenhaus weil er einen unentdeckten Herzinfarkt hatte. Er folgte eine not op und er bekam 3 Bypässe. es ging ihm richtig schlecht und er wäre beim nächsten mal saufen vlt einfach umgefallen und gestorben.. So sagten es die Ärzte. Als er operiert war kam er zur Reha.. Er nahm 10 kg ab ( mein Vater ist sehr übergewichtig) sah alles schön hat aufgehört zu Rauchen ( bis jetz immernoch) er hat viel versprochen und wollte vieles ändern.. Die Ärzte haben gesagt er muss Sport machen und die Ernährung umstellen.. Als Papa dann Zuhause war ging es auch ca 1-2 Wochen gut.. Wir waren echt begeistert aber nach und nach kam alles wieder.. Viel süßes, fettiges essen keine Bewegung. Etc.

Und nun hat er auch wieder getrunken. Er hat fast ein halbes Jahr geschafft und nun wieder angefangen. Er war wieder sehr extrem wie meine Mama es erzählt hat. Meine Mama ist nun auch zum Jobcenter weil ihr Gehalt alleine für alles nicht reichen würde und ist entschlossen zu gehen weil er nichts ändert.. I h will mein Vater aber nicht aufgeben ich weiß was passiert wenn er voll und ganz alleine ist was soll ich nur tun? Es muss doch irgendwas geben?

Mein Vater ist übrigens 53 Jahre alt.


Ich würde mich sehr freuen über Zuspruch von Angehörigen oder vlt ist auchjemand hier der es selbst geschafft hat aufzuhören?

Tut mir leid für den langen Text.
Schönen Abend noch

Mehr lesen

11. Februar 2012 um 18:46

...
Runter mit den Spendierhosen!!!
Mein Vater hat auch ne Weile zu viel getrunken. Meine Mutter litt natürlich am meisten darunter. Ich hab ihm klar gesagt, dass ich ihn nicht mehr mit dem Arsch angucken werde, wenn meine Mutter noch einmal deswegen weint. Ich würde ihn eher in der Gosse verschimmeln lassen, als mich darum zu bemühen einen Therapieplatz für ihn zu finden...hab noch irgendwas über Spenderorgane gesagt, ihm mal ein paar Fotos von alkoholinduzierten Leberzirrhosen gezeigt und ihm über das qualvolle Ende eines Leberversagens erzählt....


Das war für ihn ein großer Schock, da wir eigentlich eine sehr harmonische Familie sind, die nie von Schicksalsschlägen heesucht wurde....umso effektiver die kalte Dusche.

Gut, mein Vater mag im Vergleich zu anderen Alkis absolut harmlos wirken...aber das ist ja auch immer ein Absteig, der stufenweise funktioniert. Ich liebe ihn und hab auch immer alles für ihn (und meine Mutter) getan...aber bei Alk versteh ich keinen Spass.

Er trinkt zwar immernoch, aber in einem für meine Mutter erträglichen Rahmen (1x die Woche etwa)...und dann meist auch wenn er weiß, dass er alleine für sich ist, und niemandem aufregen kann.


Ich muss auch sagen, dass Alkoholiker (von allen Suchtkranken) bei mir den schwersten Stand haben. Kein Mitleid, kein Träne heule ich ihnen nach, wenn ich sie zugrunde gehen sehe.
Einzig die Angehörigen tun mir umso mehr leid

Ich trinke selbst auch. Manchmal zu viel. Ich trinke durch meinen Job und mein Wissen um die Risiken und Gefahren, viel bewusster als es normale Menschen tun. Ich würde aber auch von niemandem Hilfe oder Mitleid erwarten, wenns mit mir bergab gehen würde.....aber da hat jeder eine andere Einstellung zu

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

11. Februar 2012 um 18:54
In Antwort auf valec1983

...
Runter mit den Spendierhosen!!!
Mein Vater hat auch ne Weile zu viel getrunken. Meine Mutter litt natürlich am meisten darunter. Ich hab ihm klar gesagt, dass ich ihn nicht mehr mit dem Arsch angucken werde, wenn meine Mutter noch einmal deswegen weint. Ich würde ihn eher in der Gosse verschimmeln lassen, als mich darum zu bemühen einen Therapieplatz für ihn zu finden...hab noch irgendwas über Spenderorgane gesagt, ihm mal ein paar Fotos von alkoholinduzierten Leberzirrhosen gezeigt und ihm über das qualvolle Ende eines Leberversagens erzählt....


Das war für ihn ein großer Schock, da wir eigentlich eine sehr harmonische Familie sind, die nie von Schicksalsschlägen heesucht wurde....umso effektiver die kalte Dusche.

