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Alkoholikerfamilie=Depression, Studium abbrechen?! Wer kann mir helfen?

15. Oktober 2009 um 11:45

Hey Leute,

ich hab mich vor 2 Minuten hier angemeldet und hoffe jetzt einfach mal, dass das alles so funktioniert, wie ich es gerne hätte 8-)

Also, ich habe folgendes Problem:

Mein Vater ist Alkoholiker und kümmert sich kaum um meine Mutter. Sie ist daher auch äußerst depressiv und "co-abhängig". Ich weiß nicht wie ich den beiden helfen kann. Viele sagen mir ich soll es lassen, weil ich eh nichts ändern kann, aber das belastet mich so sehr, dass ich das SO nicht stehen lassen kann.
Meine Mum kommt öfters in mein Zimmer und weint dann einfach. Ich weiß nie was ich tun soll, weil unser Verhältnis auch nicht gerade das beste ist, fällt es mir sehr schwer sie z.B. in den Arm zu nehmen.
Sie schreit mich öfters an und sagt, dass sie sich so darauf freut wenn ich endlich ausziehe, dass ich nur Stress bedeute für Sie, etc.

Das hat alles angefangen als ich 7 war. Also 1996. Davor schien alles nach einer heilen und schönen Familie auszusehen. Doch dann ist die Mutter von meinem Vater und die Mutter von meiner Mum gestorben und irgendwie haben sich dann beide extremst zurückgezogen, mein Vater hat angefangen zu trinken, hat meine Mutter in meinem (!) Zimmer geschlagen und an mein Regal geschmissen. Ich hielt das alles nicht mehr aus in der Grundschule und wirkte auf andere äußerst komisch glaube ich.
Ich bin so oft ich konnte, nach der schule rausgegangen, mit dem Fahrrad oder den Inlinern weggefahren. Nur damit ich rauskonnte. Schule hat mich nicht interessiert, ich wurde dort nur fertig gemacht und habe mich ständig mit Jungs geschlagen. Es war absolut schrecklich. Schon mit 7 Jahren hatte ich öfters daran gedacht mich umzubringen. Habe mir ein Messer ins Herz gerammt, aber viel ist nicht passiert, außer dass es geblutet hat. (inzwischen sage ich: Gott sei Dank!).
Ich hatte demnach auch nur Sonderschulempfehlung, meinen Eltern war das aber peinlich und wir sind umgezogen und ich habe nach ein paar Tests auf die Realschule gedurft. Dann kam ich in der 7. Klasse aufs Gymnasium und habe 2008 ein Abi mit 1.8 geschafft.

Mein Vater hat mich immer wieder angetrieben, dass ich nicht aufhöre nach der 10. Klasse um eine Ausbildung zu machen, dass ich aufs Gymnasium wechsle, usw.

Dann kam die Frage, was nach dem Abi??

Ich wollte unbedingt Chemie studieren, hatte mich deshalb auch im Abitur angestrengt. Mein Vater hat mir davon abgeraten und meinte, dass ich das eh nicht schaffen würde, und dass er dafür kein Geld hätte.
Deshalb mache ich inzwischen ein BA-Studium BWL-Industrie.
Also ein duales Studium, 3 Monate "Uni", 3 Monate im Betrieb, 3 Monate "Uni", usw. In erster Linie um Geld zu verdienen.

Ehrlichgesagt habe ich wenig Freude daran, auch wenn es mir gefällt mit nur 30 Leuten in einem Kurs zu sein.
Die Zeit an der BA ("Uni") ist eigl auch okay. Aber in der Firma kamen in der letzten Praxisphase meine Depressionen durch... Ich war nicht gut drauf und saß bei 2 "Gackerhühnern", was mich schonmal total genervt hat.
Ich habe leider auch eine schlechte Bewertung bekommen, was mich umso mehr demotiviert hat!
Ich weiß einfach nciht was ich machen soll. In der Firma hat sich inzwischen wohl auch rumgesprochen, dass ich gerne Chemie studieren würde. Aber daher, dass es eine Chemiefirma ist evtl auch nicht ganz verkehrt.

Mein Plan sieht so aus, dass ich erstmal das BA-Studium fertig mache und einen Bachelor in BWL habe, und dann mit dem Geld, das ich gespart habe, meinen Chemiebachelor und evtl mehr dranhänge... Ich habe von so vielen Leuten gehört die ihr Chemiestudium abbrechen... Ich hab davor so Angst, ohne alles da zu stehen... Es sind jetzt noch 2 Jahre bis ich den Abschluss hätte... 1 Jahr ist schon rum und das ging verdammt schnell...Die Firma ist 5 Minuten zu Fuß von meinem Haus weg.
Und Leute, die Chemie und BWL studiert haben sind gesucht... Hmmm.... Ach, ich weiß es einfach nicht. Mein Freund meinte nur, dass ich seit Anfang des BA-Studiums nur unter Stress stünde und nicht mehr so glücklich wie in der Schule wäre. Aber die nächsten Semester sollen lockerer werden habe ich gehört... Ich hoffe auch stressfreier...

