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Welche Erkrankung wäre für euch peinlicher, um offen dazu zu stehen?

9. Juli um 20:24

Liebe Community,

es gibt ja auch heute noch Krankheiten, die ein Tabuthema sind und für die sich die Betroffenen schämen. Dazu gehören in erster Linie psychische Erkrankungen, Epilepsie, HIV, Demenz...

Ich leide unter Depressionen und Epilepsie.
Für die Depressionen schäme ich mich nicht, denn die sind ja schon zu einer Volkskrankheit geworden. Auch wenn Betroffene, wenn sie darüber sprechen, sie vornehm als "Burn-out-Syndrom" bezeichnen.
Doch ich schäme mich für die Epilepsie. Vor allem auch deswegen, weil sie schon seit Jahrhunderten ein Stigma ist und auch heute noch teilweise als Geisteskrankheit angesehen wird. Ich traue mich deswegen kaum, mit jemandem darüber zu sprechen. Auch meine Eltern wissen nichts von der Diagnose, die ich erst vor ein paar Jahren bekommen habe.

Was wäre/ist für euch peinlicher? Depressionen oder Epilepsie?

Liebe Grüße,
Serlina

 

12. Juli um 10:19

Ich habe eher das Gefühl, dass Epilepsie eher akzeptiert wird. Das ist was Greifbares und man weiß, aha, derjenige kippt vielleicht mal um und hat Zuckungen. Es ist eine sichtbare, körperliche Reaktion. Damit kann man oft eher was anfangen als mit Depressionen, auf die häufig noch gesagt wird: Du spinnst doch; mach halt was Schönes, dann fühlst du dich besser; geh spazieren, tu dir was Gutes usw.

Auch in Ausbildung bzw. Studium habe ich erlebt, wie viele junge Menschen ihre Depressionen oder Angsterkrankungen vor anderen versteckt haben, um nicht als schwach zu gelten oder weil sie sich eben dafür schämen. Körperliche Erkrankungen, die sichtbare Auswirkungen haben, wurden viel eher thematisiert. Und vor allem bei Epilepsie oder plötzlichen Schmerzanfällen wurde man viel eher direkt aufgeklärt, damit man selbst nicht in Panik verfällt, falls sowas passiert.
Ich haben mal jemanden auf einer Kleinveranstaltung getroffen, der hat gleich beim ersten Treffen allen erklärt: "Ich habe manchmal Schmerzanfälle, dann lege ich mich auf den Boden und schreie vielleicht etwas. Das ist völlig normal, ignoriert das einfach." Damit war die Sache gegessen und niemand hat sich gewundert oder war verstört, als es dann tatsächlich mal passiert ist. Ein kurzer Blick - aha, das ist also dieser Anfall - dann ging man seinen Tätigkeiten gewohnt weiter nach.

Epilepsie lässt sich heutzutage ja auch, je nach Form und Stärke, sehr gut medikamentös behandeln. Viele haben überhaupt keine Anfälle mehr, wenn sie richtig eingestellt sind.

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