Gut, mein Vater mag im Vergleich zu anderen Alkis absolut harmlos wirken...aber das ist ja auch immer ein Absteig, der stufenweise funktioniert. Ich liebe ihn und hab auch immer alles für ihn (und meine Mutter) getan...aber bei Alk versteh ich keinen Spass.

Er trinkt zwar immernoch, aber in einem für meine Mutter erträglichen Rahmen (1x die Woche etwa)...und dann meist auch wenn er weiß, dass er alleine für sich ist, und niemandem aufregen kann.


Ich muss auch sagen, dass Alkoholiker (von allen Suchtkranken) bei mir den schwersten Stand haben. Kein Mitleid, kein Träne heule ich ihnen nach, wenn ich sie zugrunde gehen sehe.
Einzig die Angehörigen tun mir umso mehr leid

Ich trinke selbst auch. Manchmal zu viel. Ich trinke durch meinen Job und mein Wissen um die Risiken und Gefahren, viel bewusster als es normale Menschen tun. Ich würde aber auch von niemandem Hilfe oder Mitleid erwarten, wenns mit mir bergab gehen würde.....aber da hat jeder eine andere Einstellung zu

Ahh
ja, das mit dem Spenderorgan....
Hab meinem Vater gesagt, dass ich eine gespendete Leber eher einem Kind in der dritten Welt zum Essen schicken würde, als diese in einen alkoholkranken Menschen zu implantieren.
Da mehr als die Hälfte aller trocken geglaubten Ex-Alkis NACH der Leberspende wieder mit dem Trinken anfangen, finde ich das mit der 2.Chance im Leben dennoch fragwürdig.
Alk vernichtet halt auch leider zu viele Hirnzellen...und die sind nicht zu ersetzen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Februar 2012 um 14:02
In Antwort auf valec1983

...
Runter mit den Spendierhosen!!!
Mein Vater hat auch ne Weile zu viel getrunken. Meine Mutter litt natürlich am meisten darunter. Ich hab ihm klar gesagt, dass ich ihn nicht mehr mit dem Arsch angucken werde, wenn meine Mutter noch einmal deswegen weint. Ich würde ihn eher in der Gosse verschimmeln lassen, als mich darum zu bemühen einen Therapieplatz für ihn zu finden...hab noch irgendwas über Spenderorgane gesagt, ihm mal ein paar Fotos von alkoholinduzierten Leberzirrhosen gezeigt und ihm über das qualvolle Ende eines Leberversagens erzählt....


Das war für ihn ein großer Schock, da wir eigentlich eine sehr harmonische Familie sind, die nie von Schicksalsschlägen heesucht wurde....umso effektiver die kalte Dusche.

Gut, mein Vater mag im Vergleich zu anderen Alkis absolut harmlos wirken...aber das ist ja auch immer ein Absteig, der stufenweise funktioniert. Ich liebe ihn und hab auch immer alles für ihn (und meine Mutter) getan...aber bei Alk versteh ich keinen Spass.

Er trinkt zwar immernoch, aber in einem für meine Mutter erträglichen Rahmen (1x die Woche etwa)...und dann meist auch wenn er weiß, dass er alleine für sich ist, und niemandem aufregen kann.


Ich muss auch sagen, dass Alkoholiker (von allen Suchtkranken) bei mir den schwersten Stand haben. Kein Mitleid, kein Träne heule ich ihnen nach, wenn ich sie zugrunde gehen sehe.
Einzig die Angehörigen tun mir umso mehr leid

Ich trinke selbst auch. Manchmal zu viel. Ich trinke durch meinen Job und mein Wissen um die Risiken und Gefahren, viel bewusster als es normale Menschen tun. Ich würde aber auch von niemandem Hilfe oder Mitleid erwarten, wenns mit mir bergab gehen würde.....aber da hat jeder eine andere Einstellung zu

Ganz meine Meinung
Die Ehe meiner Eltern ist auch durch die Alkoholsucht meines Vaters kaputt gegangen, das ist nun ca. 21 Jahre her.
Was ich aber gar nicht mehr hören kann, ist der Satz "Alkoholismus ist keine schlechte Angewohnheit, sondern eine Krankheit" Das stimmt einfach nicht! Klar entwickelt sich irgenwann eine physische Abhängigkeit, aber die hat man sich immernoch selbst zuzuschreiben...
Da ich damals zu jung war, um bereits so darüber zu denken, konnte ich ihm das erst später sagen, als er schon 2-3 Jahre trocken war (mittlerweile sind es 12). Ich denke, wenn man eine gute Beziehung zu seinen Kindern hat und feststellt, dass selbst diese eine eher ablehnende Haltung diesbezüglich haben (ohne jemanden jedoch direkt zu verstoßen) und sich die Sucht stark negativ auf diese Beziehung auswirkt, wird man irgendwann wach. Vorausgesetzt natürlich, es liegt einem was daran.
"Man muss nur wollen..."
Ich hasse diesen Satz von meiner Mutter, aber wie ja die meisten eines Tages feststellen, hat die meistens Recht