Ehrlichgesagt denke ich aber eher, dass das Problem (meine Depression), daher kommt, dass es meinen Eltern so schlecht geht. Wenn das in Ordnung wäre, würde ich das sicher auch lockerer schaffen.
Ich habe meinem Daddy bereits einen Brief geschrieben, indem ich ihn drum gebeten habe, dass er sich Hilfe sucht und aufhört mit dem Trinken. Er wollte zu meiner Gesprächsstunde mitkommen, konnte dann aber kurzfristig doch nicht dran teilnehmen (Ausrede?), war ca. 3 Monate trocken, seitdem trinkt er bisher heimlich...

Was soll ich tun? So kann es nicht weitergehen!!!

Sorry, dass ich so viel geschrieben habe, aber ich würde mich sehr über eure Beiträge freuen!
DANKE!

ManowarGirl20

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16. Februar 2011 um 5:58

Hallo
auch mein Vater ist Alkoholiker und kann mich allein schon deswegen sehr gut in deine Situation hineinversetzen, mein erster Rat ist wohl, dass du dort so schnell wie möglich ausziehst.

Desweiteren wäre wohl eine Therapie ratsam oder bist du bereits in einer?! Immerhin lebst du schon von klein auf in schwierigen Verhältnissen.
Ich bin der Meinung, dass wirklich jedes Erlebnis, jede Situation und jeder Moment ins Unterbewusstsein gelangt (also auch die Dinge an die man sich so ganz bewusst später gar nicht mehr erinnert) und das prägt ganz gewaltig. Das ein oder andere tritt im Laufe der Zeit dann an die Oberfläche und verursacht Probleme und man weiß oft gar nicht, woher jetzt plötzlich die Probleme kommen, man bringt oftmals sowas dann erstmal mit Erlebnissen von früher gar nicht in Verbindung. Wenn dann allerdings doch ein Zusammenhang festgestellt wurde, ist es wirklich extrem schwierig das zu beheben.

Stell dir mal vor du hast in 10 Jahren eigene Kinder und kannst sie nicht in die Arme nehmen, dann musst du mit 30 (wie alt bist du jetzt? 20?!) deine Kindheit aufarbeiten und das, obwohl du jetzt eigene Kinder hast, für die du da sein müsstest. Mit ganz viel Pech stellst du dich diesen Probleme nicht und fällst in ein ähnliches Muster wie es deine Eltern betrieben haben. Merkst du was? Alles kann sich wiederholen wenn du jetzt nicht auf dich acht gibst. Außerdem meine auch ich, dass du weder deiner Mutter noch deinem Vater wirklich helfen kannst. Das sehen "die Vielen" in deinem Umfeld ganz richtig.

Aus eigener Erfahrung kann ich wohl behaupten, dass man irgendwann resigniert und nur noch wütent ist. Um dem vorzubeugen oder Abhilfe zu schaffen ist es wichtig, dass du Dampf ablässt. Frag deine Mutter doch mal, woher sie sich das Recht nimmt, derart respektlos mit dir umzugehen? Schämt sie sich gar nicht? Das Gleiche gilt für deinen Vater. Ich denke das sind Fragen, die genauso mal gestellt werden dürfen/sollten. Problem bei dem ganzen ist nur, wie viel Realität vertragen deine Eltern? Und vorallem, wie viel kann man von ihnen erwarten? Ich könnte mir vorstellen, dass sie beide so sehr an Realitätsverlust leiden, dass es unmöglich ist, sich mit ihnen vernünftig auseinander zu setzten. Man könnte auch sagen, sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, weil sie total überfordert und nur am flüchten sind vor ihren Problemen und Ängsten.

So wie ich das verstehe, hängst du an ihnen? Oder zumindest an deinem Vater?! Das machts ein bisschen schwieriger, weil du dich nicht so richtig lösen kannst. Du kannst es dir einfach nicht mit ansehen ohne das es dir dabei richtig schlecht geht, dennoch finde ich, dass es extrem wichtig ist, dass du jetzt hauptsächlich auf dich selbst aufpasst und dir hilfst ggf. helfen lässt, denn wie ich bereits gesagt habe, ich bezweifel, dass du deinen Eltern helfen kannst. Das gehört eben zum Krankheitsbild, dieses nicht einsehen und helfen lassen wollen.. ziehst du aus, es passiert also etwas, ist es gut möglich, dass deine Eltern plötzlich umdenken bzw. mal nachdenken und sich das ein oder andere zum positiven wendet.

Das du selbst trotz dieser schlechten Lage eine Perspektive hast, halte ich übrigends für ein überaus positives Zeichen.

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