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

20. Februar 2012 um 18:31

"mein Vater würde komplett einstürzen"
und genau das ist seine einzige Chance. Er ist der ABhängie und ihr allesamt die Co-Abhängigen und dieses ganz Konstrukt funktioniert nur, weil ihr es alle!!!!!! mitmacht, ihn entlastet, ihn entschuldigt, ihn durchs Leben tragt und all das was er zu übernehmen hätte mit übernehmt. Mach mal bitte die Augen auf. Es gibt Angehörigengruppen bei Diakonie, Caritas usw.. Es gibt viele sehr gute Bücher, wo du mal lesen kannst, was da seit Jahrzehnten bei euch abgeht, weil ihr ihm alles abnehmt. Natürlich sind Alkohliker keine schlechten Menschen, oft haben sie einfach eine Ich-Schwäche. Aber das alles nur zu entschuldigen und schön zu reden, das ist völlig unverantwortlich.Und hör mal als erstes mit deiner "Arie" vom lieben Papa auf. Nur wenn ihr euch anders verhaltet , hat er eine Chance.Gruß Melike

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. Februar 2012 um 14:29
In Antwort auf melike13

"mein Vater würde komplett einstürzen"
und genau das ist seine einzige Chance. Er ist der ABhängie und ihr allesamt die Co-Abhängigen und dieses ganz Konstrukt funktioniert nur, weil ihr es alle!!!!!! mitmacht, ihn entlastet, ihn entschuldigt, ihn durchs Leben tragt und all das was er zu übernehmen hätte mit übernehmt. Mach mal bitte die Augen auf. Es gibt Angehörigengruppen bei Diakonie, Caritas usw.. Es gibt viele sehr gute Bücher, wo du mal lesen kannst, was da seit Jahrzehnten bei euch abgeht, weil ihr ihm alles abnehmt. Natürlich sind Alkohliker keine schlechten Menschen, oft haben sie einfach eine Ich-Schwäche. Aber das alles nur zu entschuldigen und schön zu reden, das ist völlig unverantwortlich.Und hör mal als erstes mit deiner "Arie" vom lieben Papa auf. Nur wenn ihr euch anders verhaltet , hat er eine Chance.Gruß Melike

Zustimmung
Dem kann ich nur zustimmen!
So hart es für die Co-Abhängigen ist, es bringt nichts einen Alkoholiker zu schützen. Damit bringt man den jenigen sicher um!
Distanziere dich räumlich und suche dir Hilfe, achte am besten dabei darauf, dass die Selbsthilfegruppen für Co-Abhängige nicht von trockenen Alkoholikern geleitet werden (kommt leider immer wieder mal vor!) oder suche dir psychologische Hilfe...Hilfe benötigst du in jedem Fall, denn aus einer Co-Abhängigkeit auszubrechen, die so viele Jahre besteht, ist allein nahezu unmöglich.

Alles Gute für dich!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

3. März 2012 um 22:30

Alkohlkrankem Papa helfen
Liebe shila

Deinem Papa kann man nicht helfen. Er muss es selber wollen.Alles was du geschrieben hast, ist genau so bei Alkoholikern. Die Geschichten sind sich oft alle sehr ähnlich. Deine Mutter hat recht, wenn sie den Papa verlassen will. Sie soll dies auch zu ihrem Schutze tun.Wenn er trotz Therapien und Ratschlägen von Ärzten immer wieder weiter trinkt, ist ihm nicht mehr zu helfen. Denn er will sich nicht vom Alkohl trennen. Dieser ist ihm wichtiger als eure ganze Familie. Ich selber bin seit 4 Jahren trockene Alkohlikerin. Meine Kinder hatten auch unter mir sehr gelitten. Ich habe ein Therapie stationnär gemacht und besuche noch jede Woche die Gruppe der Guttempler. Meine Kinder sind alle glücklich, dass ich bis jetzt noch keinen Rückfall erlitten habe. Ich bin stark nicht nur wegen meiner Familie, sondern vor allem für mich. Ich will mich nicht mehr schämen müssen.

Das sind so meine Überlegungen. Ich möchte dir gerne einen besseren Rat geben, aber das geht leider nicht. Ich weiss, du hast deinen Papa lieb, aber helfen kannst du ihm nicht, wenn er es nicht einsehen will.

Lieber Gruss

Glimmerling

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest